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Freitag, 12.10.2018

Karpfen im Netz

Sonnabend ist Schaufischen in Koselitz. Mit der Ernte ist der Teichwirtschafts-Chef trotz des Dürre-Sommers bisher zufrieden.

Von Eric Weser

Ein Karpfen liegt anlässlich der Eröffnung der sächsischen Karpfensaison in einem Kescher. Auch in Koselitz wird am Sonnabend abgefischt.
Ein Karpfen liegt anlässlich der Eröffnung der sächsischen Karpfensaison in einem Kescher. Auch in Koselitz wird am Sonnabend abgefischt.

© Sebastian Kahnert/dpa

Koselitz. Der Stöpsel ist schon gezogen, sagt Thomas Richter lachend. Muss er auch, damit das Schaufischen am Sonnabend am Wehrfeldteich stattfinden kann. Ziemlich genau eine Woche braucht es, damit das Wasser so weit aus dem Gewässer zwischen Koselitz und Pulsen in die Geißlitz abläuft, dass abgefischt werden kann.

Gestartet ist die Erntesaison bei der Koselitzer Teichwirtschaft vor reichlich vier Wochen. Sie wird noch bis November andauern. Nach dem Befischen der ersten vier Teiche mit zwei- und dreijährigen Karpfen zieht Thomas Richter eine positive Zwischenbilanz: „Es sieht bisher sehr gut aus.“ Eine knappe Tonne Fisch pro Hektar. Das sei im Vergleich ein sehr ordentlicher Ertrag. „In manchen Jahren war es nur die Hälfte.“

Den Dürre-Sommer dieses Jahres hat die Koselitzer Teichwirtschaft also womöglich ganz gut überstanden. Die Befürchtungen, dass es zu Sauerstoffmangel im Wasser und damit geringerem Wachstum der Fische kommen könnte, haben sich bisher nicht bestätigt. „Der Vorteil war, dass der Zustrom an frischem Wasser aus Kleiner und Großer Röder nie ganz versiegt war“, sagt Teichwirtschafts-Chef Thomas Richter. Zwar seien die Sauerstoffwerte bei den regelmäßigen Messungen teils grenzwertig niedrig gewesen. Aber die Fütterung aussetzen oder gar Notabfischen wie manch andere Teichwirtschaft – das sei zum Glück nicht nötig gewesen, sagt der Fischwirt.

Zufrieden ist Thomas Richter auch mit dem Beginn der Verkaufssaison. „Normalerweise ist es so: Wenn es warm ist, essen die Leute weniger Karpfen“, so die Erfahrung des Fischwirts. Aber dieses Jahr sei der Fischverkauf im Hofladen der warmen Temperaturen „erstaunlich gut“ angelaufen. – Warm soll es auch am Sonnabend beim Schaufischen werden: Temperaturen von mehr als 20 Grad und Sonnenschein sind angesagt. Thomas Richter spricht von „bombigen“ Aussichten.

Bei der Veranstaltung werden Thomas Richter, drei Mitarbeiter und acht Zusatzhelfer wieder alle Hände voll zu tun haben. Mit bis zu 1 000 Besuchern rechnet der Chef. Die kämen erfahrungsgemäß nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern teilweise auch aus Elsterwerda oder Dresden. Was die Leute nach Koselitz zieht? Thomas Richter sieht es so: „Bei uns gibt es keinen Rummel rundherum, es geht vor allem ums Fischen und das Naturerlebnis.“

Ganz ohne Rahmenprogramm läuft aber auch das Koselitzer Schaufischen nicht ab: Im Festzelt gibt es 10 Uhr einen Fisch-Erntedank-Gottesdienst mit Musik vom Bläserchor der Landeskirchlichen Gemeinschaft Frauenhain. Außerdem werden Kremserfahrten durchs Teichgebiet angeboten. Bei denen lässt sich bestimmt auch der ein oder andere Kormoran entdecken. Die Vögel – die sich sehr zum Ärger der Fischwirte gern am Fischbestand laben – kehren derzeit wieder in größeren Scharen aus dem Norden in die Region zurück.

Das Schaufischen am Koselitzer Wehrfeldteich am Sonnabend, 13. Oktober, beginnt ab 9 Uhr.

Besucher können Frisch- und Räucherfisch kaufen, angeboten wird u. a. auch ein Fischsuppen-Imbiss.

Der Hofladen der Koselitzer Teichwirtschaft hat freitags 13 bis 17 und sonnabends 9 bis 11 Uhr geöffnet.