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Mittwoch, 14.03.2018

„Ich will die deutsche Nummer eins werden“

Von Alexander Hiller

Die Dresdnerin Lea Johanna Dastich will sich nach ihrer bislang anstrengendsten Saison nun noch mehr in den Blickpunkt schieben. Foto: dpa
Die Dresdnerin Lea Johanna Dastich will sich nach ihrer bislang anstrengendsten Saison nun noch mehr in den Blickpunkt schieben. Foto: dpa

© dpa

Sie hat einiges erreicht in dieser Saison. Dennoch sind für Eiskunstläuferin Lea Johanna Dastich vom Dresdner Eislauf-Club (DEC) nicht alle Träume aufgegangen. Dritte bei der deutschen Meisterschaft, Platz 16 bei ihrer ersten Europameisterschaft im Aktivenbereich und nun, zum Saisonabschluss, mit 164,34 Punkten Zehnte der Junioren-Weltmeisterschaft in Sofia. Der Schützling von Olympiasiegerin Anett Pötzsch blickt im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung auf die Saison zurück und bereits vier Jahre voraus.

Lea, wie schätzen Sie Ihren zehnten Platz von Sofia selbst ein?

Ich bin echt zufrieden. Mein Ziel war es, gut zu laufen und eine gute Punktzahl zu bekommen. Das habe ich erreicht.

Aber Sie konnten Ihren achten Platz aus dem Vorjahr nicht verteidigen.

Platzierungen hängen natürlich auch immer von anderen Startern ab. Und im letzten Jahr waren viele Athletinnen nicht gut bei der Junioren-WM. Ich konnte mir schon nach den Junioren-Grand-Prix denken, dass das Niveau in diesem Jahr noch höher sein würde. Deshalb machte ich mir über meine Platzierung nicht viele Gedanken. Letztes Jahr wäre ich mit dieser Punktzahl viel weiter vorn eingekommen (auf Platz sechs, Anm. d. A.). Diesmal sind alle richtig gut durchgekommen, der Wettkampf hatte ein sehr hohes Level.

Die neue Junioren-Weltmeisterin Alexandra Trusowa hat mit 13 Jahren als erste Läuferin der Welt überhaupt zwei Vierfach-Sprünge in ihrem Programm gestanden. Was halten Sie von dieser technischen Aufrüstung?

Mich hat das richtig beeindruckt. Man schaut schon, was da von unten nachrückt. Sie ist wirklich noch klein und leicht. Und ich stelle mir den Ablauf für solche Supersprünge für sie schon ein bisschen einfacher vor, als für eine erwachsene Läuferin. Aber das ist schon krass.

Die neue Junioren-Weltmeisterin ist vier Jahre jünger als Sie. Lässt Sie diese Qualität an Ihrer eigenen Leistung hin und wieder zweifeln?

Puh, keine Ahnung. Sie ist noch eine reine Juniorin, darf also auch im nächsten Jahr noch nicht bei den Damen laufen. In Deutschland gibt es keine 13-Jährigen, die Vierfach-Sprünge zeigen. Die Russen sind eh immer richtig gut, auch wenn sie keine Vierfachen springen.

Die letztjährige Junioren-Weltmeisterin Alina Sagitowa wurde in Pyeongchang Olympiasiegerin.

Mir ist schon bewusst, wie viele gute Läuferinnen es dort gibt und wie hart der Kampf um die internationalen Startplätze ist. Die Breite und Qualität ist schon heftig.

Und das lässt Sie wirklich nicht verzweifeln?

Wenn ich das machen würde, wäre ich falsch im Leistungssport. Dann hätte ich schon vor ein paar Jahren aufhören können. Man macht das in erster Linie nicht, um gut zu sein, sondern weil mir Eiskunstlauf großen Spaß macht.

Haben Sie sich im Training schon einmal an einen Vierfach-Sprung gewagt?

Ja, vor zwei Jahren habe ich mal einen an der Longe probiert, seither aber nicht mehr. Unter der Saison kann ich so etwas ohnehin nicht trainieren. Da ist es mir wichtiger, an anderen Sachen zu feilen.

Würden Sie sich einen solchen Sprung zutrauen?

Ich weiß es nicht. Das ist schon eine Weile her. Vielleicht probiere ich das noch einmal. Ich glaube, wenn man bereits etwas älter ist, hat man vor solch einem riskanten Sprung mehr Respekt. Ich habe auf youtube auch Stürze von Trusowa gesehen. Man kann sich dabei so wehtun, da kann alles dahin sein. Mit 13 Jahren denkt man nicht so viel darüber nach, da ist es leichter, einfach mal so loszuspringen.

Wie würden Sie Ihre gesamte Saison reflektieren?

Das war so ziemlich die anstrengendste meiner Laufbahn. Ich bin kaputt jetzt. Ich habe eigentlich all meine Ziele erfüllt, konnte mich weiterentwickeln und habe mich von den großen Veränderungen nicht aus der Bahn werfen lassen. Ich kann zufrieden sein.

Mit den großen Veränderungen spielen Sie auf Ihren Umzug im Sommer 2017 von Dresden nach Mannheim an. Der war im Nachhinein also goldrichtig?

Ja, wirklich. Ich glaube, es gab seitdem kaum einen Tag, an dem ich es bereut habe. Ich fühlte mich sehr schnell wohl.

Bei Olympia 2018 waren Sie Ersatzfrau für Nicole Schott. Hat das Ihre Motivation bestärkt, in vier Jahren in Peking selbst dabei zu sein?

Das kann man so sagen. Ich will die deutsche Nummer eins werden.

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