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Mittwoch, 13.06.2018

Beziehungschaos in der Altbauvilla

Nicolette Krebitz brilliert als Patchworkfamilien-Mutter aus Leipzig in der ARD-Komödie „Trauung mit Hindernissen“.

Von Ulrike Cordes

Patchwork-Familie im Schlaf vereint: Noch haben Katrin (Nicolette Krebitz), Philipp (Hary Prinz) und Julias Tochter Ella (Clara Veihelmann) ihre Ruhe. Doch bald regiert das Chaos in ihrem Alltag. Foto: ARD
Patchwork-Familie im Schlaf vereint: Noch haben Katrin (Nicolette Krebitz), Philipp (Hary Prinz) und Julias Tochter Ella (Clara Veihelmann) ihre Ruhe. Doch bald regiert das Chaos in ihrem Alltag. Foto: ARD

© dpa

Gute Nachrichten für Komödien-Fans: Es geht weiter mit dem Patchwork-Beziehungschaos rund um die Leipziger Lehrerin Katrin. Auf ungewöhnlich amüsante Weise erzählte der ARD-Film „Familie mit Hindernissen“ im März 2017 vom irrwitzigen Aufeinandertreffen der diversen Angehörigen, Ex-Partner und Generationen anlässlich der Konfirmation von Teenagertochter Saskia. In der Fortsetzung „Trauung mit Hindernissen“ am Mittwoch stresst die dauerüberforderte geschiedene Heldin (Nicolette Krebitz) nun vor allem ein von ihr verzweifelt abgewehrter Heiratsantrag ihrer neuen Liebe, des treuherzigen Kollegen Philipp. Doch es nervt natürlich auch diesmal die anrückende, außer Rand und Band geratene Mischpoke. So meint es Katrins Mutter Renate allzu gut mit ihrer Tochter: Die elegante, aber bankrotte Seniorin quartiert sich in Katrins hübscher Altbauvilla ein und macht sich zu Philipps Verbündeter im Kampf um einen Termin vor dem Traualter.

Die Regie verantwortet allerdings nicht mehr der Comedy-Experte und Grimme-Preistäger Oliver Schmitz, sondern das Nachwuchs-Talent Anna-Katharina Maier. Zusammen mit verschobenen inhaltlichen Akzenten hin zu mehr Lebensernst sorgt ihre Inszenierung denn auch für eine veränderte Tonart im Geschehen. Die Geschichte wirkt braver, weniger schräg, wenn auch immer noch heiter und unterhaltsam genug. Für eine Neuerung gab es dabei einen traurigen Grund: Die Rolle der Mutter übernahm die Österreicherin Patricia Hirschbichler anstelle der Anfang des Jahres verstorbenen Marie Gruber. Und auch im Film ist schließlich ein Todesfall zu beklagen, der dann die Sichtweisen der Lebenden in vernünftigere Bahnen lenkt.

Neben der wieder fabelhaften Krebitz als heiratsunwilliger Mutter sind es überhaupt die größtenteils vielschichtigen Darsteller, die den Film richtig lohnen lassen. Ein Kapitel für sich ist zudem die Elterngeneration. Hier gibt Peter Prager als Katrins Vater Horst einen herrlich schusseligen, am Ende sogar Marihuana rauchenden Pensionär auf Freiersfüßen ab. (dpa)

„Trauung mit Hindernissen“, 20.15 Uhr, ARD

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