• Einstellungen
Mittwoch, 10.10.2018

Jubiläum ohne Döbelner

Der Awo-Kreisverband Mulde-Collm hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Der größte Ortsverein blieb fern.

Von Jens Hoyer

Symbolbild: Der Awo-Kreisverband Döbeln war schon 1991 aktiv. Er ist später im Kreisverband Mulde-Collm aufgegangen.
Symbolbild: Der Awo-Kreisverband Döbeln war schon 1991 aktiv. Er ist später im Kreisverband Mulde-Collm aufgegangen.

© André Braun

Döbeln. Der Kreisverband Mulde-Collm der Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat das 25-jährige Jubiläum groß gefeiert. Am vergangenen Freitag waren 130 Gäste ins Hotel Schiffsmühle in Höfgen bei Grimma eingeladen. Es hätten noch einige mehr sein können. Aber die Döbelner sind der Feier bewusst fern geblieben. Seit vier Jahren liegt der Awo-Ortsverein Döbeln mit dem Vorstand in Grimma im Clinch. „Wir haben als Ortsverein alles getan, um die Situation zu normalisieren. Aber vom Kreisverband ist keine Reaktion gekommen“, sagte Vereinschef Frank Götzel.

Vor vier Jahren war es zum Krach zwischen dem Döbelner Ortsverein und dem Kreisvorstand gekommen. Götzel bemängelt, dass im Vorstand kein Streit um die Sache geführt wurde, sondern dass es um persönliche Befindlichkeiten einzelner Mitglieder gegangen sei. „2014 haben wir die Vorstandswahl boykottiert“, sagte Götzel. Laut einem Beschluss des Vereinsvorstands wollen sich die Döbelner auch in diesem Jahr an der Wahl des Kreisvorstandes nicht beteiligen.

Mit rund 130 Mitgliedern stelle der Döbelner Verein rund ein Viertel der Mitglieder des gesamten Kreisverbandes, sagte Götzel. Das Engagement sieht Götzel vom Kreisverband zu wenig gewürdigt. „Wir bieten jede Woche eine Veranstaltung im Bewohnertreff der TAG an und alle 14 Tage im Pflegeheim der Awo“, so Götzel. Regelmäßig werden zudem für die Mitglieder Ausfahrten organisiert. „Der Gipfel war das unwürdige Verhalten des Vorstands bei der Schließung der Döbelner Tafel“, sagte Götzel. Mitte vergangenen Jahres wollte der Kreisverband die Döbelner Tafel ersatzlos schließen. Der Verein Netz-Werk Mittweida war kurzfristig als neuer Träger in die Bresche gesprungen.

Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt ist in Döbeln Träger der Sozialstation der Awo in Döbeln Ost, die ambulante Pflege und Tagespflege anbietet und im vergangenen Jahr deutlich erweitert wurde. Außerdem hat die Awo Pflegestationen in Dahlen, Colditz, Brandis und Bad Lausick. Insgesamt werden nach Angaben des Verbandes im Monat etwa 750 Patienten betreut und beraten. Außerdem ist der Kreisverband über die Awo Kinderwelt gGmbH Träger von insgesamt 15 Kitas in drei Landkreises. Vier davon gibt es in Döbeln, Mochau, Waldheim und Hartha. Die Awo Familienzentrum gGmbH ist in der Region Döbeln in der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit tätig.

Am 24. April 1993 war der Awo-Kreisverband Mulde-Collm gegründet worden. Die soziale Situation in der Region sei angespannt gewesen, denn viele Betriebe hatte geschlossen und die Arbeitslosenquote war dramatisch gestiegen, so die Arbeiterwohlfahrt in einer Pressemitteilung. Der Awo-Kreisverband Döbeln war schon 1991 aktiv. Er ist später im Kreisverband Mulde-Collm aufgegangen.

Desktopversion des Artikels