• Einstellungen
Samstag, 10.11.2018

Höhenflug im Saurierpark

Von Tilo Berger

Die Saison 2018 ist gerade vorbei, da wirft die Zukunft im Saurierpark schon ihre Schatten voraus. Thomas Stern arbeitet an der Nachbildung eines fleischfressenden Dimetrodons. Bis zur Saisoneröffnung am 1. April 2019 entstehen zwei weitere neue Saurier, ein Vulkan und die Ursuppe, der alles Leben entsprang. Foto: SZ/Uwe Soeder
Die Saison 2018 ist gerade vorbei, da wirft die Zukunft im Saurierpark schon ihre Schatten voraus. Thomas Stern arbeitet an der Nachbildung eines fleischfressenden Dimetrodons. Bis zur Saisoneröffnung am 1. April 2019 entstehen zwei weitere neue Saurier, ein Vulkan und die Ursuppe, der alles Leben entsprang. Foto: SZ/Uwe Soeder

© Uwe Soeder

Vor zwei Monaten hatten die Bautzener Saurier-Väter noch nicht damit gerechnet: Der Freizeitpark in Kleinwelka lockte in diesem Jahr genau so viele Besucher wie 2017. Diana Liebsch von der Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen mbH (BBB) strahlt: „Als wir am letzten Sonntagabend die Tore für dieses Jahr schlossen, standen wieder 235 000 Besucher zu Buche.“ Damit hat der Saurierpark seinen Rekord aus dem Vorjahr wiederholt. „Nach diesem heißen Sommer war das nicht zu erwarten“, erklärt die BBB-Sprecherin. „Aber wir hatten an den Kassen einen traumhaften September und einen sensationellen Oktober.“ Allerdings seien wahrscheinlich zahlreiche Besucher auch gerade wegen der Sommerhitze gezielt nach Kleinwelka gekommen. Denn mit mehr als 3 000 Bäumen gehört der Park zu den schattigsten Freizeitattraktionen in ganz Sachsen überhaupt. „Stammgäste wissen das und kommen gerade deshalb immer wieder.“ Der wiederholte Besucherrekord sei besonders erfreulich, weil in diesem Jahr keine neuen Attraktionen eröffnet wurden. Anders im Vorjahr: Da kamen viele Gäste schon wegen des neuen Mitoseums am Eingang. Das Bauwerk ist dem Prozess der Mitose – der Zellteilung – nachempfunden und stellt somit den Ursprung allen Lebens dar.

Kein Aprilscherz

Wenn sich am 1. April 2019 die Tore des Parks wieder öffnen, sollen die Besucher auch den Ort der ersten Zellteilungen sehen können: die Ursuppe. Sie bildet zusammen mit einem Vulkan ein neues Erlebnis-Areal in der Nähe des Eingangs. Diana Liebsch kündigt eine karge, felsige Landschaft an – und die Besucher sollen auch Lava sehen. Allerdings keine richtige, brodelnd heiße; der aus Baugerüsten gezimmerte Vulkan bleibt kalt und ungefährlich.

Außer dem neuen Erlebnis-Areal bekommt der Park drei neue Saurier. Dino-Schöpfer Thomas Stern aus Leutersdorf arbeitet gerade an einem Nautiloiden und zwei Dimetrodons. Der zehn bis zwölf Meter lange Nautiloid gilt als Vorfahre der heutigen Oktopusse. Der etwa dreieinhalb Meter lange Dimetrodon war ein Fleischfresser, der vor rund 300 bis 270 Millionen Jahren auch im heutigen Mitteleuropa auf Beutezug ging. Während die drei neuen Bewohner Gestalt und Farbe annehmen, müssen ältere Insassen zum Arzt. Dino-Doktor Tom Glöß kümmert sich den Winter über um die diversen Reparaturen, damit alle der mehr als 200 Urviecher im Frühjahr 2019 wieder für die Besucher bereit sind. Da fehlt schon mal ein Zahn, oder ein Dino hat sich den Betonfuß gebrochen, weil jemand verbotenerweise darauf herumgeturnt ist. Oder es ist schlichtweg eine Farbkur notwendig. „Nach der Saison ist immer zugleich vor der Saison“, sagt Diana Liebsch. „Wir nutzen den Winter für Reparaturen, Neubauten und Umbauten.“

Dazu gehört in diesem Jahr die Sanierung des Toilettengebäudes in der Mitte des Parks. Apropos Toiletten: In der Vergangenheit äußerten Besucher wiederholt den Wunsch, auch im hinteren Teil des Parks ein „Örtchen“ vorzufinden. Dieser Wunsch wurde erhört: Bis zur Saisoneröffnung wird in der Nähe des Kletter-Urwaldes ein Toilettencontainer aufgebaut. Und damit er nicht als graues Häuschen in der Landschaft steht, bekommt er ein Kleid aus Aufklebern. Natürlich zum Park passend, stil-echt mit Dino-Motiven.

Pendelbus auch 2019 geplant

Große Saurier-Aufkleber kennen Bautzener schon von einem Bus. Dieser pendelte in diesem Jahr erstmals zwischen Bahnhof und Busbahnhof der Kreisstadt sowie dem Saurierpark, und zwar immer dienstags, donnerstags, sonnabends sowie an Sonn- und Feiertagen. „Dieser Bus soll auch 2019 fahren, da sind wir uns mit Regiobus einig“, sagt Diana Liebsch. An Wochentagen hätten vor allem Gruppen den Bus genutzt, an den Wochenenden eher Familien.

Im 2017 eröffneten Mitoseum rücken über den Winter Handwerker an. Sie bauen einen neuen Einlass für Besucher, die sich nicht erst lange an der Kasse anstellen wollen. Möglich macht dies das neue Online-Ticket. Dieses ist nicht an bestimmte Tage gebunden „und eignet sich deshalb auch als Geschenk“, wie die BBB-Sprecherin augenzwinkernd anmerkt. Bis Weihnachten sollen die technischen Voraussetzungen geschaffen sein, dass jeder Interessent Tickets über die Internetseite des Saurierparks zu Hause buchen und ausdrucken kann. Übrigens zum gleichen Preis wie in diesem Jahr. Nachdem der Saurierpark in die Saison 2018 mit höheren Eintrittspreisen gestartet war, soll es im nächsten Jahr keine Veränderung geben.