• Einstellungen
Freitag, 09.11.2018

Keine Einigung im Tarifstreit

Die Tarifverhandlungen für die Erzieher sind weiterhin ein Thema in der Kita „Pfiffikus“. Die Meinungen dazu sind geteilt.

Von Sylvia Jentzsch

Die Kita „Pfiffikusland“ in Geringswalde hat zwei Standorte. Insgesamt werden knapp 250 Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder betreut.
Die Kita „Pfiffikusland“ in Geringswalde hat zwei Standorte. Insgesamt werden knapp 250 Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder betreut.

© Dietmar Thomas

Geringswalde. Ein erneuter Versuch, den Trägerverein Lebenshilfe der Kita „Pfiffikusland“ in Geringswalde zur Aufnahme von Tarifverhandlungen für die Beschäftigten zu bewegen, blieb erfolglos. Das teilte der Sächsische Erzieherverband mit. Am Montag hatte der Betriebsrat den Verein, Vertreter des Sächsischen Erzieherverbandes und Eltern zu seiner ersten Betriebsratssitzung eingeladen.

Während der Verband davon spricht, dass es weiterhin keine Bereitschaft zur Aufnahme von Tarifverhandlungen gibt, sieht das die Verwaltungsleiterin der Lebenshilfe Margitta Demmler ganz anders. Sie sagt, dass es zur Betriebsratssitzung ein konstruktives Gespräch über die künftige Zusammenarbeit des Betriebsrates mit Vertretern des Vereins sowie über Schulungen des Betriebsrates gegeben habe.

Auch in anderen Punkten gehen die Informationen der beiden Parteien weit auseinander. In der Pressemitteilung des Sächsischen Erzieherverbandes heißt es: „Mittlerweile besteht aufgrund der Personalsituation die Gefahr, dass die Betreuung nicht mehr aller Kinder gewährleistet werden kann.“ Darüber seien die Mitglieder des Stadtrates von der Vertreterin des Sächsischen Erzieherverbandes per Mail informiert worden, teilte dieser mit.

Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) kann weder bestätigen, dass es eine Mitteilung an die Räte gab, noch das die Betreuung der knapp 250 Kinder nicht gewährleistet werden könnte. „Im Übrigen sind wir immer im Kontakt mit dem Träger der Kita, um gemeinsam die Aufgaben bestmöglich meistern zu können“, sagte der Bürgermeister.

Die Betreuung der Kinder sei natürlich gesichert, bestätigte auch Margitta Demmler. Es gebe Gründe, warum drei Mitarbeiterinnen zurzeit nicht tätig sind, die allerdings nicht mit der Bezahlung im Zusammenhang stehen würden. „Die Mitarbeiterinnen in der Kita haben einen guten Stundenlohn“, so die Verwaltungsleiterin. Grundsätzlich würde sie den Mitarbeitern gern mehr Gehalt zahlen. „Doch wir bekommen das Geld für das Personal aus unterschiedlichen Quellen und müssen jedes Mal neu verhandeln“, sagte Demmler. Im Fall der Kita tragen die Stadt Geringswalde, der Freistaat und die Eltern anteilmäßig die sogenannten Betriebskosten, in denen auch das Geld für das Personal eingerechnet wird.

„Wer bei uns einen Arbeitsvertrag unterschreibt, weiß, dass wir nicht tarifgebunden sind, ein eigenes Gehaltsgefüge haben“, sagte Margitta Demmler. Und dass Stellen nicht nachbesetzt werden konnten, liege nicht an der Bezahlung, sondern am allgemeinen Fachkräftemangel. Dem Verein ist es nicht gleichgültig, was gerade passiert“, so Demmler. So gab es Belegschaftsversammlungen für alle Mitarbeiter , in denen über die Lohngestaltung und die Zusammensetzung der Gehaltszahlungen gesprochen wurde.

„Schon seit 20 Jahren ist die Lebenshilfe Döbeln Träger der Kita in Geringswalde. Bis jetzt gibt es keine Tarifverträge. Mit jeder Erzieherin wird ein individuelles Gehalt vereinbart. Sie verdienen weniger als ihre Kolleginnen in kommunalen Kitas“, heißt es in der Mitteilung des Erzieherverbandes. Im Mai war fast die komplette 25-köpfige Belegschaft der Kita in die Gewerkschaft eingetreten, um ihren Forderungen Nachdruck verleihen zu können.

Desktopversion des Artikels