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Dienstag, 13.03.2018

Klinik-Personal hält sich wacker

Die Patientenzahlen im Radeberger Krankenhaus sind bei der gegenwärtigen Grippewelle hoch. Aber zum Glück kein Vergleich zum Jahr 1918!

Von Jens Fritzsche

1906 war der Neubau des Radeberger Krankenhauses an der Pulsnitzer Straße eingeweiht worden (das Foto zeigt die Klinik damals). 1918 musste das Haus wegen der schweren Grippe-Epidemie vorübergehend geschlossen werden.
1906 war der Neubau des Radeberger Krankenhauses an der Pulsnitzer Straße eingeweiht worden (das Foto zeigt die Klinik damals). 1918 musste das Haus wegen der schweren Grippe-Epidemie vorübergehend geschlossen werden.

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Radeberg. Die Spitze der diesjährigen Grippewelle dürfte erreicht sein. Davon geht jedenfalls Dr. Matthias Czech aus, der Ärztliche Direktor der Radeberger Asklepios-ASB Klinik. „Es ist schon eine sehr heftige Influenza-Welle, die uns da in diesem Jahr überrollt hat“, macht er auch mit Blick auf die Patientenzahlen im Radeberger Krankenhaus deutlich. „Der Krankenstand beim Personal ist zum Glück nicht sehr hoch, da hat es andere Krankenhäuser ja wesentlich härter getroffen“, verweist Dr. Czech zum Beispiel auf die Oberlausitzkliniken in Bautzen und Bischofswerda. „Aber wir haben in den vergangenen Wochen sehr viele von Grippe betroffene Patienten bei uns betreut.“ Genaue Zahlen werden aber erst zum Ende der Grippesaison vorliegen. Deutschlandweit geht der Ärztliche Direktor von bis zu Tausend Toten aus, die die Grippewelle in diesem Jahr fordern wird. „Eine sehr hohe Zahl“, sagt er.

Aber zum Glück kein Vergleich zur fürchterlichen Grippe, die vor genau einhundert Jahren in Europa wütete, blickt Dr. Matthias Czech auch in die Geschichte des Radeberger Krankenhauses zurück. Denn 1918 forderte die sogenannte Spanische Grippe in Europa fast 40 Millionen Tote, „mehr als der kurz zuvor zu Ende gegangene Erste Weltkrieg“, so der Ärztliche Direktor. Es war auch das einzige Mal in der nun schon 112-jährigen Historie des Krankenhauses, dass die Klinik vorübergehend geschlossen werden musste. „Glücklicherweise sind wir heute sehr viel besser auf solche Epidemien vorbereitet“, macht Dr. Czech deutlich. Ein wichtiger Punkt seien da zum Beispiel die vorsorglichen Schutzimpfungen. Auch, wenn es da in diesem Jahr gerade zu diesem Thema heftige Diskussionen gibt – denn der vor allem eingesetzte Dreifach-Impfstoff hilft offenbar gegen den derzeit vor allem grassierenden B-Virenstamm nicht mit voller Wirkungskraft. Der ebenfalls vorhandene Vierfach-Impfstoff war aber vom zuständigen Robert-Koch-Institut zu spät ins Blickfeld gerückt worden, sodass die Krankenkassen zunächst den preiswerteren Dreifach-Impfstoff favorisiert hatten. „Aber auch der hilft natürlich, zumindest einen Grundschutz aufzubauen“, ist Radebergs Klinikchef überzeugt, dass die Impfung dennoch in jedem Fall eine Wirkung erzielt.

In den nächsten Wochen werden die Erkrankungszahlen aber deutlich zurückgehen, hatte auch bereits das Gesundheitsamt des Landkreises prognostiziert. Zuletzt waren bis zu 400 Neuerkrankungen pro Woche registriert worden, was deutlich mehr waren als in der vergangenen Grippe-Saison.

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