• Einstellungen
Dienstag, 31.07.2018

Das Paradies ist nebenan

Cees Nooteboom Foto: dpa
Cees Nooteboom Foto: dpa

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Einen „geborenen Reisenden“ nennt sein Lektor Raimund Fellinger Cees Nooteboom. Der niederländische Schriftsteller, der am 31. Juli 85 wird, ist durch Romane wie „Allerseelen“ und „Rituale“ bekannt geworden, aber auch durch Berichte über Reisen in alle Welt. „Vielleicht befindet sich der wahre Reisende immer im Auge des Sturmes“, schrieb er einmal. „Im Auge ist es still, und wer sich darin befindet, kann gerade die Dinge unterscheiden, die den Sesshaften entgehen.“

Die Reise zur Literatur war windungsreich. Der streng katholische Stiefvater schickte Nooteboom zu den Franziskanern und Augustinern, er arbeitete bei einer Bank und erledigte Gelegenheitsjobs, bis er 1953 durch Europa trampte und danach seinen ersten Roman schrieb: „Das Paradies ist nebenan“. Im selben Jahr heuerte er als Matrose auf einem Schiff nach Surinam an: Er hatte sich in ein Mädchen aus Paramaribo verliebt. Aus diesen Erfahrungen gingen seine tropischen Erzählungen „Der verliebte Gefangene“ (1958) hervor, die erst 2006 in der deutschen Übersetzung von Helga von Beuningen erschienen.

Zuletzt erschien von Nooteboom im Mai der Gedichtband „Mönchsauge“. Darin bewegt sich das lyrische Ich ungezwungen zwischen den Seelen des antiken Philosophen Sokrates und der seines Lieblingsschülers Phaidros, die zwischen den Dünen der niederländischen Insel Schiermonnikoog wandeln. (epd)

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.