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Montag, 16.04.2018

Immer mehr Camper entdecken Dresden

Die Stadt punktet mit ungewöhnlich zentralen Plätzen. Einer wird in den nächsten Jahren jedoch verschwinden.

Von Juliane Richter

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Martina und Holger Beck haben gemeinsam mit Tochter Mia und Hund Lehmann Dresden besucht. Optimal bezeichnen sie den Platz am Lingnerareal
Martina und Holger Beck haben gemeinsam mit Tochter Mia und Hund Lehmann Dresden besucht. Optimal bezeichnen sie den Platz am Lingnerareal

© Christian Juppe

So direkt im Stadtzentrum stehen Martina und Holger Beck selten mit ihrem 7,50 Meter langen Wohnmobil. Von Pinneberg in Schleswig-Holstein haben sie gemeinsam mit Tochter Mia und dem französischen Hütehund Lehmann gezielt den Camperplatz an der Zinzendorfstraße im Lingnerareal angesteuert. „Das ist wunderbar. Wir können von hier zu Fuß in die Stadt, ins Museum oder mit den Rädern zur Elbe“, sagt die 47-jährige Martina Beck.

Seit rund 15 Jahren betreibt die nahe liegende Cityherberge das Gelände mit den etwa 70 Stellplätzen. Holger Beck ist an diesem Morgen schon rübergeradelt und hat die für Camper reservierten Duschen in der Herberge benutzt. „Aber ein richtiges Bad, nicht solche Duschkabinen wie beim Sportverein“, sagt er. Auch ein Brötchenservice sowie ein Frühstücksbuffet wird angeboten. Vergangenes Jahr haben laut Manuela Gey, Leiterin der Cityherberge, etwa 7 600 Camper den Platz besucht. Die meisten aus Deutschland, viele aber auch aus Frankreich, Italien oder Holland. Sie selbst ist passionierte Camperin. „Das Camping hat den etwas angestaubten Touch abgelegt und ist mittlerweile auch bei jungen Familien sehr beliebt“, sagt sie. Die Hauptsaison liegt zwischen Mai und Oktober. Doch auch Wintercamping nehme zu.

Laut Dresden Marketing Gesellschaft hat es vergangenes Jahr rund 13 000 Ankünfte auf Dresdner Campingplätzen mit insgesamt rund 40 000 Übernachtungen gegeben. Darin inbegriffen sind auch die, die zelten. Allerdings werden für die Statistik lediglich drei Campingplätze abgefragt, das Bild ist also unvollständig. Denn insgesamt verzeichnet die Verwaltung auf ihrer Homepage im Stadtgebiet sieben Plätze, die auch für das Abstellen von Wohnmobilen geeignet sind.

Die Statistik gibt aber dennoch eine Tendenz wieder: Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Zahl deutlich erhöht. Laut Statistischem Landesamt Sachsen gab es 2015 rund 36 000 Camping-Übernachtungen in Dresden. Zehn Jahre zuvor waren es nur rund 22 000. „Jeder Gast ist wichtig, vor allem natürlich auch als Multiplikator, der das Reiseziel weiterempfiehlt. Allerdings ist der Anteil der Campingurlauber gemessen an den Gesamtankünften sehr gering und lag im Jahr 2017 bei rund 0,6 Prozent“, sagt DMG-Geschäftsführer Kai Schulz. Die meisten Dresden-Besucher würden nach wie vor in Hotels übernachten. Dass Dresden bei Campingtouristen trotzdem immer beliebter ist, zeigen auch die Zahlen des städtischen Platzes in der Wostra. Vergangenes Jahr gab es allein auf dem besonders grünen Platz rund 18 000 Übernachtungen. Fünf Jahre zuvor waren es noch knapp 9 000. Den größeren Teil nehmen dabei tatsächlich die Wohnmobile und Wohnwagen ein. Vergangenes Jahr wurden hier etwa 1 250 Anreisen der fahrenden Miniwohnungen registriert. Der zuständige Sportstättenbetrieb sieht die stetigen Modernisierungen und positive Bewertungen im Internet als einen Grund für das wachsende Interesse der Camper.

