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Donnerstag, 14.06.2018

Kein Familienfest: Organisator wirft das Handtuch

Sebastian Grubert ist enttäuscht. In Jahmen scheitert es an Helfern.

Von Constanze Knappe

Sebastian Grubert wollte nicht meckern, es sei nichts los, sondern selber etwas tun. Erfolg hatte er damit leider keinen.
Sebastian Grubert wollte nicht meckern, es sei nichts los, sondern selber etwas tun. Erfolg hatte er damit leider keinen.

© Constanze Knappe

Die Enttäuschung steht Sebastian Grubert ins Gesicht geschrieben. Er hat extra den Urlaub mit seiner Familie verkürzt, um am Wochenende beim Familienfest in Jahmen da zu sein. Schließlich ist er dessen Organisator. Sebastian Grubert ist da. Doch das Familienfest am 16. Juni findet nicht statt. „Es scheitert an fünf ehrenamtlichen Helfern“, sagt er. Traurig schüttelt er den Kopf.

Früher habe es Dorffeste in Klitten gegeben, die jedoch Anfang der Neunziger-Jahre eingestampft wurden. „Man müsste mal einen Neustart wagen“, dachte er sich im vorigen Jahr. Ganz klein mit einem Kinderfest beginnen, welches ja dann langsam größer werden könnte. So die Idee. Die stellte er, um Verbündete zu finden, Anfang des Jahres den Vereinen vor. Parallel dazu suchte er im Amtsblatt der Gemeinde Mitstreiter. Sein Vorhaben stieß auf großes Interesse. Monatlich bat er im Amtsblatt um weitere Unterstützer, monatlich fanden auch die Treffen der Organisatoren statt. Doch je näher das Fest rückte, umso mehr Leute sprangen ab. Im Januar waren es zwölf Interessenten, die bei der Organisation und ebenso bei der Durchführung des Festes helfen wollten. Im März waren es noch halb so viele. Beim Treffen im April waren sie nur noch zu viert: zwei Leute vom Bürgerverein sowie Marie Ulber und Peter Ansorge, die sich als Privatpersonen einbrachten. Bei 1 500 Einwohnern in der Altgemeinde Klitten empfindet Sebastian Grubert das als „eine richtige Klatsche“.

„Es wäre ein tolles Fest geworden“, davon ist er überzeugt. Mehr als 60 Stunden seiner Freizeit, dazu etliche Kilometer für Fahrten zu Absprachen, hat er selbst darauf verwandt, Partner zu finden wie Bastelstation, Kinderschminken, Kettensägenkünsler, Eiswagen oder Gulaschkanone ... Vereine wollten das Fest unterstützen – wie der Angelverein Uhyst, die Traktorenfreunde Kreba, Freiwillige Feuerwehr, Kita und Bürgerverein Klitten. Auch der Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst, der nach Aussage von Sebastian Grubert für jeden Spaß zu haben ist, hatte zugesagt. Die Gemeinde Boxberg übernahm die Versicherung und Bürgermeister Achim Junker die Schirmherrschaft. Letztlich fehlten noch fünf freiwillige Helfer für Eintritt und Getränkeausschank. „Nach drei Monaten Zusage hat der Jugendklub plötzlich abgesagt. Das ist mir einfach unverständlich“, macht sich Sebastian Grubert Luft. Man merkt ihm an, wie die Wut in ihm hochsteigt. Er hatte fest mit den Jugendlichen gerechnet. Mit der Absage geriet die ganze Planung in Schieflage. Er warf das Handtuch. Nur mit vagen Zusagen sei ihm das Risiko zu groß geworden. So blieb ihm nichts anders übrig, als das Familienfest im Park in Jahmen abzusagen.

Ein neuer Versuch 2019? Vielleicht ...

„Der Dampf ist erst mal raus“, erklärt der Bauunternehmer enttäuscht. Seit 2015 führt er seinen eigenen Betrieb, beschäftigt acht Mitarbeiter. Das Familienfest organisierte der 32-Jährige jedoch als Privatperson. Weniger für seine eigenen Kinder, die erst drei und ein Jahr alt sind. „60 Kinder gehen in die Kita in Klitten, da hätte ein solches Familienfest schon Sinn gemacht. Schade drum“, sagt Sebastian Grubert, der selbst in Jahmen aufgewachsen ist.

Wenn die Enttäuschung gesackt ist, vielleicht wagt er 2019 mit Unterstützung des FDP-Ortsverbands NOL einen neuen Anlauf. Dass er es als Privatperson gänzlich allein noch einmal angeht, kann er sich im Moment jedenfalls nicht vorstellen.