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Mittwoch, 14.03.2018

Allein gegen das Nazi-Regime

„Elser“, der Kinofilm mit Christian Friedel in der Titelrolle, ist jetzt im Ersten zu sehen.

Von Cordula Dieckmann

Georg Elser (Christian Friedel) misst im Münchner Bürgerbräukeller das Versteck für die Bombe aus, mit der er Adolf Hitler töten will.
Georg Elser (Christian Friedel) misst im Münchner Bürgerbräukeller das Versteck für die Bombe aus, mit der er Adolf Hitler töten will.

© dpa/SWR

Der Schreiner Georg Elser ist fast in Vergessenheit geraten. Er wollte den Diktator Adolf Hitler ermorden, die Gefahr des Krieges bannen und Deutschland von der brutalen Macht der Nazis befreien. Regisseur Oliver Hirschbiegel hat dem mutigen Handwerker aus dem schwäbischen Hermaringen mit dem Kinodrama „Elser – Er hätte die Welt verändert“ ein filmisches Denkmal gesetzt. Das Erste zeigt den 2015 uraufgeführten Film am Mittwoch.

Das Attentat ist dabei Rahmenhandlung und Kernstück zugleich. Der Film beginnt im Münchner Bürgerbräukeller. Mit blutigen, zittrigen Händen versucht Elser, mitten in der Nacht seine Bombe mit Zeitzünder in einer Säule hinter dem Rednerpult zu platzieren, wo Hitler zwei Tage später zu den Menschen im Saal sprechen soll.

Doch der Plan geht nicht auf. Während Elser am Abend des 8. November 1939 aus der Ferne ständig seine Uhr kontrolliert und auf die Nachricht vom Tod des Führers wartet, verlassen der Diktator und seine hochrangigen Begleiter den Saal – 13 Minuten zu früh. Das Attentat missglückt und Elser wird bald darauf an der Grenze zur Schweiz festgenommen. Sein Schicksal ist besiegelt: Verhöre, Folter, grausame Psychospiele und schließlich der Tod.

Hirschbiegel, der mit seinem Oscar-nominierten Hitler-Film „Der Untergang“ weltweit Aufsehen erregte, interessierte weniger die Frage, wie das Attentat ablief. Ihm ging es um die Persönlichkeit des Menschen, der in diesen politisch gefährlichen Zeiten den Mut zu so einer Tat aufbrachte und sie tatsächlich völlig allein durchzog.

Der Regisseur wollte zeigen, wie die nationalsozialistische Ideologie schleichend Einzug in den Alltag hielt und wie aufmerksam und weitsichtig Elser diese Veränderungen in der Gesellschaft wahrnahm und einordnete. Und wie die Nazis den mutigen Widerstandskämpfer als psychisch kranken Kollaborateur der Amerikaner und Engländer darstellten, bevor sie ihn am 9. April 1945 im KZ Dachau ermordeten.

Christian Friedel verleiht der Figur Elser eine Mischung aus Leichtigkeit, Nachdenklichkeit und Trotz. Sein Elser strahlt trotz aller Nervosität eine beeindruckende Ruhe aus, die klar macht, dass Elser genau wusste, was er tat. (dpa)

„Elser – Er hätte die Welt verändert“, Mi, 20.15 Uhr, ARD

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