Gut ausgelastet ist auch der Platz neben dem Finanzministerium, auf dem Wohnmobile und Wohnwagen stehen können. Bei schönem Wetter tragen die Camper häufig ihre Klappstühle ein paar Meter um den Zaun herum und positionieren sich auf der Anhöhe über dem Elberadweg – mit bestem Blick auf die Altstadtkulisse. Die Preise für Wohnmobile variieren stark. Je nachdem, ob nur die Fahrzeuge oder auch die mitfahrenden Personen einzeln einberechnet werden. Auf dem Platz der Cityherberge zahlt Familie Beck 14 Euro pro Nacht sowie vier Euro für den Strom. Dieses Campervergnügen fünf Minuten vom Rathaus entfernt wird aber nur noch wenige Jahre möglich sein. Im Zuge der Neugestaltung des Lingnerareals muss der Platz weichen.

Trotz der bisher noch großen Auswahl an offiziellen Plätzen in Dresden wird immer wieder auch wild gecampt. Besonders beliebt ist deshalb ein Grünstreifen neben der Marienbrücke in Richtung Ostragehege. Nach Auskunft der Verwaltung ist die Fläche nur teilweise im städtischen Besitz. Probleme mit Müll oder Lärm gibt es bisher nicht, Beschwerden ebenso wenig. Bußgelder haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes deshalb hier noch nicht verhängt.

Es gibt aber nicht nur Camper die in Dresden Urlaub machen, sondern auch solche, die hier leben und in den kommenden Monaten in den Urlaub starten. Laut städtischer Zulassungsstelle gibt es derzeit in Dresden rund 2 300 Wohnwagen und Wohnanhänger sowie etwa 1 600 Wohnmobile.

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Insgesamt 10 Kommentare

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  1. Juliane

    Ach "Einzigartig", Sie glauben doch wohl selber nicht, dass man einen Bau á la römisches Pantheon dahin setzen würde. Es wird eher in die Richtung Betonklotz wie am Postplatz gehen. Wunderbar einzigartig, genau.

  2. Dieselautofahrer

    @3/5 Einzigartig doofe Einstellung!Schon mal mitbekommen das sich in der Touristikwelt einiges verändert hat?Wer natürlich tagein tagaus in seinem Betonklotz sitzt... Zentrumsnahe WoMo-Stellplätze sind nun mal begehrt und beliebt,und das nicht nur in DD.In anderen Städten wird sogar daran gearbeitet zentrumsnahe Stellplätze zu schaffen. Und @Juliane Ich stimme Dir voll zu,jeder Gast der mit dem Wohnmobil kommt und sich auf dem Stellplatz wohlfühlt sagt es weiter.Genauso wie derjenige dem es nicht gefällt. Noch ein Vorschlag an den EINZIGARTIGEN-vllt.gehst Du mal raus zum Stellplatz Zinzendorfstr.und unterhälst Dich mal mit den Campern?Bitte dann mal ne Antwort.Danke im Voraus ,mit freunlichen Grüssen ein Camper

  3. selbercamper

    Wir fahren seit mehreren Jahren auch mit dem Wohnmobil gern durch Europa. Ein gut ausgestatteter Wohnmobilstellplatz in guter Lage lohnt sich für alle. Gerade in Kroatien und Serbien haben wir Stellplätze gefunden, die auf dem neuesten Stand ausgestattet waren. Da kommt man gern wieder. Das sollte Dresden wirklich beachten, Leute die mit einem Wohnmobil kommen und sich wohl fühlen lassen ganz bestimmt auch etwas mehr Geld in der Stadt. Wenn ich den Stellplatz am Sachsenplatz sehe, kann einem ganz traurig werden. Die Ausstattung ist mies und es gibt keine extra Toiletten bzw. kein frisches Wasser und keine Möglichkeiten seine Abfälle sauber zu entsorgen. Schade.

  4. Bilzfrau

    Warum nicht? Dresden steht ganz weit hinten mit Stellplätzen für Wohnmobile. Guckt euch den Wohnmobil-Stellplatz in Kaditz an. Der platzt aus allen Nähten. Ich weiß, wovon ich rede.

  5. Dieselautofahrer

    @selbercamper da kann ich nur zustimmen.Wir fahren zwar mit Anhänger und eher nicht auf WoMo-Stellplätze,aber wenn man so sieht gibts in jeder Stadt solche Plätze. Und den -Einzigartigen-möchte ich mal erleben wenn man Ihm sagt fahr mal 14 Km mit dem Rad in die Stadt,dein Camper darf nicht in der Stadt stehen. Bleibt zu hoffen das die Dresdner Stadträte begreifen das auch Camper/WoMo-Fahrer Touristen sind,welche Ihr Geld hierlassen.

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