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Montag, 11.06.2018

Kommentar: Erfolgsmodell Bildungskarte

Von Daniela Pfeiffer

SZ-Redakteurin Daniela Pfeiffer
SZ-Redakteurin Daniela Pfeiffer

© Matthias Weber

Bildung ist teuer. Wer eins, zwei oder gar mehr Kinder im schulpflichtigen Alter hat, kann davon ein Lied singen. Der Einkauf pro Kind zu Beginn jedes neuen Schuljahres kann sich durchaus auf 50 bis 100 Euro belaufen, und das ist nur der reine Schulbedarf. Da sind weder Mittagessen noch Klassenfahrten einberechnet. Viele Familien müssen schon ganz schön sparen, um den Kindern die Englandreise, das Skilager oder die Abschlussfahrt nach Italien ermöglichen zu können. Für die Einkommensschwächsten gibt es Hilfe vom Staat. Was von manchem, der hart fürs Kind spart, sicher nicht wohlwollend gesehen wird. Allerdings ist es für Kinder von ärmeren Familien eine wichtige Sache. So werden sie zumindest in dieser Hinsicht nicht schon in Kindertagen zu Außenseitern der Gesellschaft, können die Klassenreise mitmachen, oder auch mal die neue Federtasche bekommen. Vor allem aber auch außerschulisch Dinge ausprobieren, beim Fußballspielen oder in der Musikschule.

Gerade für Görlitz scheint das so wichtig, ist doch seit Jahren zu beobachten, wie sich die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung immer mehr verändert, wie sich ganze Generationen von Arbeitslosen-Familien entwickeln. Nicht alle können etwas für ihr Lage, aber mitunter ist die Bereitschaft, nur vom Staat zu leben und gut zu leben, doch sehr hoch – ohne jedwede Bemühungen auch jüngerer Menschen um einen Job. Wenn Kinder das zu Hause vorgelebt bekommen, ist die Gefahr groß, dass sie dieses Lebensmodell einmal selbst für sich wählen. Bessere Teilhabe am schulischen und außerschulischen Leben kann das womöglich verhindern. Deshalb ist jeder vom Kreis dafür ausgegebene Euro richtig und wichtig.

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