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Samstag, 14.07.2018

Junge Leute auf Zuses Spuren

Von Andreas Kirschke

Museumschefin Andrea Prittmann (rechts) dankte jetzt auch Tobias Tschirch-Roßmann, Hugo Frühauf, Noah Brückner, Nele Skopi und Lucie Raditzki für ihr Engagement im Projekt „Konrad Zuse schaut über die Grenzen.Foto: Andreas Kirschke
Museumschefin Andrea Prittmann (rechts) dankte jetzt auch Tobias Tschirch-Roßmann, Hugo Frühauf, Noah Brückner, Nele Skopi und Lucie Raditzki für ihr Engagement im Projekt „Konrad Zuse schaut über die Grenzen.Foto: Andreas Kirschke

Hoyerswerda. Die erste Erweiterung der Dauerausstellung des Konrad-Zuse-Computermuseums ist auf der Zielgeraden. Das ZCOM erhält Ende August einen jugendgemäß und kreativ gestalteten Ausstellungsraum – die Processing Unit. Vorige Woche konnten Interessenten schon einmal einen Einblick nehmen, wie die Geschichte des Rechnens vom Abakus bis zum Mikrochip nachvollzogen werden wird. „Der Raum zeigt einen historischen Zeitstrahl, Kunst-Installationen, Betrachtungen zur Geschichte und zu Persönlichkeiten, mehrere Rechner-Exponate sowie ein Rechen-Labor zum Probieren und Mitmachen“, sagt Museumsleiterin Andrea Prittmann.

Unter anderem dass die Beschriftung in Deutsch, Englisch und Tschechisch erfolgt, ist Resultat des deutsch-tschechischen Schülerprojektes „Konrad Zuse schaut über die Grenzen“. In Kooperation von Museum, Regionaler Arbeitsstelle für Bildung, Demokratie und Lebensperspektiven (RAA), Léon-Foucault-Gymnasium sowie dem Berufsschulzentrum in Chomutov haben sich deutsche und tschechische Schüler dabei gemeinsam auf die Spuren des Computervaters und Hoyerswerdaer Ehrenbürgers (Lebensdaten: 1910 bis 1995) begeben.

Jedes Schuljahr nehmen neue Schüler teil. Im vor zwei Wochen zu Ende gegangenen waren es 26 Mädchen und Jungen aus der Klasse 9a des Foucault-Gymnasiums und 21 Schüler der Sekundarstufe der Berufsschule Chomutov. In vier Gruppen befassten sie sich mit Ideen für den Ausstellungsraum, mit Texten dazu, einem Audioführer und mit digitaler Kunst.

„Die Schüler sollten eigenständig ihre Ideen einbringen. Es ging um ihre Sicht auf Zuse und die Computer-Entwicklung“, sagt Foucault-Lehrerin Ursula Lau. Aufwendig forschten die Schüler nach Dokumenten, Bildern, Zitaten und Exponaten. Vermitteln wollen sie die Geschichte der Rechentechnik. Diese begann mit mechanischen Geräten. Konrad Zuse wollte sie optimieren. „Unsere Aufgabe war, für den Ausstellungsraum Texte zu erstellen. Es ging um historische Rechen-Hilfsmittel“, schildert Gymnasiast Andre Mihan: „Spannend war zu erfahren, wie zügig die Entwicklung in den vergangenen 30 Jahren voranging – vom Rechenschieber über den Taschenrechner bis zum heutigen Mikrochip.“

Mitschülerin Rosalie Rys gestaltete zusammen mit Sarah Glaser, Helene Beer, Jessica Piller, Lucy Balting, Lilly Dydymski, Jasmin Ledwa und mit tschechischen Schülern den Audioführer für den Ausstellungsraum. Grundlage war der bestehende Audioguide für das gesamte Computermuseum. „Wir haben ihn angepasst an die Inhalte im neuen Ausstellungsraum. Er soll für Jung und Alt gleichzeitig geeignet sein“, erklärt die Schülerin. Wie André Mihan empfindet sie das Projekt als Ansporn. Nicht immer einfach war die Verständigung mit den tschechischen Schülern. „Wir haben informativ und interessiert zusammengearbeitet. Jedoch war die Kommunikation an einigen Stellen eingeschränkt. Das lag nicht nur an den technischen Bedingungen, sondern auch am Sprechen, an den Englisch-Kenntnissen“, vermerkten die Schüler des Foucault-Gymnasiums bei der Abschluss-Präsentation zum Ende der ersten Etappe des Projekts.

Im neuen Schuljahr, das im August beginnt, geht es weiter. Für die folgenden Monate heißt der Schwerpunkt „Speichern“. 2019 / 2020 folgt dann die Beschäftigung mit dem Themenfeld „Eingabe /Ausgabe“.