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Montag, 20.08.2018

Koweg-Männer mit starkem Testspiel

Von Robert Eifler

Neuzugang Aurelijus Stankevicus erzielte einige schöne Tore.Foto: H.-E. Friedrich
Neuzugang Aurelijus Stankevicus erzielte einige schöne Tore.Foto: H.-E. Friedrich

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Für seine Einsätze auf dem Parkett bekam Patrick Michel meist ordentlichen Beifall – dabei spielte der Rückkehrer von der HSG Freiberg keine einzige Minute in der freundschaftlichen Partie der Sachsenliga-Handballer des SV Koweg Görlitz und dem Oberligisten ESV Lok Pirna. Michel war aufgrund eines Infektes die ganze Woche krankgeschrieben und hatte am Sonnabend eine völlig andere Aufgabe zugewiesen bekommen: den Dienst als Wischer.

Viele der Fans, die zum ersten öffentlichen Auftritt der Koweg-Herren gekommen waren, zeigten dennoch ihre Begeisterung, ihn wieder in Görlitz zu sehen. Der Linkshänder, der aufgrund der hohen Temperaturen ordentlich zu tun hatte, war somit zum Zusehen verdonnert, und zeigte sich nach dem Abpfiff des 3x25 minütigen Tests hingerissen. „Das war schon richtig gut, was die Jungs da gezeigt haben“, meinte der 24-Jährige. Der gleichen Meinung war auch Neutrainer Philipp Domko: „Stand jetzt können wir zufrieden sein mit dem, was die Mannschaft geboten hat.“ Immerhin ging der Test mit einem 30:30-Remis zu Ende – zwischenzeitlich mit der größten Führung von 11:8 für sein Team nach Ende des ersten Drittels. Domko ist aber (schon) erfahren genug, um nicht gleich die rosa-rote Brille aufzusetzen. „Wir werden jetzt bestimmt nicht den Fehler machen und uns wegen diesem Endergebnis in einem Freundschaftsspiel in der Vorbereitung feiern. Heute wurde auch viel von Pirna getestet, um technisch und taktisch voranzukommen“, so der Koweg-Coach.

Gleiches galt aber auch für ihn – zumal mit Michel und Türkowsky zwei wesentliche Eckpfeiler der Truppe nicht oder nur begrenzt einsatzfähig waren. So erhielt zum einen Neuzugang Aurelijus Stankevicius viel Einsatzzeit, um die auch unter Wettbewerbsbedingungen weiter zu forcieren. Sechs Mal konnte der aus Kamenz gewechselte Linkshänder einnetzen. Allen drei Torhütern gab Domko jeweils komplett ein Drittel zwischen den Pfosten – völlig unabhängig von jedweder Form während dieser Zeit. Einen wollte der Coach aber besonders hervorheben. „Ich denke wir können getrost unseren Florian Höhne als weiteren Neuzugang bezeichnen. Was der Junge heute geleistet hat, war ein ordentlicher Sprung zu dem aus der vergangenen Saison.“ Schon im Trainingslager im polnischen Zagan vor einer Woche deutete der Mittelmann an, dass er aus dem Schatten von Türkowsky und Kvasnicka herauskommen kann. Höhne überzeugte sowohl mit seinem energischen Zug zum Tor als auch mit seinem Blick für den freien Mann. Gerade im ersten Drittel war dies mitentscheidend dafür, dass die Görlitzer immer wieder vorlegten und Pirna somit unter Druck setzen. Zu Beginn des zweiten Drittels wirkten die Gäste wesentlich spritziger und munterer, konnten mit vier Treffern in Folge einen Führungswechsel herstellen (11:12). Dieser Dynamik schoben die Koweg-Herren mit wieder aufkommender Entschlossenheit einen Riegel vor, wodurch die Partie bis zum Abpfiff spannend weiter lief und beide Seiten im Begriff waren, den Zuschauern dynamischen und begeisternden Handball zu bieten. Das 30:30 war folglich ein gerechter Ausgang. „Wir müssen nun mit der gleichen Einstellung an jede Trainingseinheit gehen und weiter hart arbeiten. Ich möchte noch vieles mit der Mannschaft einstudieren, aber dafür hat schlicht und ergreifend die Zeit nicht gereicht“, so Domko, dessen Art am Spielfeldrand viel Anklang findet – sowohl bei Spielern als auch bei den Fans. Der kürzlich 30 Jahre alt gewordene Coach ist aktiv, spricht viel mit „seinen“ Jungs, reagiert und korrigiert ständig, um das Wiederholen von Fehlern auszuschließen. Und er nimmt seine gewonnenen Erkenntnisse mit in die kommenden Trainingseinheiten. Ein Test am kommenden Wochenende beim Verbandsligisten SSV Stahl Rietschen steht noch auf dem Plan, ehe es am ersten Septemberwochenende Ernst wird. Dann empfangen die Görlitzer den Pokalsieger HSG Neudorf/Döbeln zum Auftakt in die neue Saison. Zu diesem Zeitpunkt zählt kein Remis mehr gegen einen Oberligisten in einem Freundschaftsspiel. Und Patrick Michel dürfte dann wieder in seiner richtigen Funktion auf dem Spielfeld aktiv werden.

Koweg: Purschke, Michel, Rohne – Galach (3), Höhne (3), Türkowsky, Kvasnicka (4), Stankevicius (6), Krause, Rechner, Kosmala (1), Tom Baugstatt (2/2), Vogt (1), Biele (2), Tim Baugstatt (8)

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