• Einstellungen
Samstag, 10.11.2018

Kommentar: Rathaus-Doppelspitze fehlte

Daniela Pfeiffer
Daniela Pfeiffer

© Matthias Weber

Endlich das erste öffentliche Podium nach der Sportplatz-Stilllegung in Hagenwerder. Endlich konnte jeder laut aussprechen, was ihn bewegt. Viele nutzten die Chance, um nach Jahren des Schweigens den Mund aufzumachen – nicht nur über den Sportplatz, sondern auch über die Dinge, die kurz nach dem Hochwasser 2010 im Sportzentrum der ISG liefen und über die nie gesprochen werden sollte. Selbst dem Letzten dürfte klar geworden sein: Hier lief nicht alles rund.

Die Bürgerversammlung im Bahnhof wäre die optimale Gelegenheit für die Stadtspitze gewesen, sich zu erklären. Scheinbar hält sie das nicht für nötig, vielleicht will der OB dies aber auch im Ortschaftsrat am Dienstag tun. Aber es wäre der Stimmung zuträglicher gewesen, vor der Bürgerschaft ein paar Worte zu sagen. Welche bessere Chance, die Dinge gerade zu rücken, wenn denn die Stadt – wie sie suggeriert – tatsächlich keine Fehler gemacht hat, hätte es gegeben? Noch immer gibt es offene Fragen, die auch am Donnerstagabend erneut gestellt wurden. Warum kamen nicht der Oberbürgermeister oder der Bürgermeister mit Unterstützung ihrer Fachämter, um die Fragen zu beantworten? Andere trauten sich: Mehrere Stadträte hatten den Mumm, sich vor die Einwohner Hagenwerders zu stellen, Fehler einzugestehen und sich zu entschuldigen. Solche Signale braucht es, um die aufgekochte Stimmung abzukühlen und mit klarem Kopf gemeinsam Lösungen zu suchen.

Desktopversion des Artikels