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Dienstag, 13.03.2018

Feldzug mit Trollen und Hackern

Von Friedemann Kohler

Streit beim ersten Treffen: Der französische Präsident Emmanuel Macron (r.) warf dem russischen Präsident Wladimir Putin 2017 vor, dass dessen Staatsmedien „Einfluss- und Propagandaorgane“ seien.
Streit beim ersten Treffen: Der französische Präsident Emmanuel Macron (r.) warf dem russischen Präsident Wladimir Putin 2017 vor, dass dessen Staatsmedien „Einfluss- und Propagandaorgane“ seien.

© dpa

Russlands Präsident Wladimir Putin musste sich bei seinem Frankreich-Besuch 2017 harte Worte anhören. Staatschef Emmanuel Macron, erst wenige Wochen im Amt, warf dem Gast vor, dessen Staatsmedien RT und Sputnik verbreiteten „Lügenpropaganda“. Sie seien „Einfluss- und Propagandaorgane“. Der Kremlchef konterte: „Legen Sie Beweise vor!“

Im Wahlkampf hatte sich das Macron-Lager auch über Hackerangriffe beklagt, hinter denen Russland vermutet wurde. Denn Moskau setzte bei der Frankreich-Wahl auf Marine Le Pen. Putin hatte die Chefin der rechtsextremen Front National sogar im Kreml empfangen.

Mit der Pressekonferenz der Präsidenten in Versailles steigt Filmemacher Paul Moreira in seine Dokumentation „Propaganda 3.0 – Putin und der Westen“ ein, die Arte am Dienstag zeigt. Es geht um Moskauer Einflussnahme auf westliche Länder. Moreira hat eine neue Art des Informationskrieges recherchiert, in dem Hacker, Trolle oder Staatsmedien wie RT eine Rolle spielen. Einige Ausgangspunkte dieser Attacken sind bekannt, so die Trollfabrik Internet Research Center in St. Petersburg. Von dort verbreiteten Mitarbeiter schon im Ukraine-Konflikt 2014 mit massenhaft gefälschten Facebook- und Twitterprofilen russlandfreundliche Inhalte. Im US-Wahlkampf 2016 verunglimpften die russischen Trolle die demokratische Kandidatin Hillary Clinton und machten für den Republikaner Donald Trump Werbung.

Moreira hat den erzkonservativen russischen Unternehmer Konstantin Malofejew vor die Kamera bekommen. Der versucht, rechte und nationalistische Bewegungen in Europa zu vernetzen. In diesen Dunstkreis gehört auch die AfD, deren Vorsitzender Alexander Gauland zu Wort kommt. Im Zentrum des Films steht aber Frankreich. RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan räumt ein, ihr Sender habe Le Pen unterstützt, weil dies im Interesse Russlands gewesen sei. Moreira bringt sogar Licht in russische Kredite für den Front National. Was dem ansonsten spannenden Film gutgetan hätte, wären unabhängige Einschätzungen gewesen, welchen Einfluss RT und Sputnik im Netz tatsächlich haben. Experten halten ihn für geringer als befürchtet. (dpa)

„Propaganda 3.0 – Putin und der Westen“, 20.15 Uhr, Arte

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