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Freitag, 10.08.2018

In Beicha wird aufgerüstet

Die Feuerwehr bekommt ein Gerätehaus. Ein Fachwerkhaus ist abgerissen worden – zum Verdruss der Denkmalschützer.

Von Jens Hoyer

Die alte Schule in Beicha wird von Vereinen und der Feuerwehr genutzt. Eine Etage ist vermietet. In diesem und im nächsten Jahr erfolgt der teilweise Umbau des Hauses. Eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen wird rechts daneben gebaut.
Die alte Schule in Beicha wird von Vereinen und der Feuerwehr genutzt. Eine Etage ist vermietet. In diesem und im nächsten Jahr erfolgt der teilweise Umbau des Hauses. Eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen wird rechts daneben gebaut.

© Dietmar Thomas

Döbeln. Die Stadt legt los mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Beicha. Am Donnerstag ist vom Hauptausschuss der Auftrag für die Bauhauptleistung vergeben worden. Das ist der Startschuss für den Umbau der ehemaligen Schule. In Kürze soll die Firma Hoch- und Tiefbau Mittweida mit den Arbeiten beginnen. Mit einem Angebot von 124 000 Euro hatte sie die geschätzten Baukosten fast auf den Punkt getroffen. „Da haben wir auch mal Glück gehabt“, sagte Bauamtsleiter Erik Brendler angesichts ausufernder Baupreise an anderer Stelle.

Ein paar Vorbereitungen sind schon getroffen worden. Weggerissen wurde ein altes Seitengebäude. Die Denkmalschützer waren über den Verlust des Fachwerkbaus nicht glücklich. „Der Denkmalschutz hat das als wertvolles Gebäude angesehen“, so Ordnungsamtschef Jürgen Müller. „Aber es war kein Gebäude, das das Ortsbild geprägt hat.“ Der Zustand sei schlecht, die Erhaltung und anderweitige Nutzung wäre nicht wirtschaftlich gewesen, sagte Müller. Zuletzt sei das Seitengebäude als Abstellraum und für die Heizung der ehemaligen Schule genutzt worden. „Die Heizungsanlage war kurz vor der Sperrung“, sagte Müller.

Neben dem ehemaligen Schulhaus wird die neue Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen errichtet. In einen Zwischenbau kommen die Umkleideräume für die Feuerwehrleute. Schulungsraum, Sanitäranlagen und Küche werden in der alten Schule eingebaut – die Feuerwehr nutzt dort jetzt schon einen Raum. Auf dem Hof werden Stellplätze für Autos eingerichtet. „Die Beichaer Feuerwehr ist von Anfang an an den Planungen beteiligt worden, es war uns wichtig, sie einzubeziehen. Es gab dazu mehrere Zusammenkünfte und ständige Abstimmungen. Die Feuerwehr ist mit dieser Variante einverstanden“, sagte Müller. Ein Einverständnis liegt auch von der evangelischen Kirchgemeinde vor. Der gehört die ehemalige Schule nämlich. Die Kommune hat mit ihr einen Erbpachtvertrag über 99 Jahre. Selbst verfügt die Stadt in Beicha über keine geeigneten Flächen für das Vorhaben.

Der Um- und Neubau wird sich über zwei Jahre erstrecken. Für dieses und nächstes Jahr stellt die Stadt dafür jeweils 280 000 Euro zur Verfügung. Die Kommune bekommt vom Staatsministerium des Innern dafür 360 000 Euro Fördermittel, rund 200 000 Euro muss sie aus ihrem eigenen Budget aufbringen.

Mit den Fördermitteln für den Brandschutz kann allerdings nicht die äußere Hülle der ehemaligen Schule saniert werden. „Wir prüfen, ob wir Geld aus dem Programm zur Förderung des ländlichen Raums bekommen, um die Fassade und das Dach zu erneuern“, sagte Müller.

Mit dem Neubau des Gerätehauses soll die Beichaer Feuerwehr schlagkräftiger werden. Bisher verfügt sie über ein Kleinlöschfahrzeug und einen Pulveranhänger. Aufgrund der ländlichen Lage ist aber ein größerer Löschwasserbedarf vorhanden. Geplant ist deshalb die Umsetzung eines größeren Tanklöschfahrzeugs von Döbeln nach Beicha. Mit 20 aktiven Feuerwehrleuten ist die Beichaer Wehr personell gut aufgestellt und ausgebildet, um die Technik auch nutzen zu können.

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