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Samstag, 10.11.2018

Jeder Cent hilft, Tier-Elend zu vermindern oder gar generell zu verhüten

Von Uwe Jordan

Frau Holst – glaubt man den einschlägigen Berichten, ist Tierschutz ja ein Herzensanliegen der Deutschen. In Hoyerswerda auch?

Lassen Sie es mich so sagen: Es gibt Unternehmen und Privatleute, die sich dafür engagieren. So konnten wir dank der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda an deren 25. Geburtstag bei einem Kuchenbasar am 26. Mai 2018 eine Summe von 883,19 Euro in Empfang nehmen, und die VBH haben uns auch noch einmal 300 Euro zukommen lassen. Auch bei unserer Aktion am 4. November fanden wir letztlich in unserem kleinen Spenden-Sparschwein über 70 Euro vor – aber das sind leider nur die berühmten Tropfen auf dem heißen Stein. Alle, und ich sage das noch mal: alle anderen Unternehmen der Stadt und des Umlandes, an die wir uns mit der Bitte um Unterstützung gewandt haben, haben uns abschlägige Bescheide erteilt. Wenn überhaupt eine Antwort kam ...

Aber, Frau Holst, das sind doch, wenn ich es mal zusammenzähle, über 1 200 Euro. Damit kann mancher andere Verein ja locker sein Jahresprogramm finanzieren ...

Ich mache mal eine Gegenrechnung auf: Das Kastrieren oder Sterilisieren einer einzigen frei lebenden Katze, womit folgendes Tier-Elend vermieden werden kann, kostet 80 Euro. Ja, gewiss, wir bekommen auch Geld vom Tierschutzbund Bonn und von der Stadt Hoyerswerda – aber in summa reicht es nicht vorne und nicht hinten; zumal wir mit unserem Mitgliedsbeitrag von zwölf Euro pro Jahr auch keine enormen Einnahmen generieren. Aber da unsere Mitglieder allesamt ehrenamtlich arbeiten und viele Stunden Freizeit investieren, denken wir, es wäre ungerecht, das auch noch zu bestrafen, indem wir exorbitante Mitgliedsbeiträge erheben würden. Anders gesagt: Die Spenden, die wir erhalten, sind alles andere als ein finanzielles Ruhekissen. Und schon gar nicht werden sie für eine Art „frohes Vereinsleben“ verwendet, sondern ausschließlich für die dringendsten Bedürfnisse, die sich aus unserem Anspruch ableiten und für unsere Arbeit aufgewendet werden müssen.

Gut – aber die Katzenkastration/ -sterilisation alleine kann doch nicht den Etat Ihres Vereins so übermäßig beanspruchen, wie Sie es schildern.

Das ist ja auch nur ein Aspekt unserer Tätigkeit. Wir unterstützen sozial schwache Tierhalter – wie eben bei der Futterspenden-Aktion jetzt im Lausitz-Center. Wir zahlen Tierarztrechnungen bei Aufnahme von Tieren ins Tierheim oder nach Unfällen – und das sind keine kleinen Beiträge. Wir zahlen Impfungen für Tiere. Letztlich sind wir die Interessenvertreter von Tieren und deren Haltern – und das ist nun einmal nicht für nichts zu haben.

Frau Holst – wer Sie unterstützen möchte: Wie kann er das tun?

Zuallererst würden wir uns über neue Vereinsmitglieder freuen; nicht zuletzt Menschen, die aktiv im Vereinsvorstand mitarbeiten möchten. Aber auch, wer uns mit einer Spende unterstützen möchte, ist natürlich hoch willkommen. Jeder Cent hilft, das Elend von Tieren zu lindern beziehungsweise zu verhüten. Wer mit uns in Kontakt kommen möchte, kann das über unsere Vorsitzende Sabine Pechstein unter Telefonnummer  03571 921123. Spenden sind jederzeit gern gesehen auf dem Konto des Tierschutzvereins Hoyerswerda bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden – IBAN: DE56 850 503 003 000 168 647.

Unsere Interviewpartnerin Marlies Holst ist stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Hoyerswerda.