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Montag, 16.07.2018

Im Pfälzer Idyll

Dynamo ist angekommen im Trainingslager in Herxheim. Einer war schon früher da.

Von Cornelius de Haas, Herxheim

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Im Hotel Krone hat sich Dynamo während seine Trainingslagers in Herxheim niedergelassen.
Im Hotel Krone hat sich Dynamo während seine Trainingslagers in Herxheim niedergelassen.

© Lutz Hentschel

Noch erkennt man es kaum, doch aus der Nähe wird es deutlich...
Noch erkennt man es kaum, doch aus der Nähe wird es deutlich...

© Lutz Hentschel

Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus (v. M.) inmitten seiner früheren Mitspieler von der SGWattenscheid 09.
Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus (v. M.) inmitten seiner früheren Mitspieler von der SG Wattenscheid 09.

© Lutz Hentschel

Es gilt eigentlich als notwendiges Übel, aber Lucas Röser sieht das anders. „Ich bin schon relativ gern im Trainingslager“, sagt der Dynamo-Stürmer. Diesmal freut sich der gebürtige Pfälzer erst recht, denn die Dresdner machen in Herxheim Station. „Für mich ist es ja diesmal nicht so weit entfernt von der Heimat“, meint der 24-Jährige. Er ist knapp 60 Kilometer weiter nördlich in Ludwigshafen geboren und aufgewachsen. „Da können meine Eltern mal zu den Testspielen kommen.“

Zumal die Gegner echte Gradmesser sind: am Mittwoch der englische Premier-League-Klub Huddersfield Town mit Ex-Kapitän Michael Hefele, am Samstag der 1. FC Kaiserslautern. 29 Spieler hat Trainer Uwe Neuhaus mitgenommen, wobei es vor dem Abflug nach Stuttgart am späten Montagnachmittag zwei Überraschungen gab. Sören Gonther blieb zu Hause. Er wird in den nächsten Tagen zum dritten Mal Papa. Deshalb setzt der 31-Jährige sein Reha- und Aufbauprogramm nach dem Kreuzbandriss an der Elbe fort. Sein Platz blieb jedoch nicht frei, weil Dynamo mit Linus Wahl-qvist den siebenten Neuzugang verpflichtet hat. Mit dem schwedischen Auswahlspieler ist nun auch die bisher noch offene Stelle auf der rechten Abwehrseite besetzt.

Für die Spieler war die Reise nach der Landung aber nicht vorbei. Es folgten noch 110 Kilometer Busfahrt nach Herxheim. Das Hotel Krone beherbergt seit Jahrzehnten regelmäßig Fußballmannschaften. Erst wenige Stunden vor dem Eintreffen der Dresdner checkte Eintracht Braunschweig aus. Dass man sich hier den schweißtreibenden Feinschliff für die anstehende Zweitliga-Saison holen könnte – für diese Vorstellung benötigt man beim ersten Blick auf das alte Fachwerkhaus viel Fantasie. Viel eher ist dort ein erholsamer Landurlaub zu erwarten.

Auch wenn sich der Dynamo-Tross zum ersten Mal in dem knapp 11 000 Einwohner zählenden Ort einquartiert, gibt es einen, der hier schon zu Gast war: Uwe Neuhaus. Der Chefcoach bereitete sich Anfang der 1990er-Jahre an gleicher Stelle mit der SG Wattenscheid 09 auf die Saison vor. Ein Foto mit seinen damaligen Mitspielern erinnert im Hotel an den Besuch. Der Trainingsplatz ist zwar ein paar Kilometer entfernt. Das wird Neuhaus jedoch kaum daran hindern, ein intensives Programm durchzuziehen. Was in den nächsten Tagen passieren soll, davon hat der Trainer eine klare Vorstellung. „Wir wollen alles ein bisschen verfeinern, die Automatismen reinkriegen“, kündigt Neuhaus an. „Deshalb werden wir viel im System arbeiten. Das Umschaltspiel ist ein Thema und natürlich die Organisation.“ Und, was angesichts der in den bisherigen Vorbereitungspartien nicht zu überhörenden Ansagen überrascht: „Wir brauchen viel mehr Kommunikation auf dem Platz.“

Eine bestimmte Erwartung hat auch Marco Hartmann. Für den Kapitän stehen die Testspiele im Vordergrund. „Die Leistungen da werden sehr hoch bewertet und sehr wichtig sein, damit sich langsam eine Mannschaft findet.“ Bisher hat Neuhaus munter durchgewechselt. Jetzt kommt es darauf an, die mögliche Startelf für den scharfen Saisonstart am Montag, dem 6. August, gegen den MSV Duisburg zu finden. Zudem gehe es darum, „dass sich die Spieler näher kennenlernen“, wie Hartmann sagt. „Ob das beim Essen ist, bei der Abendgestaltung oder bei der Reha.“ Es sei entscheidend, dabei eine stabile Bindung hinzubekommen, die das Team gut durch die Saison bringen kann.

Der Kapitän versucht, seinen Teil dazu beizutragen, und legt wieder seine Spielegruppe auf. „Ich hab’ schon alle angefragt, die Lust haben könnten.“ Für den 30-Jährigen geht es dabei aber nicht ums Zocken an der Playstation, sondern um Gesellschaftsspiele. „Da redet man sehr, sehr viel und lernt die Jungs auch mal von einer anderen Seite kennen.“ Langweilig wird es in dieser Woche in der Pfälzer Idylle jedenfalls nicht.

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