• Einstellungen
Dienstag, 12.06.2018

Kein Fortschritt am Blauen Wunder

Von Julia Vollmer

Zu den Hauptverkehrszeiten drängeln sich die Autos auf dem Blauen Wunder.
Zu den Hauptverkehrszeiten drängeln sich die Autos auf dem Blauen Wunder.

© Rene Meinig

Dresden. Die Sanierung des Blaues Wunders könnte noch länger dauern als gedacht. „Verzögerungen der Arbeiten bis 2025 sind denkbar“, so Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) am Montagabend im Rahmen einer Diskussionsrunde in Loschwitz. Die Grünen-Stadträte Christiane Filius-Jehne und Wolfgang Deppe hatten Anwohner eingeladen, um unter dem Motto „Wie weiter am Blauen Wunder“ über die Verkehrssituation zu diskutieren.

Der Baubürgermeister geht davon aus, dass die Sanierung bis 2023 oder eben bis 2025 dauern könnte. „Bei der Abstrahlung der Brücke sind Probleme mit der Lautstärke für die Anwohner denkbar“, so Schmidt-Lamontain. Um die Bewohner nicht zu stark zu belasten, müsse mit weniger Strahlern gearbeitet werden. Das kostet mehr Zeit. Es gäbe aber dringenden Handlungsbedarf, sagt der Bürgermeister.

An der Brücke seien Verformungen sichtbar und starke Erosionsschäden. Im kommenden Jahr wird nun erst mal der Gehweg vom Körnerplatz Richtung Schillerplatz saniert. In den Jahren 2019 bis 2025 die Stahlteile und die Pfeiler saniert und ausgetauscht. Im kommenden Jahr müsse die Stadt laut Bürgermeister 900 000 Euro investieren, in Summe bis 2030 ganze 52,7 Millionen Euro.

Raoul Schmidt-Lamontain bestätigt noch einmal, dass während der Bauarbeiten nur zwei Fahrspuren auf der Brücke offen bleiben werden. Doch große Probleme sieht er dabei nicht. „Laut unserer Messung gibt es Probleme mit dem Rückstau an den Ampeln nur in der Zeit zwischen 7 und 8 Uhr am Morgen.“ Betroffen seien nur 400 Autos.

Die Anwohner sahen das nicht so gelassen wie der Baubürgermeister. „Wir stehen jetzt schon täglich im Stau, wie soll das dann erst werden?“, fragten einige vor und nach der Diskussionsrunde. Schmidt-Lamontain äußerte Verständnis für die Bürger, wies aber mehrfach auf den dringenden Handlungsbedarf hin. „Wir kommen um eine Sanierung nicht rundrum, auch um Sperrungen nicht“, betonte er.

Seit Jahren soll das Blaue Wunder umfassend saniert werden. Doch aufgrund des fehlenden Geldes mussten die Arbeiten immer wieder verschoben werden. Nicht deshalb, sondern wegen der fehlenden Baufirmen war der Baustart im April geplatzt. Die Firmen sind gut ausgelastet. Zudem hatten die beiden Bieter das Dreifache der für den Stahlbau kalkulierten 1,2 Millionen Euro verlangt.

Desktopversion des Artikels