• Einstellungen
Montag, 02.07.2018

Hirschfelde ist „das Beste, was uns passieren konnte“

Von Reiner Seifert

Tina und Nelly (rechts) Schumann gehören seit zehn Jahren zu den Leistungsträgerinnen beim FSV Hirschfelde.Foto: Thomas Eichler
Tina und Nelly (rechts) Schumann gehören seit zehn Jahren zu den Leistungsträgerinnen beim FSV Hirschfelde. Foto: Thomas Eichler

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Zwei Dresdner Schwestern verstärken seit 2009 das Hirschfelder Bundesligateam und standen auch am letzten Heimspieltag der Feldsaison 2018 in den Reihen des Tabellenfünften. Die 33-jährige Nelli Schumann als Zuspielerin und ihre knapp drei Jahre jüngere Schwester Tina als Abwehrspezialistin gehören zu den Leistungsträgerinnen der Mannschaft und waren am Sonntag an den Siegen gegen den TV Obernhausen (3:0) und TV Stammheim (3:1) wesentlich beteiligt.

„Opa hat uns als Kinder für den Sport begeistert. Beim ESV Dresden fanden wir zum Faustball, durchliefen die Schüler- und Jugendmannschaften des Vereins und spielten später mit dem Damenteam in der Bundesliga“, erzählt Nelli und Tina ergänzt: „Da wir auch auf längere Sicht höherklassig spielen wollten, wechselten wir nach Hirschfelde. Peggy Rathmann, die damals für ein Jahr zu unserer ESV-Mannschaft gehörte, war daran nicht ganz unbeteiligt.“

Die Schwestern sind sich einig: „Das Beste, was uns passieren konnte, war und ist Hirschfelde. Hier zu spielen, macht richtig Spaß. Wir sind eine tolle Mannschaft, fast wie eine kleine Familie und verstehen uns prima. Da ist uns auch keine Fahrt zu den Punktspielen nach Bayern, Hessen oder Baden-Württemberg zu weit. Wie auch die zum wöchentlichen Training mit der bundesligaerfahrenen Männermannschaft vom SSV Heidenau. Tina Schumann hat, abgesehen von einer Verletzung, kaum ein Bundesligaspiel versäumt. Nelli pausierte für kurze Zeit nur nach der Geburt ihrer inzwischen siebenjährigen Tochter und der vierjährigen Zwillingsmädchen.

Nelli und Tina standen mit dem Hirschfelder Bundesligateam fünfmal in der Endrunde um die deutsche Feldmeisterschaft und erkämpften erst im April mit dem AK 30-Team den deutschen Vizemeistertitel in der Halle. „Famlie, Beruf und Sport immer unter einen Hut zu bringen, war und ist nicht immer ganz einfach und nur mit Unterstützung der Familie und von Freunden möglich“, wissen Diplom-Volkswirtin Nelli Schumann und Biologin Dr. rer. nat. Tina Schumann, wem besonderer Dank gebührt.

Ob sie noch eine weitere, die dann elfte Saison in Hirschfelde dranhängen, wollen die Schumann-Schwestern zur gegebenen Zeit entscheiden.

Zwei Heimsiege

„Wir müssen heute beide Spiele gewinnen, um uns die Chance auf Platz drei und damit auf die Teilnahme an der Endrunde um die deutschen Meisterschaft zu erhalten“, ließ die ehemalige Nationalspielerin Linda Scholze am Sonntag keine Zweifel am Vorhaben der Hirschfelderinnen aufkommen. Der unüberhörbaren Einstimmung im Spielerinnenkreis „FSV – kämpft wie Sau!“ folgte die Umsetzung auf dem Spielfeld.

Davon wohl etwas beeindruckt geriet der TV Obernhausen schnell mit 1:3, später mit 4:9 in Rückstand und musste sich am Ende mit 6:11 geschlagen geben. Im zweiten und dritten Satz ein ähnlicher Spielverlauf. Mit bis zu vier, fünf Punkten in Führung liegend, gewann Hirschfelde beide Sätze jeweils mit 11:7. „Vom für Heimspiele typisch nervösen Beginn war diesmal nichts zu spüren. Die Mannschaft fand schnell zu ihrem Spiel. Gelungene Angriffe, wenig Eigenfehler und eine gute Abwehr bildeten die Grundlage für den sicheren Sieg“, resümierte Trainer Dirk Hochler.

Im zweiten Spiel ließen sich die Hirschfelderinnen vom Tabellenletzten TV Stammheim überraschen und verloren den ersten Satz mit 9:11. „Wir fühlten uns wohl zu siegessicher, schenkten den Gästen durch Eigenfehler neun Punkte und erhielten prompt die Quittung,“ erklärte Linda Scholze den Ausrutscher. In den Sätzen zwei (11:9), drei (11:6) und vier (11:3) folgte die Wiedergutmachung zum 3:1-Endstand.

Der Kampf um Platz drei und damit die Teilnahme an der DM-Endrunde ist wohl entschieden. Am letzten Spieltag muss der FSV Hirschfelde auswärts gegen den vier Punkte besseren Drittplatzierten TV Eibach antreten, der auch über das bessere Satzverhältnis verfügt. Zweiter Gegner ist der Tabellensechste TV Segnitz. (rs)

FSV Hirschfelde: Sofie Hamann, Linda Scholze, Peggy Rathmann, Nelli und Tina Schumann, Pauline Brun, Pauline Neumann, Celine Krause.

Tabelle

1. TSV Dennach 14   39: 8   24: 4

2. TSV Calw 14   38: 7   24: 4

3. TV Eibach 03 14   31:19   20: 8

4. TV Vaihingen/Enz 14   28:23   16:12

5. FSV Hirschfelde 14   25:24   16:12

6. TV Segnitz 14   22:28   10:18

7. TV Obernhausen 14   17:32   10:18

8. SV Tannheim 14    9:37    4:24

9. TV Stammheim 14    8:39    2:26