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Samstag, 13.10.2018

Kosten für Unwetterschäden verdoppeln sich

Viel von der beim Gewitter im Juni beschädigten Technik der Feuerwehr wurde erneuert. Aber nicht alles wird ersetzt.

Von Cathrin Reichelt

Der Waldheimer Gemeindewehrleiter Daniel Seifert zeigt einige Ausrüstungsgegenstände der Wehr, die dem Unwetter im Juni zum Opfer gefallen waren. Der Hubsteiger wurde anschließend in einer Werkstatt überprüft, das Notstromaggregat, die Stiefel und der Schutzhelm für die Arbeit mit der Kettensäge neu angeschafft.
Der Waldheimer Gemeindewehrleiter Daniel Seifert zeigt einige Ausrüstungsgegenstände der Wehr, die dem Unwetter im Juni zum Opfer gefallen waren. Der Hubsteiger wurde anschließend in einer Werkstatt überprüft, das Notstromaggregat, die Stiefel und der Schutzhelm für die Arbeit mit der Kettensäge neu angeschafft.

© Dietmar Thomas

Waldheim. Reichlich drei Monate nach dem Unwetter im Juni, bei dem das Feuerwehrgerätehaus in Waldheim komplett unter Wasser stand, muss Ordnungsamtsleiterin Mandy Thümer die Schadenssumme für die Ausrüstung der Wehr stark nach oben korrigieren. Kurz nach dem schweren Gewitter schätzte sie, dass rund 35 000 Euro für Reparaturen und Neuanschaffungen nötig sein werden. Jetzt spricht sie von rund 60 000 Euro.

Am zweiten Juniwochenende hatte es so stark geregnet, dass die Abflüsse der Fahrzeughalle der Waldheimer Wehr die enorme Menge von 65 Litern Wasser pro Quadratmeter nicht aufnehmen konnten. Daniel Seifert gehört seit mehr als 20 Jahren zu den Kameraden der Feuerwehr. „Es war es das erste Mal, dass die Halle überflutet wurde“, so der Gemeindewehrleiter.

Um Schäden bei möglichen weiteren Wetterunbilden vorzubeugen, müsse künftig über eine Prävention nachgedacht werden. Der erste Schritt ist der Einbau von vier bis fünf Durchlässen auf der gesamten Länge der Rückwand der Fahrzeughalle. Der Auftrag dafür sei ebenso ausgelöst, wie für die Rolltore der Fahrzeughalle. Deren Reparatur oder Austausch ist auch geplant. Das gestalte sich besonders bei denen schwierig, die bereits mehr als 20 Jahre alt sind. Sowohl für die Durchlässe als auch für die Rolltore gibt es noch keinen Termin.

Etwa 100 Ausrüstungsgegenstände stehen auf der Schadensliste. Viele davon konnten bereits ersetzt werden. Dazu gehören 31 Paar Einsatzstiefel für die Ortswehr und sieben Paar Stiefel für die Jugendwehr. Die alten Schuhe hatten zu lange im Wasser gestanden, sich vollgesogen und waren nach dem Trocknen hart und nicht mehr tragbar. Ebenfalls ersetzt sind unter anderem Pressluftatmer, Kettensägen, ein Notstromaggregat und Bekleidung für die Jugendfeuerwehr. „Die fehlenden Teile sind in Auftrag gegeben“, sagt die Chefin des Ordnungsamtes.

Vier Fahrzeuge waren bei dem Unwetter in Mitleidenschaft gezogen worden. Alle sind wieder einsatzbereit, nachdem bei jedem das Fahrgestell und der Motor überprüft und wenn nötig repariert wurden. Besonders schwer hatte es den Einsatzleitwagen getroffen. Bei ihm wurde auch die Innenverkleidung erneuert. Die sogenannte feuerwehrtechnische Beladung fehlt noch. Auch das Hubrettungsfahrzeug und das Löschfahrzeug sind noch nicht wieder voll ausgerüstet. Handscheinwerfer, Schnittschutzkleidung, ein Wassersauger und Sanikästen stehen unter anderem auf der Bestellliste. „Wir haben versucht, die vorhandenen Gerätschaften so umzuverlagern, dass wir damit arbeiten können“, erklärt Daniel Seifert.

Im Notfall können die Kameraden der Waldheimer Feuerwehr auf die Hilfe der anderen Ortswehren zurückgreifen. Die sind so gut ausgerüstet, dass normalerweise eine Unterstützung durch Wehren aus benachbarten Städten nicht nötig ist. „Wir sind auf einem sehr guten Stand, hoffen aber, dass die noch fehlende Technik bald geliefert werden kann“, sagt der Wehrleiter.

Eine Ausnahme ist die große Pumpe (TS 8). „Für sie kann leider kein Ersatz beschafft werden. Insofern eine Reparatur möglich ist, wird sie durchgeführt. Das wird zurzeit in einer Werkstatt geprüft“, erklärt die Leiterin des Ordnungsamtes Mandy Thümer. Die Pumpe nutzt die Feuerwehr vor allem bei Einsätzen außerhalb des Stadtgebietes, wenn Wasser aus offenen Gewässern entnommen werden muss. „Solche Einsätze können wir derzeit trotzdem mit eigener Technik abdecken“, so Daniel Seifert.

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