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Montag, 11.06.2018

Kein Grund zur Sorge

Von Daniel Klein

© robertmichaelphoto.de

Nur noch wenige werden sich an das 2:2 gegen Kamerun erinnern. Ist nicht schlimm und auch schon vier Jahre her – außerdem war es gleich wieder vergessen. Zwei Wochen nach diesem trostlosen Kick der deutschen Nationalelf wurde im ersten WM-Spiel Portugal mit 4:0 geschlagen. Was danach folgte, ist im kollektiven Gedächtnis geblieben.

Die Niederlage gegen Österreich und der schmeichelhafte Sieg gegen Saudi-Arabien sind also keinesfalls unerfreuliche Premieren in der unmittelbaren Vorbereitung auf eine Weltmeisterschaft. Es gibt einige Vorgänger: 2006 ein Unentschieden gegen Japan, 2002 sogar eine Niederlage gegen Wales. Und welche Folgen hatten diese besorgniserregenden Tests für das Turnier? Keine.

Es deutet viel darauf hin, dass es diesmal ähnlich sein wird. Wer noch zweifelt, sollte sich an die Qualifikation erinnern: keine Niederlage, kein Unentschieden, zehn Siege. Die Aussagekraft von Freundschaftsspielen hält sich dagegen – und das gilt nicht allein fürs deutsche Team – in überschaubaren Grenzen. Hinzu kommt: Fast alle Plätze in Jogis Startelf sind seit Langem vergeben, warum also sollten Stammspieler kurz vor dem WM-Start viel riskieren – und damit eine Verletzung?

Der Bundestrainer wird all das richtig einordnen, was aber auch bedeutet, dass er vor zu viel Selbstgefälligkeit warnen muss. „Wird wie immer schon werden“ ist kein geeignetes WM-Motto. Steigern müssen sich alle Spieler. Ein 4:0-Erfolg zum Auftakt wird es vielleicht nicht wieder, muss es aber auch gar nicht.

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