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Donnerstag, 12.07.2018 Aus dem Gerichtssaal

„Ich schneid euch in Stücke!“

Ein Döbelner soll drei Kroaten genötigt und verletzt haben. Das brachte ihn vor Gericht und eine Bewährungsstrafe ein.

Von Helene Krause

© Symbolbild/dpa

Döbeln. Ein 65-jähriger Döbelner soll am Abend des 29. Dezember 2017 vor dem Garagenkomplex an der Mastener Straße eine Machete geschwungen und drei Kroaten mit den Worten bedroht haben: „Ich schneid euch in Stücke“. Diese Tat und eine weitere brachten den Döbelner vors Amtsgericht Döbeln. Vorgeworfen wurden ihm Bedrohung und gefährliche Körperverletzung. Des Weiteren soll der Beschuldigte am Silvesterabend 2017 die Kroaten noch einmal an gleicher Stelle angegriffen haben. Diesmal hatte er einen Unkrautbrenner in der Hand. Mit brennender Flamme soll er auf die Opfer losgegangen sein und einem sogar die Schuhsohle verbrannt haben. Außerdem versprühte er Pfefferspray. Eine Anwohnerin rief die Polizei.

Die Kroaten wollten an beiden Tatabenden in der Nähe der Garagen ein Silvesterfeuerwerk zünden. Wortreich und immer wieder beteuernd, dass sie nichts getan hätten, schildern die Kroaten als Zeugen die Vorfälle. Ihre Aussage bestätigt ein Anwohner der Mastener Straße. Der Zeuge beobachtete den Angriff mit dem Unkrautbrenner am Silvesterabend von seinem Balkon aus. Die Nachbarin, die die Polizei rief, wurde zur Verhandlung nicht als Zeugin geladen. Sie soll nach Angabe des Zeugen nur gesehen haben, wie die Kroaten den Beschuldigten angegriffen hätten. Dass sie den Angeklagten geschlagen und getreten haben, davon sagen die Opfer in der Verhandlung nichts.

„Die Machete war ein Stück Blech mit einem Holzgriff“, sagt der Angeklagte zu dem Vorfall vom 29. Dezember. „Sie war dazu gedacht, Dämmstoffe zu zerteilen.“ Die Kroaten hätten ihm illegale Böller vors Auto geworfen. Weil sie das lassen sollten, hätte es ein Wortgefecht gegeben. Dabei hätte er den Kroaten gedroht, sie in Stücke zu schneiden und dabei das Werkzeug zum Dämmstoffzerteilen hervorgeholt. Außerdem hatte er Angst um seinen Hund, den die Detonationen verschreckt hätten. Dass er am Silvesterabend mit dem Unkrautbrenner unterwegs gewesen sei, gibt der Angeklagte ebenfalls zu. Das hätte er aber nur getan, um seinen Hund vor nicht gezündeten Böllern zu schützen. Als ihn einer der Kroaten den Unkrautbrenner wegnahm, hätte er ein Tierabwehrspray versprüht. Während des Streites hätten die Kroaten ihn zu Boden gestoßen und auf ihn eingeschlagen und getreten.

Obwohl Verteidiger Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich auf Freispruch plädiert, gehen Richter Janko Ehrlich und die Staatsanwaltschaft von der Schuld des Angeklagten aus. Richter Ehrlich verurteilt den bisher nicht Vorbestraften zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten und zwei Wochen, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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