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Freitag, 05.10.2018

Junge Füchsestürmer sorgen für den achten Sieg

Der 19-jährige Fabian Dietz trifft in Kaufbeuren doppelt. Er hatte das Eishockeyspielen nicht weit entfernt gelernt.

Von Titus Fischer und Marcel Pochanke

Kaufbeuren trifft in Überzahl zum zwischenzeitlichen 3:3. Aber auch insgesamt drei Rückstände brachten die Füchse in Bayern nicht aus dem Konzept.
Kaufbeuren trifft in Überzahl zum zwischenzeitlichen 3:3. Aber auch insgesamt drei Rückstände brachten die Füchse in Bayern nicht aus dem Konzept.

© Titus Fischer

Kaufbeuren/Weißwasser. Auch im achten Saisonspiel der DEL 2 gingen die Lausitzer Füchse am Freitagabend als Sieger vom Eis. Beim Tabellenvierten ESV Kaufbeuren war es schließlich die Effizienz vor dem Tor, die den Weg zum 4:6 (2:3, 2:0, 0:3)-Auswärtssieg ebnete. Mit Fabian Dietz trug sich ein junger Neuzugang erstmals doppelt in die Torschützenliste ein. Die Gastgeber waren insgesamt dreimal in Führung gegangen. Nach dem Ausgleich des 20-jährigen Charlie Jahnke zu Beginn des Schlussdrittels ließ aber der eingewechselte Goalie Olafr Schmidt nichts mehr zu, die Füchse machten durch einen Doppelpack binnen zehn Sekunden (50.) den Sieg klar.

In den ersten zehn Minuten war es ein Spiel auf ein Tor. Die Hausherren hatten sich offenbar vorgenommen, Weißwasser zu beeindrucken und vielleicht auch die Müdigkeit der Gäste auszunutzen – schließlich war es die zweite weite Auswärtsfahrt der Lausitzer innerhalb von drei Tagen. Nach drei Minuten zog Ketterer ab, Lewis schnappte sich den Abpraller und vollendete ohne Mühe. Der Abpraller war von Konstantin Kessler gekommen. Füchse-Coach Corey Neilson hatte Olafr Schmidt, dem Goalie mit der besten Abwehrquote der Liga, eine Pause gegönnt. Und Kessler war weiterhin gefordert, George hatte in der Phase die einzige Gelegenheit für Weißwasser – aber was für eine. Den Schuss auf das fast leere Tor setzte der Deutschamerikaner daneben.

So kam der Ausgleich durch Boiarchinov etwas überraschend, auch für Kaufbeurens Torwart Vajs, der gegen die aus kurzer Entfernung abgefälschte Scheibe, die noch einmal aufsetzte, keine Chance hatte. Die Joker aus Kaufbeuren wollten das nicht auf sich sitzen lassen und ließen kurz darauf in Überzahl einen Dauerbeschuss auf das Füchsetor hageln, aber ohne Erfolg. Dafür brauchten sie die Mithilfe der Lausitzer, die bei eigener Überzahl nach 14 Minuten einen Konter fingen. Bei dem Schuss von Schmidle aus sehr spitzem Winkel sah auch Kessler nicht gut aus, die Scheibe fand den Weg durch seine Beine ins Netz.

In der Schlussphase des ersten Drittels boten die Gäste dann eine Lehrvorführung in Effizienz. Zunächst sorgte Fabian Dietz mit einem zielstrebigen Lauf und abgeklärtem Abschluss nach 18 Spielminuten für den Ausgleich. Dietz lernte das Eishockeyspielen in Peiting, ganz nah bei Kaufbeuren. Das Spiel auf den Kopf stellte einer, der weit entfernt in Schweden seine Karriere begann: Anders Eriksson sorgte in Überzahl mit einem trockenen Abschluss für das 3:2 aus Füchse-Sicht.

Das Mitteldrittel verlief wesentlich ausgeglichener als das erste, jetzt aber waren die Kaufbeurer die Meister der Effizienz. Zwei Überzahltore brachten die Bayern in Front. Nach 26 Minuten traf Saarinen im zweiten Versuch, nach 30 Minuten Lewis aus kurzer Entfernung ins kurze Eck. Beim Stand von 4:3 für die Gastgeber reagierte Corey Neilson und brachte Schmidt für Kessler im Füchsetor.

Eine vielleicht spielentscheidende Entscheidung. Olafr Schmidt brauchte keine Anlaufzeit und hielt seinen Kasten gegen den Sturm des Tabellenvierten in der nächsten halben Stunde sauber.

Es dauerte nur zwei Minuten im Schlussdrittel, da war das Spiel wieder ausgeglichen. Charlie Jahnke war zur Stelle, als die Kaufbeurer Abwehr unsortiert war. Zu viele Fehler habe man gemacht, monierte ESV-Trainer Andreas Brockmann nach dem Spiel. Er hielt aber auch fest: „Ich habe heute gesehen, warum die den ersten Platz haben“. Die, das war Weißwasser, das mit einem Doppelschlag durch Dietz und Kuchejda plötzlich mit zwei Toren in Führung lag. Danach schwor sich Weißwasser auf Abwehrarbeit ein. Die wurde gegen energisch anstürmende Kaufbeurer mit viel Leidenschaft aber auch taktisch klug verrichtet. Am Ende stand der umjubelte wie verdiente Auswärtssieg.

Am Sonntag (17 Uhr) erwarten die Füchse zu Hause die Frankfurter Löwen zum nächsten Spitzenspiel.