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Dienstag, 19.06.2018

Kita-Gebühren in Kreischa steigen im August

Immer mehr Kinder werden in Einrichtungen in der Gemeinde betreut. Doch nicht nur deshalb erhöhen sich die Beiträge.

Von Stephan Klingbeil

Das „Zwergenparadies“ am Kirchweg ist eine von fünf Kita-Standorten in Kreischa, in denen Kinder betreut werden. Nicht nur in Kreischa, auch in Freital, Bannewitz und Glashütte werden jetzt neue Gebühren kalkuliert.
Das „Zwergenparadies“ am Kirchweg ist eine von fünf Kita-Standorten in Kreischa, in denen Kinder betreut werden. Nicht nur in Kreischa, auch in Freital, Bannewitz und Glashütte werden jetzt neue Gebühren kalkuliert.

© Karl-Ludwig Oberthür

Kreischa. Die Kinderbetreuung in Kreischa wird teurer. Zum 1. August dieses Jahres werden die Beiträge für Eltern, die ihre Kinder in Krippe, Kindergarten, Hort und Tagespflege betreuen lassen, erhöht. Das beschloss kürzlich der Gemeinderat. Eltern zahlen so künftig etwa für eine neunstündige Krippenbetreuung ihres unter dreijährigen Kindes 204,49 Euro pro Monat – das sind über 23 Euro mehr als momentan und der höchste Wert bei dieser Beitragssteigerung. Für andere Betreuungszeiten soll der Anstieg nun im selben Verhältnis erfolgen.

Für Kindergartenkinder, also Mädchen und Jungen ab drei Jahren, zahlen Eltern künftig bis zu 14,11 Euro mehr, das wären fortan 148,10 Euro pro Kind. Im Schulhort werden es dann bis zu 1,51 Euro mehr sein.

Bereits für 2017/18 waren die Beiträge erhöht worden. Allerdings hatte Kreischa die Kosten im Jahr davor gesenkt. Die erneute Erhöhung hängt mit der Betriebskostenanrechnung der Gemeinde für 2017 zusammen. Die Kosten werden im Schnitt zu einem Viertel mit den Elternbeiträgen und zu rund einem Drittel über Zuschüsse vom Freistaat finanziert. Den Großteil der Kosten stemmt einmal mehr die Gemeinde.

„Der Anteil der Gemeinde ist bei der Krippe deutlich, beim Kindergarten leicht gestiegen“, sagt Bürgermeister Frank Schöning (FBK). „Der vom Gesetzgeber erhöhte Landeszuschuss konnte die höheren Betriebskosten nur im Bereich Hort ausgleichen, da dort der Betreuungsschlüssel unverändert geblieben ist.“ So werden im Kindergarten mittlerweile zwölf Steppkes von einem Erzieher betreut, in der Krippe ist das Verhältnis seit dem Vorherbst 5,5:1.

Ferner gab es Tarifanpassungen, denn Kita-Betreuer erhalten für ihre Arbeit mehr Geld – für Kreischa seien das etwa 100 000 Euro mehr. Obendrein gab es höhere Aufwendungen für die Unterhaltung der Gebäude, in denen Kinder betreut werden. In Kreischa gibt es fünf Kita-Standorte, die die Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen als Träger betreibt. Für den Hort am Lehmberg ist die Gemeinde zuständig. In allen Einrichtungen genauso wie bei den drei Tagesmüttern in Kreischa gelten die neuen Beiträge.

Auch wechsle laut Rathaus im Sommer „ein starker Jahrgang“ von rund 60 Kindern vom Kindergarten in den Hort. So gebe es wohl – noch – „nicht abzuschätzende Kostenverschiebungen“. Überhaupt gibt es in Kreischa mit seinen rund 4 500 Einwohnern immer mehr Kinder. Lebten vor zehn Jahren 41 Krippenkinder dort, sind es heute 84. Seit 2008 stieg auch die Zahl der Kinder, die in Kindergärten und Hort gehen.

Im Vergleich zu den Nachbarkommunen zahlen Kreischaer Eltern aber teils mit die niedrigsten Beiträge. Nimmt man dazu den jeweiligen Höchstsatz, also die neunstündige Kita-Betreuung vom ersten Kind einer Familie als Maßstab, kommt man zu dem Ergebnis. Für einen entsprechenden Krippenplatz zahlt man in Freital, Dresden, Bannewitz und Dohna mehr. In Müglitztal ist es mit 242,67 Euro aktuell am teuersten.

Für die Kindergartenkinder sind je nach Kommune von 130,79 Euro in Freital und 154,04 Euro in Müglitztal pro Monat fällig. Hier liegt Kreischa im oberen Mittelfeld. Beim Hort gibt es Beiträge von 72,56 Euro in Freital und 79,50 Euro in Bannewitz bis hin zu 85,46 in Müglitztal. Auch hier zahlen Kreischaer Eltern mit am wenigsten – momentan ist das jedenfalls noch so.

Denn in den umliegenden Gemeinden wird noch gerechnet. Daher stehen die neuen Beiträge dort noch nicht fest. In Glashütte und Müglitztal verweist man darauf, dass die Zahlen fristgerecht bis Ende Juni feststünden. In Bannewitz sollen die Betriebskosten von 2017 und die Elternbeiträge im Gemeinderat am 26. Juni vorgestellt werden. Ähnlich sieht es in Freital aus. Auch hier sollen die neuen Zahlen Ende Juni im Stadtrat präsentiert werden.

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