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Freitag, 15.06.2018

Junge Bäume für die alte Kirschallee

Beim Spaziergang in Rammenau kann man Kirschen naschen. Ein Beispiel, wie Naturschutz funktioniert.

Blick in die Kirschallee: Neue Bäume schließen die Lücken. Alte, zum Teil abgestorbene Bäume bleiben stehen. Sie bieten vielen Tieren Schutz.
Blick in die Kirschallee: Neue Bäume schließen die Lücken. Alte, zum Teil abgestorbene Bäume bleiben stehen. Sie bieten vielen Tieren Schutz.

© LRA Bautzen

Rammenau. Lückenschluss gelungen: Die „Alte Kirschallee“ in Rammenau ist wieder komplett. Dafür wurden seit vergangenem Jahr an den vielen Fehlstellen auf beiden Seiten 60 heimische Bäume gepflanzt, teilte das Landratsamt in Bautzen mit. Unter anderem Süß- und Wildkirschen, Ebereschen und Eichen säumen jetzt den Weg.

Dazwischen befinden sich etwa 20 Sträucher, vor allem Schlehe, Weißdorn und Rosen. Im Moment sind die Sträucher noch sehr klein, man muss sie regelrecht suchen. Hoffentlich bleiben sie vor Zerstörung verschont, denn dann werden sie sehr bald heranwachsen, dienen dem Wind- und Sichtschutz, bieten Tieren Unterschlupf, Nahrung, Pollen und tragen zur Wahrung des ökologischen Gleichgewichts zwischen „Nützling“ und „Schädling“ bei.

Wertvoller Lebensraum bleibt erhalten

Außerdem wurden Sitzstangen für Greifvögel aufgestellt, damit sie oben von den Stangen aus in Ruhe ihre Beute auf den Feldern suchen können und so zur Reduzierung der Schädlinge beitragen.

Die alten, zum Teil abgestorbenen, höhlenreichen Bäume und Äste bleiben in der Allee. Sie sind besonders wertvoll als Lebensraum und werden von zahlreichen Vögeln, Fledermäusen, Insekten und Kleintieren besiedelt, als Brut- und Vermehrungsstätten genutzt und zum Teil sogar als Überwinterungsort. Sie gehören zum Bild der Obstbaumreihe dazu, zudem haben diese Baumveteranen etwas Bizarres und Ehrwürdiges an sich, jung und alt stehen zusammen als Wegmarken.

Die Wiederherstellung der Alle ist Teil eines 2012 begonnenen Verfahrens zur Flurbereinigung in Rammenau. Dessen Ziel ist es, die ländliche Infrastruktur zu verbessern. Finanziert wird die Investition von den Teilnehmern am Flurbereinigungsverfahren. In diesem Fall kommen 83 Prozent der knapp 18 000 Euro aus Fördertöpfen von Bund und Land. 17 Prozent tragen die Gemeinde Rammenau und der Agrarbetrieb in Geißmannsdorf.

Landwirte und Ausflügler profitieren

Die Kirschallee ist ein beliebter Wander- und Spazierweg, der vom Barockschloss zum Tanneberg, nach Röderbrunn und weiter zur Luchsenburg führt. Bereits im Jahr 2016 wurde im Rahmen der Flurbereinigung der Sandbergweg nahe des Rammenauer Gewerbegebietes ausgebaut und mit Betonpflaster befestigt. Davon profitieren Landwirte, aber auch Ausflügler. Für dieses Jahr wird der Ausbau des „Brukischweges“, der in Oberrammenau zum Oberlausitzblick führt, vorbereitet. (SZ)