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Montag, 08.10.2018

Jeder Quadratmeter zählt!

Die meisten Dresdner fühlen sich sehr wohl in ihrem Zuhause. Das zeigt die SZ-Umfrage zur großen Wohn-Serie - und nennt auch die Gründe fürs Kartonpacken bei den Unzufriedenen.

Von Nora Domschke

Schöner Wohnen in Dresden

Über den Dächern von Dresden: Iris Haubold wohnt dort, wo früher die Technik eines Aufzuges untergebracht war.
Über den Dächern von Dresden: Iris Haubold wohnt dort, wo früher die Technik eines Aufzuges untergebracht war.

© Sven Ellger

Ob im einstigen Technikraum auf dem Hochhausdach, in der Nobelwohnung am Neumarkt oder im hölzernen Bauwagen am Alten Leipziger Bahnhof – wo auch immer Dresdner in den letzten Wochen ihre Türen für die SZ-Serie „Anders wohnen“ geöffnet haben, wurde eines deutlich: Sie leben gern in ihren vier Wänden. Zugegeben – ganz gewöhnlich waren ihre Wohnungen nicht. Zu zehnt in einer XXL-WG, mit Familie in einem alten Ballsaal oder im Dynamo-Dresden-Fußballfan-Traum – die Serie bot Einblicke, die wohl sonst nur wenigen Menschen vorbehalten bleiben. Besonders wird das Wohnen dort, wo Menschen ihr Zuhause ganz individuell gestalten. Nach ihren eigenen Wünschen, um sich richtig wohlzufühlen.

Schöner Wohnen in Dresden

Und das tun offenbar viele Dresdner, wie eine nichtrepräsentative Umfrage der SZ ergeben hat. Von 2 178 Befragten gaben 45 Prozent an, dass sie sehr zufrieden sind mit ihrer Wohnung, immerhin 38 Prozent sind zufrieden. Nur ein Prozent ist mit der Wohnung gar nicht glücklich. Häufigster Grund dafür ist die Lage, gefolgt von der Größe der Wohnung und der Miethöhe.

Trotz einiger Unzufriedener gaben nur sieben Prozent der befragten Dresdner an, dass sie vorhaben, innerhalb der nächsten zwölf Monate umzuziehen. Auch hierbei spielt der Wunsch nach einer besseren Lage die große Rolle, wie die Umfrage zeigt. Noch häufiger wurde allerdings die Wohnungsgröße als Umzugsgrund angegeben. Ob das künftige Zuhause größer oder kleiner sein soll, wurde dabei nicht berücksichtigt. Weitere Gründe für einen Wohnungswechsel sind eine erschwinglichere Miete, eine bessere Ausstattung, der Umzug in eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus, sowie der Job. Zufrieden sind viele Dresdner offenbar mit der Erreichbarkeit von Schulen und Kitas: Das gab keiner der Befragten als Grund an, sich ein neues Heim zu suchen.

Zu hohe Mietkosten ist unter den Umfrageteilnehmern ebenfalls kein vordergründiges Thema. Die Frage, ob sie trotz ihrer Miete gut leben können, beantwortete mehr als ein Drittel mit Ja. 18 Prozent gaben sogar an, dass sie trotz Mietkosten sehr gut leben könnten. Ein Prozent schätzt ein, wegen der hohen Miete nur schlecht über die Runden zu kommen.

Dass sich viele Dresdner zuhause wohlfühlen, liegt wohl nicht zuletzt am Wohnumfeld. Auch das zeigt die SZ-Umfrage. 56 Prozent empfinden Dresden als lebenswert, elf Teilnehmer sprachen Dresden dieses Attribut jedoch ab. Wem es in der Landeshauptstadt gut gefällt, schätzt hier vor allem die kulturellen Angebote. Zumindest sagen das 1 800 Befragte. An zweiter Stelle der Wohlfühlfaktoren liegen die Grünflächen, gefolgt von den guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, den vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, dem dichten ÖPNV-Angebot, der guten Ärzteversorgung und der Ruhe. Schlusslicht sind das Straßennetz und der Zustand der Straßen. Das gaben 263 Menschen bei der Frage an, was sie an Dresden besonders schätzen. Auf dem vorletzten Platz landet die Qualität der Dresdner Luft, die nur 285 Befragte als Antwort geben.

Und wo würden Dresdner leben, wenn nicht hier? Auf Platz eins liegt das Dresdner Umland mit 104 Stimmen. Das schließt die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und den Westen des Kreises Bautzen ein. Mit 87 Stimmen, also knapp dahinter, landet die Ostsee mit den Inseln Rügen, Usedom und Fehmarn sowie den Küstenstädten Stralsund, Rostock, Greifswald und Warnemünde.

Viele Dresdner könnten sich offenbar auch ein Leben an den Alpen oder mitten im lebendigen München gut vorstellen. Bayern schafft es auf den dritten Platz. Beliebt ist auch Hamburg, gefolgt von Leipzig, Berlin und der Lausitz. Auf dem neunten Platz liegt der Schwarzwald, auf Platz zehn Potsdam. Völlig unberücksichtigt auf der Wunschliste bleibt die Nordseeküste mit ihren Inseln, nur ein Befragter gibt den Thüringer Wald an..

Egal wie jeder einzelne Dresdner lebt – luxuriös am Neumarkt oder auf 18 Quadratmetern im Bauwagen: Die Serie hat gezeigt, dass die meisten glücklich in ihrer Stadt und in ihrer Wohnung sind. So wie Rolf Heinemann, der im Löwenhof wohnt. „Als Kind habe ich die Stadt auf einer Postkarte gesehen und gedacht: Wenn man da nicht wohnt, dann ist man nix“, sagt der Mann, der in Düsseldorf aufwuchs.

Mit dieser Auswertung endet die Wohnserie. Alle bisher erschienenen Teile der Serie finden Sie hier. Klicken Sie einfach auf die Fotos, um die Artikel zu lesen:

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