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Mittwoch, 10.10.2018

Kosel kritisiert Polizei nach Sorbenattacke

Der Übergriff am Sonnabend vor der Diskothek in Schönau sei rechtsextremistisch gewesen. Dies werde wohl vertuscht, so der Linken-Landtagsabgeordnete.

Der Linken-Landtagsabgeordnete Heiko Kosel kritisiert die Polizei.
Der Linken-Landtagsabgeordnete Heiko Kosel kritisiert die Polizei.

© Archivfoto: Matthias Schumann

Ralbitz-Rosenthal / Bautzen. Zu den gewalttätigen Attacken einer Gruppe auf sorbische Jugendliche in der Nacht zum vergangenen Sonnabend vor der Diskothek in Schönau hat sich Heiko Kosel, Sprecher der Landtagsfraktion der Linken für nationale Minderheiten, zu Wort gemeldet. „Entgegen der Darstellung der Polizei in den Medien handelt es sich nach Aussage sorbischer Jugendlicher gegenüber dem Sorbischen Rundfunk des MDR nicht um eine Auseinandersetzung zwischen sorbisch und russisch sprechenden Menschen, sondern um Übergriffe Bautzener Rechtsextremisten auf Sorben.“ Die Täter seien schon durch Zeichen auf der Kleidung klar als Nazis erkennbar gewesen, heißt es.

Damit, so Kosel, trete erneut und am selben Ort das Muster antisorbischer Übergriffe von 2014 zutage, die zwar bundesweite Beachtung fanden, aber bis heute kaum strafrechtlich verfolgt worden sind. „Es ist zwar begrüßenswert, dass nun bereits unmittelbar nach den Taten der Staatsschutz ermittelt, die Öffentlichkeitsarbeit der zuständigen Polizeidirektion sieht aber bisher eher nach Vertuschung als nach Aufklärung aus.“ Kosel fordert daher Polizei und Staatsanwaltschaft auf, diesmal von sich aus alle Möglichkeiten der Aufklärung und Strafverfolgung rasch auszuschöpfen, „ohne wieder erst durch die sorbische Öffentlichkeit zum Jagen getragen werden zu müssen“. (SZ)

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