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Donnerstag, 08.11.2018

Kiebitz bleibt Baustelle

Auf dem ersten Abschnitt der Ortsdurchfahrt rollt es ab nächste Woche wieder. Doch es ist noch viel mehr geplant.

Von Sylvia Jentzsch

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Die Mädchen und Jungen der Kita „Haus der Sonnenkinder“ freuen sich schon darauf, dass der Platz vor der Kita im nächsten Jahr neu gestaltet ist. Zurzeit laufen die Arbeiten zur Erweiterung der Kapazität im Obergeschoss.
Die Mädchen und Jungen der Kita „Haus der Sonnenkinder“ freuen sich schon darauf, dass der Platz vor der Kita im nächsten Jahr neu gestaltet ist. Zurzeit laufen die Arbeiten zur Erweiterung der Kapazität im Obergeschoss.

© Dietmar Thomas

Die Bushaltestelle in der Ortsmitte von Kiebitz wurde aus Sicherheits- und Platzgründen ein wenig versetzt. Ab dem 12. November wird sie wieder angefahren.
Die Bushaltestelle in der Ortsmitte von Kiebitz wurde aus Sicherheits- und Platzgründen ein wenig versetzt. Ab dem 12. November wird sie wieder angefahren.

© Dietmar Thomas

Der Transformatorenturm an der Kreisstraße soll im nächsten Jahr verputzt werden. Im Jahr 2015 wurde bereits das Dach saniert.
Der Transformatorenturm an der Kreisstraße soll im nächsten Jahr verputzt werden. Im Jahr 2015 wurde bereits das Dach saniert.

© Dietmar Thomas

Ostrau. Das Warten hat ein Ende. Die Bauarbeiten für die Erweiterung und den Umbau der Kita „Haus der Sonnenkinder“ in Kiebitz soll in den nächsten Tagen beginnen. Den Auftrag dafür erhielt der Maurerhandwerksbetrieb Hans-Jürgen Ritschel aus Schlagwitz. Er gab mit rund 75 000 Euro das wirtschaftlichste Angebot von fünf Unternehmen ab.

Im bisher fast ungenutzten Obergeschoss sollen nun zwei Gruppenräume, eine Garderobe, ein Erzieherbüro und ein Sanitärraum geschaffen werden. Darin sollen künftig 24 Krippen- und bis zu 36 Kindergartenkinder Platz haben. Die Plätze werden auch dringend benötigt.

Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) ist froh, dass die Bauarbeiten nun endlich beginnen können. „Die Vorbereitung der Ausschreibung hat verhältnismäßig lange gedauert. Weil das Gebäude alt ist, waren viele Voruntersuchungen notwendig. Das Planungsbüro hat akribisch gearbeitet, sodass mit wenig Nachträgen gerechnet werden muss“, erklärte der Bürgermeister. Geplant ist außer der Erweiterung auch der Abriss des Nebengebäudes. Diese geräuschintensiven Arbeiten sollen während der Schließzeiten erfolgen. Künftig soll auch das Außengelände vor der Kita gestaltet werden (DA berichtete). Insgesamt sollen die Erweiterung und der Umbau der Kita 280 000 Euro kosten. Die Gemeinde bekommt Fördergeld aus dem Leader-Programm der Lommatzscher Pflege. Sie selbst muss etwa 70 000 Euro für das Vorhaben aus dem Gemeindehaushalt bezahlen.

Wegen der langen Lieferzeiten wurde auch schon von den Räten beschlossen, wer die Neuausstattung der 30 Kita-Plätze übernimmt. Vier Angebote lagen der Gemeinde vor. Die Räte haben den Auftrag an die Handelsvertretung Marlies Gorsleben in Aindling (Bayern) in Höhe von 46 000 Euro vergeben. Rätin Heike Grundmann fragte nach, ob es nicht auch Anbieter für die Ausstattung von Kitas in der Region gebe. „Zwei der Angebote sind aus Sachsen. Doch sie sind die teuersten“, so Schilling.

Änderungen beim Busfahrplan

Mit dieser Auftragssumme wird das bereits bestätigte Fördergeld nicht ausgeschöpft. Es stehen mit Eigenmitteln noch 21 600 Euro zur Verfügung. „Das Geld soll in Abstimmung mit der Kita-Leitung und der Fördermittelstelle für die weitere Ausstattung verwendet werden. Das könnte zum Beispiel eine Computeranlage sein“, so Schilling.

Für den 9 . November ist die Verkehrsfreigabe für den ersten Bauabschnitt der Kreisstraße durch Kiebitz geplant. Ab dem 12. November wird dann auch der Schulbus wieder fast an der gleichen Stelle abfahren wie vor Beginn des Straßenbaus. Eine neue Bushaltestelle entsteht noch in diesem Monat etwas weiter in Richtung Töllschützer Berg. Notwendig war die Versetzung, weil sich die Sichtverhältnisse verbessern sollen und auch mehr Platz für die Wartenden ist. Das alte Buswartehaus wird aufgearbeitet und kommt an die Haltstelle in Obersteina. Nun haben auch hier die Kinder, die auf den Schulbus warten, einen Schutz.

Der Transformatorenturm direkt an der Kreisstraße ist laut der Denkmalliste von Sachsen von großem bau- und ortsgeschichtlichen Wert. Er wurde der Gemeinde von Envia übertragen, nachdem er nicht mehr genutzt wird. Bereits 2015 ist das Dach des Turmes neu gedeckt worden. „Um den Transformatorenturm weiter zu erhalten, muss die Fassade ausgebessert und verputzt werden“, sagte Dirk Schilling. Der vorhandene Putz sei lose und durch Witterungseinflüsse stark beansprucht worden. Das Ziegelwerk liege frei, so der Bürgermeister. Damit das Objekt neu verputzt werden kann, beschlossen die Gemeinderäte, ein finanzielles Budget in Höhe von 11 400 Euro für dieses Vorhaben in den Haushalt für 2019 einzuplanen. Dabei handelt es sich um ein Orientierungsangebot. Ein Teil der Kosten soll von der Denkmalförderung übernommen werden. Das sind 6 800 Euro, sodass die Gemeinde einen Eigenanteil in Höhe von 4 600 Euro hat. Der am Hang stehende Trafoturm wurde vermutlich in den 1920er-Jahren erbaut. Wegen der Hanglage hat er auch ein Kellergeschoss aus Bruchsteinmauerwerk. Das wurde bereits im Zuge der Straßenbaumaßnahme in Ordnung gebracht. Im Denkmalschutzkatalog heißt es, der Turm sei Zeugnis der Elektrifizierung des Dorfes Kiebitz, deshalb erlange dieses Standardbauwerk ortsgeschichtliche Bedeutung.

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