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Freitag, 10.08.2018

Kitagebühr für Geschwisterkinder soll steigen

Bislang hat die Stadt Stolpen Familien mit mehreren Kindern zusätzlich unterstützt. Das ist kein Muss, sagt der Bürgermeister.

Von Anja Weber

© Symbolfoto: Hübschmann

Stolpen. Die Stadt Stolpen muss weiter an der Gebührenschraube für die Kinderbetreuung drehen. Der Zuschuss für Geschwisterkinder, den die Stadt bislang freiwillig geleistet hat, soll wegfallen. Angekündigt wurde dieser Schritt bereits im Herbst letzten Jahres. Da wurden diese Zuschüsse bereits halbiert.

Zur nächsten Ratssitzung am 13. August wird Bürgermeister Uwe Steglich (FDP) den Beschluss dann auch zur Beratung und Abstimmung aufrufen. „Wir sind eine der letzten Städte, die überhaupt noch diesen Zuschuss zahlen. Außerdem ist diese Leistung kein Muss“ sagt er. Andere Städte im Umkreis haben sich bereits vor einiger Zeit davon getrennt. Inzwischen ist offenbar auch Stolpen in der Lage, wo man sich das nicht mehr leisten kann. Diesen Eigenanteil zu den Absenkungsbeträgen hatte die Stadt über Jahre freiwillig gezahlt. Alternative wären nun vermutlich Sparmaßnahmen an anderer Stelle oder die Erhöhung der Steuern und ähnlicher Abgaben der Stolpener möglich.

Vorberaten wurde die komplette Streichung der Zuschüsse bereits im Herbst letzten Jahres. Damals wurden die Gebühren für die Betreuung ab dem 1. Januar dieses Jahres generell angehoben. Für Verärgerung unter den Eltern sorgte allerdings nicht die Steigerung der Gebühren, sondern vielmehr der weiterführende Beschluss des Stadtrates. Das Gremium hatte sich im Herbst 2017 ebenfalls dazu verständigt, dass die Stadtverwaltung diese sogenannten Absenkungsbeiträge für das zweite und jedes weitere Kind halbiert. Für die Eltern mit zwei oder mehreren Kindern in Kindereinrichtungen hieß das bereits, dass sie ab 1. Januar 2018 tiefer in die Tasche greifen und den bisherigen Zuschuss der Stadt aus der eigenen Geldbörse ausgleichen mussten. Am konkreten Beispiel bedeutet das zum Beispiel, dass Eltern, die ein Kind in der Kinderkrippe und zwei Kinder im Kindergarten haben, seit Januar 295,45 Euro Gebühren monatlich zahlen. Die Stadt unterstützt das derzeit noch mit einem halbierten Zuschuss für das zweite und dritte Geschwisterkind von insgesamt 30,79 Euro. Davor lag die freiwillige Leistung noch bei 62 Euro. Wird der Beschluss am Montag so gefasst, würde dann eben jene besagte Familie 326,24 Euro zahlen. Das finden die Eltern schlecht für das familienfreundliche Image, mit dem die Stadt wirbt, und für das private Budget der Familien sowieso. Derzeit sind es rund 400 Kinder, die entweder Kinderkrippe, Kindergarten oder Schulhort besuchen. Die Stadt Stolpen zahlt derzeit einen Gesamtzuschuss von 880 000 Euro im Jahr für die Kindereinrichtungen in Stolpen, Lauterbach und Langenwolmsdorf.

Ratssitzung: 13. August, 19 Uhr im Ratssaal im Alten Amtsgericht, Markt 26.

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