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Freitag, 10.08.2018

Kreuzkröten fühlen sich heimisch

Von Constanze Knappe

Außenkippe Bärwalde, einer der Standorte im Biosphärenreservat, wo die Kreuzkröte lebt.Foto: Dirk Weiß (Biosphärenreservat)
Außenkippe Bärwalde, einer der Standorte im Biosphärenreservat, wo die Kreuzkröte lebt.Foto: Dirk Weiß (Biosphärenreservat)

© Dirk Weis Cunewalde

Es ist immer wieder spannend, wie die Natur sich zurückholt, was ihr einst gehörte. Etwa in den Tagebaufolgelandschaften im Lausitzer Revier. Dort wie auch in den sandigen Heiden der Oberlausitz hat sich die Kreuzkröte angesiedelt. Die bis zu acht Zentimeter große Amphibie gilt als sogenannte „Pionierart“ – als Erstbesiedler nach einer natürlichen oder von Menschen hervorgerufenen Änderung der Vegetation. Zu finden ist die Kreuzkröte beispielsweise bei Lohsa/Lippen. Die lauten nächtlichen Rufe der Männchen locken die Weibchen an. Kreuzkröten laichen bevorzugt in Tümpeln und seichten Teichen. „Oder auch in kleinen Gewässern, die man nicht wirklich als solche bezeichnen kann“, so Torsten Roch. Der Leiter der Verwaltung des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft verweist auf Pfützen, die sich nach Starkregen bilden, wenn der ausgetrocknete Boden zu hart ist, um das Wasser aufzunehmen. Das warme Wasser fördert die Entwicklung der Kaulquappen. Die Babykröten befinden sich allerdings von Beginn an in großer Gefahr. Denn der Nachwuchs der Kreuzkröte braucht etwa zweieinhalb Wochen, bis er so weit entwickelt ist, dass er wegkriechen kann. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass in der Zwischenzeit das Wasser der Pfütze versickert oder verdunstet ist. Oder womöglich ein Fahrzeug durchgefahren ist. Deshalb erreichen nur wenige Kreuzkröten das Erwachsenenalter.

Im Rahmen eines Artenschutzprogramms greifen Mitarbeiter des Biosphärenreservats deshalb seit dem vorigen Jahr ein. Wie Torsten Roch erzählt, werden mit einem Minibagger Pfützen vertieft. Dabei müsse aber eine Sperrschicht auf dem Boden verbleiben, um das Wegsickern des Wassers zu verhindern. Man habe neben Lohsa/Lippen noch 18 weitere Stellen gefunden, wo es sich lohnt, zum Schutz der Tiere in dieser Form aktiv zu werden. Kreuzkröten kommen in West- und Mitteleuropa vor und sind auch in weiten Teilen Deutschlands verbreitet. Vielerorts gehen die Bestände jedoch zurück, weil die Tiere immer weniger natürliche Lebensräume finden.