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Dienstag, 11.09.2018

Küblböck bleibt vermisst

Von Gregor Tholl

Früher fiel Daniel Küblböck mit seiner Quietsch-Stimme und seinem schrillen Aussehen auf. Bei seiner Teilnahme bei „Let’s Dance“ (2015) überraschte er damit einem veränderten Aussehen und einem enormen Ehrgeiz. Seit Sonntag wird er vermisst.Foto: Breuel Bild
Früher fiel Daniel Küblböck mit seiner Quietsch-Stimme und seinem schrillen Aussehen auf. Bei seiner Teilnahme bei „Let’s Dance“ (2015) überraschte er damit einem veränderten Aussehen und einem enormen Ehrgeiz. Seit Sonntag wird er vermisst. Foto: Breuel Bild

© www.breuel-bild.de

Die Suche nach dem vor Kanada in den Atlantik gestürzten Sänger und früheren TV-Star Daniel Kaiser-Küblböck ist ergebnislos geblieben. Der Sprecher der Küstenwache im kanadischen Halifax, Mark Cough, erklärte am Montag, insgesamt vier Schiffe und zwei Flugzeuge hätten zusammen 80 Stunden lang eine Fläche von 1 227 Quadrat-Seemeilen abgesucht. „Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden“, sagte Cough. Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser sei die schwere Entscheidung getroffen worden, die Suche einzustellen.

Der 33-Jährige war nach Angaben von Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York am Sonntag in der Labrador See, etwa 185 Kilometer nördlich von St. John’s/Neufundland, über Bord gegangen. Die Wassertemperatur beträgt dort nur etwa 10,5 Grad. Der Kreuzfahrt-Veranstalter äußerte schon am Sonntag die begründete Annahme, dass der privat an Bord befindliche Kaiser-Küblböck absichtlich gesprungen sei. Schon während seiner Teilnahme an der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) im Jahr 2003 wurde der Sänger heftig angefeindet. Immer wieder musste er negative Kommentare über sich ergehen lassen. Und auch jetzt, während seiner Schauspiel-Ausbildung in Berlin, soll der 33-Jährige immer wieder von Kollegen gemobbt worden sein. Die ETI-Schauspielschule wies die Mobbing-Vorwürfe zurück und zeigte sich „zutiefst bestürzt und geschockt“ über das Verschwinden Küblböcks.

Geschmackloser Bohlen-Auftritt

Kritik erntete am Montag ein Statement von Musikproduzent Dieter Bohlen, der sich in einem bei Instagram geposteten Video „total geschockt“ zeigte. Der DSDS-Chefjuror trug darin eine verspiegelte Sonnenbrille und einen Kapuzen-Pullover, ausgerechnet mit der Aufschrift „Be one with the Ocean“ (Sei eins mit dem Ozean). Über Kaiser-Küblböck sagte der 64-jährige Bohlen: „Er war auf der einen Seite ein unheimlich lustiges Kerlchen, was man so im Fernsehen gesehen hat, aber wenn er bei mir zu Hause war, gab es eben auch das totale krasse Gegenteil: Er konnte unheimlich traurig und unheimlich depressiv sein. Und ich habe mich dann damals gewundert, wie unheimlich schnell das so hin- und her ging bei ihm.“

Kaiser-Küblböck, geboren im bayerischen Hutthurm, wurde 2002/03 durch „DSDS“ bekannt. Er bekam nicht zuletzt wegen seiner aufgekratzten Art viel Medienaufmerksamkeit. Anfang 2004 war er dann einer der Teilnehmer der ersten Staffel des RTL-Dschungelcamps. Vor vier Jahren bewarb er sich vergeblich mit dem Lied „Be A Man“ um die Teilnahme am Eurovision Song Contest. Vor drei Jahren nahm er als Kandidat an der RTL-Show „Let’s Dance“ teil. Zuletzt lebte der 33-Jährige in Berlin und Palma de Mallorca. (dpa)

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