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Samstag, 15.09.2018

Instrument aus mehr als 5000 Teilen

Die Restaurierung der Orgel in der Klosterkirche war ein hartes Stück Arbeit. Ob es sich gelohnt hat, zeigt eine Festwoche.

Kantor Joachim Jänke im Inneren der Riesaer Jahn-Orgel.
Kantor Joachim Jänke im Inneren der Riesaer Jahn-Orgel.

© Sebastian Schultz

Riesa. Der Aufwand war enorm. „Es musste jedes Teil abgebaut, mehrfach in die Hand genommen, gereinigt, begutachtet, repariert und wieder an seinen Platz gesetzt werden“, erzählt Orgelbaumeister Ekkehart Groß. Wie viele Teile es genau waren, kann auch er nicht sagen, aber sicher mehr als 5 000. Monatelang arbeitete er an der Sanierung der Jahn-Orgel in der Klosterkirche. Die meiste Zeit habe dabei die Intonation in Anspruch genommen, denn der Baumeister sollte den originalen Klang des Instruments rekonstruieren. Schwierig war das schon deshalb, weil sich die Kirche auch baulich verändert hat – und damit der Hall ein ganz anderer ist.

Über die Schwierigkeiten der Rekonstruktion berichtet der Orgelbaumeister persönlich, wenn er am kommenden Donnerstag in Riesa gastiert. Der Vortrag mit Führung ist gleichzeitig der Abschluss der Orgelfestwoche in Riesa. Die beginnt bereits am Sonntag, 16. September, um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst zur Wiedereinweihung, an dem auch der Kammermusikkreis mitwirkt. Ab 17 Uhr spielen die Dresdner Bachsolisten ein Festkonzert mit Trompete, Orgel, Violine und Violoncello. Zu hören sind dann Werke unter anderem von Händel, Bach und Scarlatti.

Schon am Montag, 17. September, geht es weiter. Ab 19.30 Uhr ertönt ein Konzert für Fagott und Orgel. Die Kombination von Chor und Orgel wird am Dienstag, 19.30 Uhr, zu hören sein. Für den Gesang sorgen die Kantorei und die Sopranistin Katrin Pehla-Döring. „Es ist ja Sinn der Orgel, mit anderen Instrumenten zu spielen“, sagt Kantor Joachim Jänke, der das Programm geplant und mit einstudiert hat. „Wir haben deshalb versucht, das Angebot breit zu fächern.“

Einen kontrastreichen musikalischen Abschluss bildet am Mittwoch, 19. September, ab 19 Uhr das Konzert mit Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger und Andreas „Scotty“ Böttcher. Der eine spielt klassische Stücke auf der Orgel, der andere hat sich der Improvisation verschrieben. „Scotty Böttcher kenne ich noch aus meiner Zeit in Großenhain“, schwärmt Joachim Jänke. Er sei regelrecht virtuos in der Improvisation. (SZ)

Karten für das Konzert am Sonntag kosten 20 Euro, für die anderen Konzerte 8 Euro (ermäßigt 6 Euro).

Die Teilnahme am Vortrag des Orgelbaumeisters ist kostenlos, es wird am Ausgang um eine Kollekte gebeten.

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