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Dienstag, 10.07.2018

Kein Extra-Geld für Bad Muskaus Eishockey-Abteilung

Die SPD-Fraktion kam im Stadtrat mit ihrem Antrag nicht durch. Die Sportler zahlen hohe Gebühren für die Eisarena.

Von Anja Wallner

© Rolf Ullmann

Bad Muskau. Keine Chance hatte die SPD-Fraktion im Stadtrat mit ihrem Antrag, der traditionsreichen, seit 54 Jahren bestehenden Abteilung Eishockey des SV Rot-Weiß Bad Muskau einen jährlichen Sportstättenzuschuss von 6 000 Euro zu zahlen, so lange sie für die Nutzung der Eishalle Abgaben an die Stadt Weißwasser zu zahlen hat. Das geht nämlich ins Geld. Im vergangenen Jahr musste der Verein, der für den Trainings- und Spielbetrieb auf die Eisarena in Weißwasser angewiesen ist, laut Antragspapier rund 12 000 Euro an die Stadt abdrücken. Diese Nutzungsgebühr frisst Sponsoringgelder und Mitgliedsbeiträge. Und diese Gebühren sollen nach Angaben von SPD-Stadtrat Holger Daetz erhöht werden. Fahrtkosten sind unter anderem auch zu bezahlen. „Der Eishockeysport gerät in eine finanzielle Misere, deshalb haben wir im konkreten Fall um finanzielle Unterstützung gebeten“, erklärte er.

Andere Stadträte zeigten sich davon wenig beeindruckt, im Gegenteil. „Sie beantragen hier eine freiwillige Leistung der Stadt für vielleicht 17 Leute, die Eishockey spielen. Das ist etwas vermessen“, hieß es seitens der CDU. Siegmar Nagorka (CDU) wies darauf hin, dass man in Bad Muskau rund 17 Vereine habe. „Und es gibt wohl keinen, der keine finanziellen Probleme hat. Die würden sich alle über 6 000 Euro freuen – die wir als Stadt aber nicht haben.“ Die Stadt könne schlecht einen Verein bevorzugen. Und wenn man allen diese Summe gebe, dann sei man bei insgesamt reichlich 100 000 Euro.

Heidemarie Knoop (Die Linke) hingegen beantragte ihrerseits, den Vereinszuschuss für den SV Rot Weiß auf 10 000 Euro zu erhöhen. „Und der Verein klärt das mit dem Eishockey.“ Sie begründete ihr Ansinnen damit, dass der Verein zwei Sportplätze in Bad Muskau pflege, viele Mannschaften im Spielbetrieb habe, 120 Kindern beschäftige und den Namen der Stadt nach außen trage. Zur Finanzierung des Ganzen wurde die Kommunalpauschale des Landes in die Waagschale geworfen, da die anteilig ohnehin zur Vereinsförderung verwendet werden soll.

Bei der Abstimmung fielen beide Anträge durch. Zuvor hatte sich auch Kämmerin Anita Handschack zu Wort gemeldet und die muntere Diskussion unterbrochen. Nämlich mit dem Hinweis auf die finanzielle Lage der Stadt: Bad Muskau befindet sich in der Haushaltskonsolidierung. Die Stadt ist auf einen Kassenkredit, also eine Art Dispo für Kommunen angewiesen, hat eine Haushaltssperre verhängt und beim Land einen Antrag auf Bedarfszuweisung laufen, einen Notgroschen für klamme Kommunen. Um den zu kriegen, muss man sich ziemlichen Restriktionen unterwerfen. Eine Liste der freiwilligen Leistungen, dazu zählt auch die Vereinsförderung, muss die Stadt bis September dem Finanzministerium zukommen lassen.