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Freitag, 12.10.2018

Köttewitzer Todesstrecke wird untersucht

Mit sieben Unglücken in vier Jahren gilt die Straße noch nicht als Unfallschwerpunkt. Trotzdem reagiert der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge jetzt.

Von Heike Sabel

Dieser Unfall am 30. August auf der Straße bei Köttewitz kostete eine junge Frau das Leben. Am übernächsten Tag gab es an dieser Stelle einen weiteren Unfall.
Dieser Unfall am 30. August auf der Straße bei Köttewitz kostete eine junge Frau das Leben. Am übernächsten Tag gab es an dieser Stelle einen weiteren Unfall.

© Marko Förster

Dohna. Binnen dreier Tage wurde die Kurve bei Köttewitz traurig berühmt. Eine 18-Jährige starb bei einem Unfall, eine weitere Frau überschlug sich wenig später mit ihrem Auto. Zufall, Fahrfehler? Oder ist die Strecke einfach gefährlich? Die beiden Unfälle machen die Straße noch lange nicht zu einem Unfallschwerpunkt. In den vier Jahren zwischen dem 14. September 2014 und dem 1. September 2018 haben sich sieben Unfälle ereignet. Hinzu kommen mehrere Wildunfälle.

Die Polizei sieht angesichts dieser Zahlen keinen Grund für weitere Maßnahmen. Es wird also auch keine Geschwindigkeitskontrollen auf der Straße geben. Die Polizei konzentriere sich bei Kontrollen auf wirkliche Unfallschwerpunkte oder auf Straßen vor Schulen und Kindertageseinrichtungen. Viele Kraftfahrer halten die auf der Köttewitzer Kreisstraße erlaubten 100 km/h für zu viel. Das Landratsamt hält dagegen: Man muss ja nicht 100 fahren. Außerdem befindet sich der betreffenden Abschnitt der Straße in einem sehr guten Ausbauzustand und es gebe keine Einschränkungen der Sichtverhältnisse. Trotzdem wird jetzt kurzfristig die Griffigkeit der Asphaltschicht untersucht.

Das war vor Jahren auch auf der Straße zwischen Berggießhübel und Bad Gottleuba gemacht worden. Hier führte es dazu, dass die Straße aufgeraut wurde. Seither passieren hier weniger Unfälle vor allem bei Regen.

Weitere Maßnahmen offen

Das Ergebnis der Griffigkeitsuntersuchung für die Straße in Köttewitz soll bereits Mitte November vorliegen, kündigt das Landratsamt an. Von dem Ergebnis seien dann weitere Entscheidungen abhängig. Das könnten Schilder als auch bauliche Maßnahmen sein. Schilder mag der Landkreis jedoch nicht so. Sein Motto lautet: Den Schilderwald ausdünnen. So wurden in den vergangenen Jahren viele Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgehoben. Das führte zum Beispiel in Dohna und in Bad Gottleuba zu großen Debatten und stieß auf Unverständnis. Der Kreis setzt statt auf Schilder auf die Pflicht der Kraftfahrer, ihre Fahrweise an die Straßen- und Sichtverhältnisse anzupassen. Das stehe immer an erster Stelle. Die Stadt Dohna hat der Einschätzung des Landkreises nichts hinzuzufügen, sagt Bürgermeister Ralf Müller (CDU).