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Dienstag, 09.10.2018

Im Motocross-Fieber

Am Sonnabend steigt in Schwepnitz der 2. Cross-Country-Lauf. Der einheimische Motorsportverein als Veranstalter hofft auf viele Fans.

Von Bernd Goldammer

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Kleine Showeinlage unterm Bagger. Patrick Jentsch ist seit vielen Jahren ein begeisterter Motorsportler. Zusammen mit seinen Vereinsfreunden hat er es geschafft, die Rennstrecke am „Alten Tanklager“ zu errichten.
Kleine Showeinlage unterm Bagger. Patrick Jentsch ist seit vielen Jahren ein begeisterter Motorsportler. Zusammen mit seinen Vereinsfreunden hat er es geschafft, die Rennstrecke am „Alten Tanklager“ zu errichten.

© Bernd Goldammer

Die meisten Vorbereitungsarbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Jetzt freut sich Vereinschef Patrick Jentsch über die geleistete Arbeit seiner Vereinsmitglieder. Der Sonnabend kann kommen.
Die meisten Vorbereitungsarbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Jetzt freut sich Vereinschef Patrick Jentsch über die geleistete Arbeit seiner Vereinsmitglieder. Der Sonnabend kann kommen.

© Bernd Goldammer

Schwepnitz. Am Sonnabend geht es am alten Tanklager bei Schwepnitz um Meter, Sekunden und viel Geschick. Dann läuft hier die nunmehr zweite Rennveranstaltung unter dem Titel „Cross Country Schwepnitz“. Veranstalter ist der Motorsportverein Quad Point Schwepnitz. Motocrossfreunde können sich schon am Freitag ab 17 Uhr anmelden. Sonnabend ist die Anmeldung für die Rennläufe sogar schon um 7 Uhr besetzt. Denn die eiserne Regel besagt, eine Stunde vor Rennbeginn müssen alle Teilnehmer registriert sein.

9.30 Uhr wird der Renntag mit einem Quadrennen eröffnet. Eine Stunde lang werden sich Fahrer hier zahlreiche heiße Runden liefern, die auch für motorsportbegeisterte Zuschauer hochinteressant sein dürften. Ab 11 Uhr gehen dann die Crossfahrer mit ihren Motorobikes an den Start. 13 Uhr beginnt die große Stunde der Kinderbiker. Wer das neunzigminütige Enduro-Rennen miterleben möchte, sollte spätestens um 14 Uhr seinen Platz an der Rennstrecke des alten Tanklagers gefunden haben. Das wird nämlich das interessanteste Rennen auf der 2,6 Kilometer langen Strecke sein. Die Siegerehrung wird nach 16,10 Uhr erwartet.

Mit dieser Veranstaltung festigen die Schwepnitzer ihren guten Ruf als fester Veranstaltungsort für Motorsport. Viele Jahre waren sie mit ihren Rennveranstaltungen anderswo unterwegs gewesen. Dabei entstand ein großer Schatz an Erfahrungen. Doch immer gab es den Traum von der eigenen Rennstrecke. „Dadurch sollten sich für unsere Aktiven gute Trainingsmöglichkeiten ergeben“, erinnert sich Patrick Jentsch. Das Gelände am alten Tanklager war perfekt. Es liegt am Ortsausgang, an der Straße zum Industriegebiet. Doch kein geringerer als der amerikanische Automobilbauer Henry Ford prägte den Satz: „Alles beginnt mit einem Traum“.

Und so war es auch in Schwepnitz. Die Motorsportfreunde waren gern bereit, kräftig zuzupacken. Allein, es fehlte an einem, der sich den Hut für das Projekt aufsetzen wollte. Rennstreckenbau ist heutzutage kein leichtes Unterfangen. Irgendwann war Patrick Jentsch bereit. Und er war genau der Richtige. Er ist in der Szene gut vernetzt und kennt Ansprechpartner aus gemeinsamer Zusammenarbeit.

Johannes Baumgärtel und René Brückner, die Veranstalter des legendären Knorpelschänken Enduros, haben sich den kommenden Sonnabend dick im Kalender angestrichen. Sie wollen in Schwepnitz dabei sein, wenn ihre Motorsportfreunde den zweiten Lauf auf ihrer Strecke durchführen. „Wir engagieren uns schon viele Jahre gemeinsam für den Rennsport. Die Schwepnitzer waren als Fahrer auf unserer Strecke unterwegs – und auch als Helfer beim Streckenbau unterstützen sie uns. Wir hatten viele gute Gedankenaustausche. Und das alles verbindet uns“, sagt René Brückner.

Die Schwepnitzer haben kräftig angepackt. Patrick Jentsch konnte zuerst die Eigentümer von der Crossstrecken-Idee des Vereines überzeugen. „Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich sehr“, so der Familienvater. Dann begann ein schwieriges Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz für die Rennstrecke. Experten untersuchten die Strecke und deren Umgebung nach Lebensräumen von seltenen Tieren und Pflanzen. „Wir haben gut zusammengearbeitet und einen Plan zum Erhalt der Pflanzen erstellt. Aber auch die zuständigen Ämter des Landkreises und des Freistaates halfen mit.“

Zuweilen trafen sich die Entscheidungsträger an einem Tisch und besprachen die weiteren Schritte. Auch örtliche Firmen, wie das Betonwerk Johne, unterstützten das Vorhaben. Jetzt nimmt das, was sich die Motorsportler erträumt haben, so richtig Fahrt auf. Dadurch werden sie immer bekannter in der Szene. Es bieten sich bereits gute Kontakte zu professionellen Rennveranstaltern an. Das alles dürfte dem Bekanntheitsgrad der Schwepnitzer dienlich sein. Gewiss auch am 13. Oktober.