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Donnerstag, 02.08.2018

„Ich finde auch den Pokalwettbewerb reizvoll“

Als neuer Trainer in Pesterwitz auf der Bank: Dietmar Mieller. Foto: F. Rösler
Als neuer Trainer in Pesterwitz auf der Bank: Dietmar Mieller. Foto: F. Rösler

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Fußball-Kreisoberligist SV Pesterwitz hat mit Dietmar Mieller einen neuen Trainer verpflichtet. Der Heimatverein des 57-Jährigen ist der FV Hafen Dresden, wo er lange Jahre als Spieler und Übungsleiter wirkte. Nach einem kurzen Abstecher zur SG Dölzschen als Jugendtrainer steht der selbstständige Handwerker nun seit Mitte Juli bei den Randfreitalern unter Vertrag. Er besitzt die B-Lizenz.

Herr Mieller, wie kam der Kontakt zum SV Pesterwitz zustande?

Nun wie in der Branche üblich stand das Gesuch der Pesterwitzer in den sozialen Netzwerken, und ist so bei mir gelandet. Ich habe mich dann beworben, und wurde zu einem Gespräch mit der Abteilungsleitung gebeten. Da ich wohl nicht der einzige vorstellige Kandidat war, kam die nächste Einladung erst eine Woche später. Wir sind uns dann recht schnell einig geworden, und bereits am 17. Juli habe ich meine erste Trainingseinheit mit der Mannschaft absolviert.

Sie sind der vierte Pesterwitzer Trainer in den letzten zwölf Monaten. Planen sie ein längeres Engagement?

Da gab es wohl sehr unterschiedliche Gründe für die Trennungen. Ich möchte darüber keine Wertung abgeben. Sowohl ich als auch der Verein habe keine Grenze festgelegt. Klar müssen beide Seiten erst einmal sehen, wie es passt. Wir sind noch in der Schnupperphase, doch auf einem guten Weg. Zudem steht mir mit Dietmar Barthold als Mannschaftsleiter und Co-Trainer ein langjähriges Vereinsmitglied zur Seite.

Wie ist ihr erster Eindruck von ihrem neuen Team?

Wir haben, wie zu Beginn einer Vorbereitung üblich, bisher viel für die Kraft und Kondition getan. Das sind ja nicht gerade die Lieblingseinheiten eines Fußballers, aber alle hängen sich voll rein. Zur Abwechslung und Aufmunterung gab es auch mal eine 20-minütige Yogaeinheit zwischendurch von meiner Lebensgefährtin Annette Drechsler – einer geprüften Yogalehrerin. Auch die letzte Laufeinheit im Großen Garten war für die Spieler Neuland und die Abkühlung danach im Arnoldbad ein lustiger und sehr willkommener Abschluss des schweißtreibenden Trainingsabends.

Welchen Eindruck machen die Neuzugänge Tom Stephan und Paul Urban von Motor Freital sowie Marcel Kühne aus Dölzschen und Eric Wolf auf Sie?

Für mich sind ja alle neue Spieler. Ich merke keinen Unterschied zwischen Neuzugängen und Alteingesessenen. Also hat die Integration schon mal funktioniert. Tom ist ein sehr erfahrener Spieler, der jedem Kreisoberligisten gut zu Gesicht steht. Die drei anderen Jungs sind junge, hungrige Spieler und werden ihren Weg gehen.

In der Vorsaison belegten die Pesterwitzer am Ende Rang 6. Die Zielstellung für die neue Spielzeit heißt?

Natürlich wollen wir uns steigern, und ich denke, das Potenzial dafür steckt in der Mannschaft. Ich finde auch den Pokalwettbewerb reizvoll. Ich habe mir berichten lassen, der letzte Pesterwitzer Triumph hier liegt ja mittlerweile zehn Jahre zurück.

Welche Spielweise bevorzugen Sie?

Zunächst lege ich viel Wert auf die Fitness. Nur wenn die bis zur 90. Minute stimmt, kann man taktische Vorgaben gewinnbringend umsetzen. Ich lasse gern mit einer Dreierkette in der Abwehr agieren, dazu zwei Sechser als Absicherung. Die Post nach vorn soll über flexible Außen abgehen. Drei variabel agierende offensive Spieler runden meine Wunsch-Aufstellung ab. Ein Leitspruch von mir lautet auch: Intelligente Fußballer wissen immer, warum sie verloren haben!

Die Kreisoberliga startet nur mit dreizehn Mannschaften, und die Personalnot in vielen Fußballabteilungen wird immer größer.

Diese Konstellation mit einem zusätzlichen freien Spieltag ist natürlich alles andere als optimal. Wir werden versuchen, das mit Testspielen zu kompensieren, um im Rhythmus zu bleiben. Auch unser Kader könnte noch Aufstockung vertragen. So mussten wir unser Testspiel beim SV Haselbachtal wegen Spielermangel absagen. In der Urlaubs- und Ferienzeit sicher nicht ungewöhnlich, aber sehr ärgerlich. Es gibt sicher viele Gründe, warum hier und da die Fußballer fehlen. Ich vertrete die Meinung, eine Ursache ist das Geld. Es ist kein Geheimnis, dass im niederen Amateurbereich „Aufwandsentschädigungen“ gezahlt werden. Wer da nicht mithalten kann, muss halt seine besten Spieler ziehen lassen. Ich finde diese Entwicklung nicht gut.

Also muss der kommende Kreismeister nicht nur sportlich, sondern auch finanziell Spitze sein?

Natürlich! Wer das sein wird? Das fragen sie mich bitte in der Winterpause.

Das Gespräch führte Falk Rösler.