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Freitag, 09.11.2018

Knappensee soll ab 2022 wieder freigegeben werden

Von Andreas Kirschke

Ende 2021 soll die Sanierung des Knappensees weitgehend abgeschlossen, zur Saison 2022 soll der See wieder zugänglich sein. Dies bleibt vorrangiges Ziel des Bergbausanierers LMBV ( Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH ), unterstrich Gerd Richter, Abteilungsleiter Projektmanagement Ost, in dieser Woche in der Sitzung des Lohsaer Gemeinderates. In den vergangenen Monaten traten gleich mehrere Probleme zugleich auf. „Aufgrund eines Klageverfahrens verschoben sich die geplanten Sanierungsmaßnahmen um sieben Monate auf April 2018. Bedingt durch den extrem niedrigen Wasserstand haben die seeseitigen Arbeiten erst im August 2018 eingesetzt“, erläuterte Gerd Richter.

Neue Baufeldfreimachung 2019

„Durch Schaffung neuer Fahrrinnen sollen trotz Niedrigwasser-Stand die seeseitigen Arbeiten im Oktober 2018 wieder aufgenommen werden. Eine weitere Baufeld-Freimachung beginnt im August 2019.“ Die LMBV saniert an mehreren Stellen gleichzeitig. Am Nord-Ufer ist landseitige Rütteldruck-Verdichtung vorgesehen. Am Ost-Ufer geht es um die Holzungen und die Beräumung des Baufeldes. Am Südost-Ufer ist die seeseitige Rütteldruck-Verdichtung vorgesehen, ebenfalls am Nordwest-Ufer.

Bereits fertig saniert hat die LMBV den Bereich an der B 96 von März bis August 2018. Dort kamen Rütteldruck-Verdichter zum Einsatz. 25 500 Kubikmeter kippenähnliche Sande wurden zum Auffüllen des entsprechenden Areals genutzt.

Zweifel an Zeitplan

Starke Zweifel am Zeitplan der LMBV äußerte der Verein Knappenseerebellen. „Die LMBV hat am Knappensee zwei Jahre Bau-Rückstand“, unterstrich der Vorsitzende Werner Petrick. „Sie müsste jetzt mit doppeltem Einsatz enorm aufholen. Das wage ich zu bezweifeln.“ Gerd Richter verwies auf die Aussagen der Sachverständigen. Demnach ist der Zeitplan Fertigstellung bis Ende 2021 durchaus einzuhalten. „Wir haben jedoch auch noch Eigentumsprobleme zu lösen“, räumte er ein. „Das ist juristisch durch das Sächsische Oberbergamt zu klären.“ Einwohner Jörg Mücke aus Groß Särchen fragte zum Landschaftsschutzgebiet „Inseln“ im Knappensee genauer nach. Diese sind vorerst von der Sanierung ausgenommen. Nach der Rutschung im Senftenberger See will die LMBV zunächst jenen Vorfall genau prüfen und auswerten. Wenn dies geschehen ist, so Gerd Richter, will sie sich auch des Themas Inseln im Knappensee annehmen. Jörg Mücke fragte auch nach der künftigen Nutzung des Knappensees durch Boote. Rettungsboote als Motorboote, so Gerd Richter, dürfen künftig darauf verkehren. „Was sonst an Booten fahren darf, muss von der Gemeinde beantragt werden.“

Kritik an Bauschutt-Lagerplatz

Hans-Georg Ziehe, Vorsitzender des Anglervereins 57 Knappensee, wohnt unmittelbar am Südufer des Sees. Er hört und sieht die Rüttler jeden Tag vor sich. „Die LMBV hat so viele Flächen in Beschlag genommen. Wieso muss sie ausgerechnet den Bereich früherer Zeltplatz Z 1 als Platz zur Ablagerung von Bauschutt in Beschlag nehmen?“ fragte er. Zudem verwies er auf die Inseln. Dort leben nach seinen Schätzungen inzwischen bis zu 1 500 Kormorane. „Hunderte steigen jeden Morgen auf. Am Abend kehren sie wieder heim. Das kann nicht so weitergehen. Man muss verhindern, dass sie nächstes Jahr wieder brüten“, meinte er.

Masterplan Knappensee 2.0

Den „Masterplan Knappensee 2.0 – erholsam, naturbelassen, aktiv“ stellte Jens Kieschnick, Bearbeiter Bergbau in der Gemeinde Lohsa, vor. Entstehen soll um den Knappensee – in Abstimmung mit den anderen Anrainer-Kommunen Hoyerswerda und Wittichenau – komplett ein asphaltierter, 3,50 Meter breiter Rundweg. Dieser soll an das Radwege-Netz im Umland angebunden sein. Zwei öffentliche Badestrände soll es künftig geben – an der Strandpromenade Groß Särchen und im Bereich Koblenz. Im Bereich Koblenz soll es auch öffentliche Grünflächen geben. Im Bereich Siedlung Knappenhütte will die Gemeinde Lohsa die baurechtlichen Rahmenbedingungen schaffen. „Es geht um Sicherheit für die Nutzer und darum, Entwicklungsperspektiven für die Zukunft zu schaffen.“ Im Bereich Südufer auf Groß Särchener Seite soll ein Vereinszentrum entstehen. Die LMBV, so Jens Kieschnick, steht in Abwägung mit den Trägern öffentlicher Belange. „Wir hoffen, dass wir 2019 den Bebauungsplan auf den Weg gebracht haben“, unterstrich der Bearbeiter Bergbau der Gemeinde Lohsa.

Für die Tourismus-Wiederbelebung

Einstimmig hat der Gemeinderat am Dienstag beschlosen, einen Maßnahme-Antrag für die Planung der medien- und verkehrstechnischen Erschließung beim Sächsischen Oberbergamt Freiberg einzureichen. Finanziert werden soll diese Planung mit Bund-Länder-Mitteln zur touristischen Entwicklung der Bergbau-Seen (§4). „Zur Wiederbelebung des Tourismus am Knappensee müssen auch die entsprechenden Infrastrukturen wie Verkehrsflächen, Erschließung mit Trinkwasser, Abwasser, Straßenbeleuchtung und mehr neu hergestellt werden“, erläuterte Bürgermeister Thomas Leberecht. „Folglich ist parallel zum Bauleit-Verfahren die Erschließung und Wiedernutzung zu planen. Im Ergebnis soll in der zweiten Stufe ein weiterer Antrag für die Umsetzung der Erschließungsmaßnahmen eingereicht werden.“