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Donnerstag, 12.07.2018

Historische Funde bleiben in der Augustusbrücke

Was die zusätzlichen Arbeiten kosten, ist noch offen. Am Wochenende ist wieder das Terrassenufer gesperrt.

Von Christoph Springer

Die Steine links im Vordergrund gehören zu einem Vorgänger der Augustusbrücke. Sie sind bis zu 900 Jahre alt. Archäologen haben sie untersucht. Sie sollen erhalten werden, bleiben aber nicht sichtbar.
Die Steine links im Vordergrund gehören zu einem Vorgänger der Augustusbrücke. Sie sind bis zu 900 Jahre alt. Archäologen haben sie untersucht. Sie sollen erhalten werden, bleiben aber nicht sichtbar.

© M. Döring

Wenn am Wochenende erneut das Terrassenufer gesperrt ist, finden an der Augustusbrücke Arbeiten statt, die den neuen Bogen danach aussehen lassen, als stünde er schon immer dort. Die Arbeiter entfernen Betonreste, die zurzeit noch in den Rechtecken auf der Unterseite des Bogens kleben. Außerdem müssen sie Verschalungsteile abnehmen, die sich nicht von dem neuen Bau gelöst haben. Dafür brauchen sie die Zeit von Freitag 20 Uhr bis Montagmorgen 5 Uhr. Weitere Sperrungen sind danach erst wieder im Herbst geplant.

Der neue Brückenbogen ist inzwischen gut zu erkennen. Oben werden zurzeit Betonschichten aufgetragen und die Stirnmauern errichtet. Sie befinden sich auf beiden Bogenseiten direkt am Rand. Dort verwenden die Bauleute die alten Sandsteine. Sind sie zu kaputt, werden sie aufgearbeitet oder durch neue Steine ersetzt.

Unterdessen ist die Arbeit der Archäologen an der Brücke abgeschlossen. Nachdem auf Neustädter Seite Teile alter Brücken entdeckt worden sind, haben sie die Steine untersucht. Inzwischen steht fest, dass sie erhalten werden sollen, aber nicht sichtbar bleiben. Reinhard Koettnitz, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, erklärt die historischen Steine: „Die ältesten stammen wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert. Es könnte sich um einen Brückenbogen und Pfeiler handeln.“ Wer vom Neustädter Markt kommt und auf der Brückenrampe einen Blick auf den abgesperrten Bereich wirft, entdeckt leicht das alte Mauerwerk aus großen, grob behauenen Steinen.

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Etwa in der Brückenmitte ist inzwischen die neue Betonschicht auf den Bögen zu erkennen. Die Arbeiter setzen derzeit sogenannte Kehlsteine. Das sind alte Sandsteine mit einer Rundung, an die sich künftig wieder die Brüstung anschließt. Außerdem werden auf riesigen Gewindestangen vorgefertigte Plattformen mit Rohren aufgesetzt, in denen künftig die Masten für die Oberleitung der Straßenbahn stehen.

Der Nachricht, dass die Brücke deutlich teurer als geplant wird, widerspricht Koettnitz. Seit 2015 sei von den dabei angegebenen 24,9 Millionen Euro ausgegangen worden. Dazu gehören auch 3,2 Millionen Euro Planungskosten. Dass die Umplanungen, die jetzt wegen der historischen Funde nötig sind, zusätzliches Geld kosten, stellt Koettnitz nicht infrage. Wie viel das sein wird, kann er noch nicht sagen.

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