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Donnerstag, 12.07.2018

Kirchtürmchen wieder bekrönt

Im August soll die Turmsanierung abgeschlossen sein. Die Kirche wird nach ihrer Kriegszerstörung bald 70 Jahre alt.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Für fast 100000 Euro wird der Linzer Kirchturm saniert. Nach dem Wiederaufbau 1948 ist die Kirche dieses Jahr 70 Jahre alt.
Für fast 100 000 Euro wird der Linzer Kirchturm saniert. Nach dem Wiederaufbau 1948 ist die Kirche dieses Jahr 70 Jahre alt.

© Kristin Richter

Linz. Der Dachreiter der Linzer Kirche wird gerade erneuert. Hier gab es Schäden, die die Standsicherheit gefährdeten und eine dringende Reparatur erforderten, heißt es aus der Kirchgemeinde. Beantragt wurden von Schönfeld-Linz-Ponickau bereits im Vorjahr Zuschüsse zur Sanierung dieses Teiles des Daches mit eingebautem Glockenstuhl. Nun ist diese Sanierung fast abgeschlossen. Die Zimmerei Klimke aus Königsbrück bekam den Auftrag für die Arbeiten, die Volker Partzsch aus Ebersbach plante.

1575 war das Gotteshaus durch den damaligen Kirchenpatron Christoph von Polenz an der südwestlichen Ecke des Schlossparkes entstanden. Nach alten Überlieferungen soll Christoph von Polenz, außer den von hiesigen Einwohnern zu leistenden Fuhren und Handarbeiten, die ganze Kirche auf seine Kosten erbaut haben. Das war auch jener Polenz, der die alte Wasserburg zum Schloss umbauen ließ.

Ursprünglich befand sich in der Mitte des Daches ein Türmchen, auch Dachreiter genannt. Dieses war 1725 baufällig geworden. Ein neues Satteltürmchen konnte wegen Geldmangels erst 1747 auf der nördlichen Giebelseite erbaut werden.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 traf es das Kirchengebäude noch schlimmer. Durch einen Kriegstreffer der Roten Armee wurde es schwer zerstört. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Kirchenvorstand und Pfarrer sowie der großen Opferbereitschaft der Ortsgemeinde konnte das wiederhergestellte Gotteshaus am 12. Dezember 1948 erneut in Dienst gestellt werden. Genau in dem Jahr, in dem das Schloss abgerissen wurde. Selbst die Kirchenbehörden diktierten eigentlich auch den Abriss des Gotteshauses. Der zerstörte Dachreiter wurde beim Neuaufbau durch ein anmutiges Zwiebeltürmchen ersetzt – nach Plänen des Architekten Kiesling. Das hat Linz übrigens seinen schlesischen Vertriebenen zu verdanken. Die setzten sich mit für den Wiederaufbau der Kirche ein.

1948 ist das Kirchtürmchen also letztmalig neugebaut worden – vor 70 Jahren. Anlässlich des 400-jährigen Jubiläums 1975 wurde das gesamte Gebäude innen und außen allerdings grundlegend renoviert. Doch am Tragwerk des Turmes hatte der Zahn der Zeit genagt. Die Zimmerei Klimke baut die Turmteile nun aus Lerchenholz neu. „Fünf der zwölf Hauptstützen wurden ausgetauscht“, sagt Pierre Klimke, der mit seiner Firma seit Juni in Linz arbeitet. Auch die Kuppel und der Zwiebelturm wurden erneuert. Anfang August soll die Turmbekrönung feierlich wieder aufgesetzt werden. „Dann kommen in die Turmkugel wie üblich aktuelle Fotos und Dokumente“, sagt Pfarrer Frank Dregennus. Mehr als 85 000 Euro kostet die Sanierung des Kirchturmes insgesamt, vom Heidebogen gab es rund 17 000 Euro Zuschuss, also 20 Prozent.