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Montag, 18.06.2018

Jubelnd in die Sommerpause

Der VfL Pirna-Copitz beendet die Saison mit fünf Siegen in Serie. Großenhain wird Zweiter und gibt neuen Trainer bekannt.

Von Ronny Zimmermann und Jürgen Schwarz

Bierdusche von John-Benedikt Henschel für seinen Kapitän Sebastian Scholz nach dem letzten Saisonspiel. Foto: Marko Förster
Bierdusche von John-Benedikt Henschel für seinen Kapitän Sebastian Scholz nach dem letzten Saisonspiel. Foto: Marko Förster

© Marko Förster

Fußball, Landesliga. Noch lange nach dem Abpfiff saßen die Spieler des VfL Pirna-Copitz zusammen. Die Verantwortlichen hatten am Samstag zum Saisonabschluss geladen. Im Festzelt des Willy-Tröger-Stadions servierte die VfL-Sportsbar jede Menge Steaks und Bratwürste, dazu gab es Baguette und einen Tomate-Mozzarella-Salat. Parallel lief das WM-Spiel zwischen Peru und Dänemark (0:1). Erst als die Sonne unterging, zogen die Spieler weiter – entweder zum Pirnaer Stadtfest oder nach Dresden-Neustadt zur „Bunten Republik“.

Im Team herrschte eine zufriedene Stimmung. Das lag auch an den jüngsten Ergebnissen. Durch den überraschend deutlichen 4:0-Sieg gegen die BSG Stahl Riesa gelang dem VfL der fünfte Sieg in Serie. Das Team des VfL-Trainerduos um Frank Paulus und Enrico Mühle legte den besten Saisonendspurt aller 16 Landesligisten hin. Dadurch gelang nicht nur der frühzeitige Klassenerhalt, sondern sogar ein einstelliger Tabellenplatz. Mit 37 Punkten landeten die Pirnaer auf dem achten Rang.

„Wir haben heute noch mal ein richtig gutes Spiel gezeigt. Die Jungs können stolz sein, wie überzeugend sie diese nicht ganz einfache Saison beendet haben“, sagte Paulus. Sein Pirnaer Trainerkollege Mühle ergänzte: „Unser Plan, Riesa immer wieder früh anzulaufen und im Spielaufbau zu stören, ging hervorragend auf. Das war ein sehr runder Saisonabschluss.“ Der VfL führte bereits nach sieben Minuten: John-Benedikt Henschel zog aus dem Strafraum heraus ab, es war sein fünftes Saisontor. Nur fünf Minuten später legte der Gastgeber nach. Durch einen Volleyschuss aus 18 Metern erhöhte Florian Glöß auf 2:0.

Gespräche mit Routinier Kreher

„Danach hatten wir Glück, als Riesa innerhalb weniger Sekunden zweimal Aluminium traf“, sagte Paulus. „Sonst hätte sich unser Gegner sicherlich noch mal mächtig aufgebäumt.“ So war es aber der VfL, der weiterhin den Ton angab. Freistoß Henschel, Kopfball Glöß – 3:0 in der 53. Minute. Das Spiel war entschieden. Vor etwa 100 Zuschauern schaltete Pirna einen Gang zurück, verwaltete und kombinierte. VfL-Oldie Ronny Kreher, seit 2013 im Klub, kam in die Partie und zeigte, dass er mit all seiner Routine noch immer ein Fixpunkt in der Landesliga ist. Noch ist allerdings offen, ob der 38-Jährige eine weitere Spielzeit dranhängt. Die Gespräche laufen – wohl auch mit anderen Vereinen. Kurz vor dem Abpfiff gelang dem VfL sogar noch der vierte Treffer. Der agile Florian Kärger spielte den flinken Martin Schmidt frei, der den 4:0-Endstand erzielte. Sein Schuss ging ausgerechnet durch die Beine von Riesa-Keeper Marcus Hesse (hört wohl auf), der zuvor mehrere Angriffe gut abwehrte. Für die Pirnaer war es der höchste Sieg gegen die Stahlstädter seit mehr als zehn Jahren.

„Der Ausgang stimmt uns zufrieden, aus dieser Spielzeit können unsere Jungs sehr viele wertvolle Erkenntnisse mitnehmen, um letztlich noch besser zu werden“, sagte Oliver Herber, Geschäftsführer beim VfL: „Unser Auftrag wird es nun sein, das Team weitestgehend zusammenzuhalten und sukzessive weiterzuentwickeln.“ Auf drei Akteure müssen die Lila-Weißen dabei verzichten. Sie wurden offiziell verabschiedet – mit Erinnerungsfoto und Wimpel. Christian Tietz, langjährige Nummer eins beim VfL, hört berufsbedingt auf. Philipp Schumann, ebenfalls Torhüter, zieht aufgrund seines Studiums in eine andere Stadt und Marius Riedel, mit zwölf Treffern gefährlichster VfL-Angreifer, wechselt den Verein. Der 23-Jährige hat beim FSV Neusalza-Spremberg zugesagt. Weitere Abgänge sind derzeit nicht bekannt. Erste Neuverpflichtungen möchte der VfL „in den nächsten Tagen präsentieren“, wie Herber sagte. Sicher ist, dass A-Jugendtorwart Philipp Nufer in die erste Mannschaft aufrücken wird.

Trainerwechsel in Großenhain

Für eine große Überraschung sorgten in der abgelaufenen Saison die Großenhainer, die hinter dem VfL Hohenstein-Ernstthal Vizemeister wurden – als Liga-Neuling wohlgemerkt. Beim 2:1 in Eutritzsch erzielte Torsten Marx seinen 25. Saisontreffer. Hinter Florian Mielke (30 Tore) belegt er damit Rang zwei in der Liga-Torschützenliste. Überraschend kommt sicher der Trainerwechsel beim GFV. Aufstiegscoach Andreas Jachmann hat seinen Vertrag aus „persönlichen und beruflichen Gründen“ nicht verlängert. Sein Nachfolger wird Thomas Kupper. Der 51-Jährige spielte früher für Stahl Riesa in der DDR-Oberliga, machte später seinen Fußballlehrer. 2015 unterschrieb er beim Zweitligisten TSV 1860 München als Co-Trainer, arbeitete anschließend im Trainerstab des SV Wehen Wiesbaden mit. In Großenhain unterschrieb er jetzt für ein Jahr. Eine starke Saison legte auch der FV Eintracht Niesky (5.) hin. Mit dem 4:0-Sieg in Reichenbach setzte sich Niesky in der Auswärtstabelle auf Platz eins. Eintracht buchte 26 seiner 46 Punkte auf Gegners Platz. Die Reichenbacher müssen die Liga verlassen. Zudem steigen der VFC Plauen II, der seine Mannschaft schon in der Winterpause zurückgezogen hatte, Lipsia Eutritzsch und der VfB Zwenkau aus der Landesliga ab.

Einen ordentlichen Schlusspunkt setzte auch der Radebeuler BC (9.) mit dem 3:0-Heimsieg über den FC 1910 Lößnitz (4.). Trainer Matthias Müller (63) sitzt ein weiteres Jahr bei den Karl-May-Städtern auf der Bank. Philip Heineccius, Richard Schöne und Torwart Christopher Schultchen werden den RBC dagegen verlassen.