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Montag, 06.08.2018

Hitzeschlacht im Zschopautal

Von Dirk Westphal

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Die Gesamtsieger Bärbel Hempel vom ESV Lok Döbeln und Olaf Ueberschär vom SC DHfK Leipzig freuen sich über die Pokale des Döbelner Anzeigers.Foto: Dirk Westphal
Die Gesamtsieger Bärbel Hempel vom ESV Lok Döbeln und Olaf Ueberschär vom SC DHfK Leipzig freuen sich über die Pokale des Döbelner Anzeigers. Foto: Dirk Westphal

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Insgesamt 111 Sportler starteten am Sonnabend beim 36. Eichberglauf auf dem Sportplatz Richzenhain.Foto: André Braun
Insgesamt 111 Sportler starteten am Sonnabend beim 36. Eichberglauf auf dem Sportplatz Richzenhain.Foto: André Braun

© André Braun

In der Regel haben die Veranstalter des Waldheimer Eichberglaufes mit dem Wetter Glück. Kaum einmal war die wohl schwerste, aber auch reizvollste Laufveranstaltung der Region von Regen oder übermäßiger Hitze geprägt. Bei dieser Auflage – wie bereits vor fünf Jahren – verlangten die hohen Temperaturen von den Läufern alles ab, wobei eine Absage der Veranstaltung, im Gegensatz zum ausgefallen Bergzeitfahren des Vortages, nie zur Debatte stand. „Wir hatten eine Notvariante, wenn es ganz verrückt geworden wäre. Aber die mussten wir zum Glück nicht nutzen“, sagte Cheforganisator Günter Weichhold vom SV Aufbau Waldheim. „Und am Ende hat wieder alles gepasst. Wir können mit dem Ablauf zufrieden sein.“

Bei leichtem Wind begaben sich 111 Starter auf die verschiedenen Strecken durch das Zschopautal. Immerhin 66 davon nahmen den langen Kanten über 14 Kilometer in Angriff. Und denen wurde alles abverlangt. Andreas Tesch von SV Aufbau Waldheim, der bislang alle 36 Eichbergläufe absolvierte, sagte: „Ich bin das erste Mal beide Berge hochgelaufen, das habe ich noch nie gemacht. Das war der extremste Eichberglauf aller Zeiten.“ Ronny Naumann vom SV Leisnig 90 pflichtete ihm bei. „Es war die Hölle, viel zu warm“, sagte der Bergstädter, der kürzlich auf dem Rennsteig seinen ersten Marathon absolvierte. Allerdings hatten die Organisatoren auch dafür gesorgt, dass die Sportler auf der Strecke Kühlung erhielten. So gab es zusätzlich zu den Wasserstellen in Limmritz, Steina und Diedenhain bereits am Wendepunkt der Fünf-Kilometer-Runde die erste, außerdem auch kühles Nass aus dem Schlauch. „Das wurde ausgiebig genutzt und half natürlich durchzuhalten“, sagte Weichhold und Achim Kretzschmar vom Holzhandel Ganzig, der die Altersklasse M50 gewann, lobte: „Die Versorgung der Läufer war super, richtig gut.“

Richtig gut war aus Sicht der Organisatoren auch, dass am Ende alle Starter im Ziel ankamen. Gerechnet hatte Günter Weichhold eigentlich mit 80. Dass es insgesamt zwar nicht die 132 des Vorjahres, aber immerhin elf über der 100 waren, damit war er sehr zufrieden. Mit dafür sorgten dabei natürlich die Fuß- und Handballer des SV Aufbau beziehungsweise des VfL Waldheim 54, die den Lauf zur Saisonvorbereitung nutzten und damit doch Starter ersetzten, die von der extremen Witterung abgeschreckt wurden. „Klar musste man insgesamt Abstriche machen, doch der Großteil der Läufer ist gekommen“, so Weichhold, der sich besonders freute, dass mit Olaf Ueberschär vom SC DHfK Leipzig ein erfolgreicher Triathlet angereist war, der dem Lauf seinen Stempel aufdrückte und in der Zeit von 58:48 Minuten überlegen gewann. „Den Lauf fand ich absolut schön. Auch die Temperaturen waren in Ordnung. Es gab ausreichend Getränkestellen und viel Schatten auf der Strecke. Als Leipziger bin ich natürlich Flachlandtiroler und da war das erste Drittel des Laufes schon anspruchsvoll. Vor allem die vielen Steine und Wurzeln, schmale Pfade, das ganze Auf und Ab. Meine Frau mag das total, aber ich bin jemand, der lieber geradeaus läuft. In der zweiten Hälfte ging es für mich bedeutend besser, da waren die Wege breiter, aber genau der Wechsel macht den Lauf hier ja aus. Es hat echt viel Spaß gemacht. Die Zeit war sekundär. Ich wollte vorne angekommen, das hat geklappt und viel Freude gemacht“, sagte der Messestädter dem Döbelner Anzeiger und kündigte an, kommendes Jahr wieder in Waldheim starten zu wollen, wenn es zeitlich passt. „Solche Strecken gibt es in Leipzig natürlich gar nicht, aber wir haben Blut geleckt.“

Die Gesamtsiegerin der Frauen, Bärbel Hempel vom ESV Lok Döbeln, kannte dagegen die Ansprüche, die der Eichberglauf stellt, auch wenn sie diesen lange nicht mehr gelaufen sei. „Es war brutal heiß, das kann man nicht anders einschätzen“, sagte sie und fügte an: „Man läuft natürlich durch das schöne Zschopautal, aber es ist auch viel Wiese dabei, wo es keinen Schutz vor der Sonne gibt. Für das Wetter war ich allerdings mit der Zeit zufrieden und wenn man gewinnt, kann man das auch.“

Und zufrieden, das waren letztendlich auch die Veranstalter vom SV Aufbau Waldheim, die sich nochmals bei den Helfern bedanken, die jedes Jahr wieder einen reibungslosen Ablauf ermöglichen, egal wie die äußeren Bedingungen aussehen. „Denen kann man das nicht hoch genug anrechnen“, sagt Günter Weichhold, der sich kommendes Jahr normaleres Wetter wünscht, damit wieder noch mehr Läufer beim dann 37. Eichberglauf starten.

mittelsaechsische-lauftour.com

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