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Dienstag, 07.08.2018

Kreuzungsbau soll im Herbst beginnen

Der Knoten an der Mittelmühle soll saniert werden. Bei einem Stadtrundgang durch Radeberg gab‘s aber noch mehr Themen.

Von Reiner Hanke

Gibt es bald grünes Licht für den Umbau der Kreuzung an der Dr. Albert-Dietze-Straße? Der Rat wird sich im August damit befassen. Der kommende Bau war Thema beim Rundgang von Oberbürgermeister Gerhard Lemm (l.) mit Verwaltungsmitarbeitern.
Gibt es bald grünes Licht für den Umbau der Kreuzung an der Dr. Albert-Dietze-Straße? Der Rat wird sich im August damit befassen. Der kommende Bau war Thema beim Rundgang von Oberbürgermeister Gerhard Lemm (l.) mit Verwaltungsmitarbeitern.

© Thorsten Eckert

Radeberg. Die Sonne schickte am Montag schon wieder unbarmherzig ihre Strahlen vom Himmel. Am Termin für den 200. Stadtrundgang mit Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) wurde nicht gerüttelt. Verwaltungsmitarbeiter nehmen bei diesen Rundgängen Hinweise auf und schauen natürlich auch selbst nach Mängeln auf der Route – diesmal durch Innenstadtbereiche. Gleich an der Kreuzung Ober-/Pulsnitzer Straße erregte ein Feuerwehrfahrzeug aus Bretnig-Hauswalde die Aufmerksamkeit. Die Warnblinker waren aktiviert. Die Helfer brauchten diesmal wohl selbst Hilfe. Das Fahrzeug hatte schlappgemacht, der Anlasser zuckte nur noch kläglich. Der OB bot städtische Hilfe an. Aber der Werkstattservice war wohl auch schon unterwegs.

Auf der Otto-Bauer Straße fielen Büsche auf, die in den Fußweg zu wuchern beginnen. Das müsse die Stadt im Auge behalten, hieß es. Bei der momentanen Hitze und Trockenheit verbiete sich aber ein Schnitt. Auf der Friedhofstraße wartete eine ältere Dame. Sie klagte darüber, dass einige Anlieger ihre Pflichten nicht erfüllen. Laub liegt da noch vom Vorjahr, an anderer Stelle gedeihe das Unkraut und im Winter werde die Räumpflicht vernachlässigt. Sie werde die Anlieger an ihre Pflichten erinnern. Im vorderen Teil der Straße deuten sich aber ohnehin Veränderungen an. So will die Stadt in dem kritisierten Bereich selbst tätig werden und dort zwölf Stellplätze anlegen, um die Parksituation an der Friedhofsstraße zu verbesser. 2019 oder 2020 soll das Vorhaben in den Etat eingearbeitet werden, erklärt Gerhard Lemm. Auf dem Gelände des früheren Wellpappe-Werkes in Radeberg wächst das Unkraut noch deutlich höher. Ein Investor wolle hier einen Wohnkomplex errichten. Der Stadtrat habe dem Projekt bereits zugestimmt. Zu dem Projekt habe es durchaus Für und Wider gegeben, schätzt der OB ein. Aber schließlich sei das Gelände auch in der Vergangenheit bebaut gewesen. Und innenstadtnahe Wohnungen könne Radeberg gut gebrauchen, sagt Gerhard Lemm. Allerdings sei noch nicht bekannt, ob und wann das Projekt tatsächlich umgesetzt werde. Die Erschließung auf dem Areal sei aufwendig. Falls nichts aus dem Bau werde, könnte sich der Rathauschef auch vorstellen, das Areal mit in den Grüngürtel einzubeziehen, in das grüne Band entlang der Röder in das unter anderem auch das Abrissgelände gegenüber des Biertheaters integriert werden soll. Dieses Band soll sich entlang der Röder ziehen und auch versteckte Ufer zurück ins Stadtbild holen, erlebbar werden. Ein grünes Band, sozusagen vom Hüttertal bis zum Eingang ins Seifersdorfer Tal. Der Baustart fürs das grüne Band soll in diesem Jahr erfolgen, so Stadtsprecher Jürgen Wähnert.

Wohnungen im maroden Bürgerhaus?

Es sei schade, dass der künftige Weg entlang der Röder durch die Brücke an der Dresdener Straße unterbrochen werde, schätzt Gerhard Lemm ein. Das sei eine Schwachstelle. Mit deren Sanierung oder Neubau lasse sich vielleicht auch ein Durchgang unter der Brücke realisieren, regt der OB an. Allerdings sei eine Entscheidung zur Brücke nicht vor 2020/21 zu erwarten. Bis dahin mahnen wohl weiterhin die Warnbaken an den Brückengeländern des schlechten Zustands.

Auf der Rathenaustraße fällt ein stolzes aber marodes Bürgerhaus ins Auge. Auch hier könnten schöne innenstadtnahe Wohnungen entstehen. Ein Immobilienbüro hat die Hand darauf. Das sei eben reine Privatsache. Derzeit sei aber viel Bewegung im Immobilienmarkt. Das stärkt die Hoffnung, dass sich auch an dem Gebäude vielleicht etwas tut.

Die Große Röder ist in diesen Tagen eher schmal. Gut ist das für den Bau an der Ufermauer im Bereich der Dr.-Albert-Dietze-Straße. Die wird mit Fördermitteln auf einer Strecke von etwa 30 Metern neu errichtet. Die alten Steine finden Verwendung, mit Beton wird das Bauwerk verstärkt. 2013 hatte das Hochwasser hier Schäden angerichtet. Die Sanierung kostet um die 300 000 Euro und soll Ende September abgeschlossen werden. Dann wird voraussichtlich nur einen Steinwurf entfernt die nächste Baustelle starten – Ende September oder Anfang Oktober. Die Kreuzung mit der Röderstraße/Dietze-Straße (Mittelmühle) ist dann im Plan. Die Bauleistung hat die Stadt bereits ausgeschrieben. Die Vergabe ist für den August-Stadtrat geplant. Allerdings sei unsicher, ob die Stadt auch eine Baufirma zu einem vernünftigen Preis gewinnen könne. Davon hänge nun ab, ob der Kreuzungsbau tatsächlich starten kann. Dabei soll die Kreuzung in der Verkehrsführung etwas verändert und auch sicherer werden. Etwa zwei Monate Bauzeit sind vorgesehen.

Eine Radebergerin pirschte sich dann noch an die Stadtmitarbeiter heran. Ihr ging es um die Straßenbeleuchtung am Flügelweg, vom Sparkassencontainer in Richtung Zwölfeckhäuser. Dort sei es ziemlich dunkel. Auch diesem Hinweis, verspricht Elke Müller, werde die Stadt nachgehen. Und nach dem Rundgang war auch die Feuerwehr von der Pulsnitzer Straße verschwunden. Der Verkehr rollte wieder ungehindert.