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Montag, 11.06.2018

Heimatverbunden und engagiert für das Gemeinwohl

48-Stunden-Aktion des Landkreises Bautzen spornte in Lohsa, Hermsdorf (Spree) und Hoyerswerda viele Jugendliche an.

Von Andreas Kirschke

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Am Bahnhaltepunkt Hoyerswerda-Neustadt reinigte der Jugendstadtrat im Rahmen der 48-Stunden-Aktion des Landkreises Bautzen die Unterführung. Die Schüler entrosteten und strichen Geländer. Sie malerten zudem die Wände. Zu den Teilnehmern gehörten Karl-Christian Koch (16) aus der 10 C des Johanneums, Ben Fischer (15) aus der 9 C des Lessing-Gymnasiums, Theo Dopatka (15) aus der 9 C des Lessing-Gymnasiums und Marija Skvoznikova (17) aus der 11 II des Léon-Foucault-Gymnasiums. (von links nach rechts im Bild zu sehen).Fotos: Andreas Kirschke (3)
Am Bahnhaltepunkt Hoyerswerda-Neustadt reinigte der Jugendstadtrat im Rahmen der 48-Stunden-Aktion des Landkreises Bautzen die Unterführung. Die Schüler entrosteten und strichen Geländer. Sie malerten zudem die Wände. Zu den Teilnehmern gehörten Karl-Christian Koch (16) aus der 10 C des Johanneums, Ben Fischer (15) aus der 9 C des Lessing-Gymnasiums, Theo Dopatka (15) aus der 9 C des Lessing-Gymnasiums und Marija Skvoznikova (17) aus der 11 II des Léon-Foucault-Gymnasiums. (von links nach rechts im Bild zu sehen).Fotos: Andreas Kirschke (3)
Die Jugendfeuerwehr Hermsdorf/Spree packt bei der 48-Stunden-Aktion an: Bruno Förster (11), Tobias Kletzke (11) und Chris-Paul Soisch (10) (v. li. n. re.) gehören zur Hermsdorfer Jugendfeuerwehr. Für den Feuerwehr-Parcours gestalteten sie Reifen.
Die Jugendfeuerwehr Hermsdorf/Spree packt bei der 48-Stunden-Aktion an: Bruno Förster (11), Tobias Kletzke (11) und Chris-Paul Soisch (10) (v. li. n. re.) gehören zur Hermsdorfer Jugendfeuerwehr. Für den Feuerwehr-Parcours gestalteten sie Reifen.
Die Jugendfeuerwehr Hermsdorf/Spree packt bei der 48-Stunden-Aktion an: Bruno Förster (11), Tobias Kletzke (11) und Chris-Paul Soisch (10) (v. li. n. re.) gehören zur Hermsdorfer Jugendfeuerwehr. Für den Feuerwehr-Parcours gestalteten sie Reifen.
Die Jugendfeuerwehr Hermsdorf/Spree packt bei der 48-Stunden-Aktion an: Bruno Förster (11), Tobias Kletzke (11) und Chris-Paul Soisch (10) (v. li. n. re.) gehören zur Hermsdorfer Jugendfeuerwehr. Für den Feuerwehr-Parcours gestalteten sie Reifen.

Laub, Äste, Plastikmüll und Papier übersäen die Parkbühne Lohsa. Gestrüpp verunstaltet die Hänge. Der kleine Tunnel und die Aufgänge weist erste Risse auf. „So kann es nicht bleiben. Wir wollen wieder Leben in den Park bringen. Wir wollen auch einige Unfall-Schwerpunkte beseitigen“, unterstreicht der Lohsaer Wehrleiter Thomas Schwanitz. Mit Kindern der Jugendfeuerwehr Friedersdorf, mit anderen Jugendlichen, mit Eltern und vielen Helfern packt er Sonnabendmorgen fleißig mit zu. „Gemeinsam sind wir stark“ heißt ihr Tagesmotto. Die Initiative gehört zur 48-Stunden-Aktion des Landkreises Bautzen für soziale Zwecke. Diese besteht seit 2007 kontinuierlich.

„Dieses Jahr nehmen 97 Gruppen im gesamten Landkreis teil. Sie kommen von Bildungseinrichtungen wie Schulen und Kitas, von Feuerwehren und von freien Gruppen wie Ortsvereinen. Rund 1 000 Jugendliche sind insgesamt eingebunden“, sagt Sozialarbeiter Silvio Thieme, Koordinator im Bereich Hoyerswerda. Seit 2013 betreut er die Aktion kontinuierlich. Der Kreis Bautzen gehört aktuell zu den teilnehmerstärksten Kreisen in Sachsen. „Das Gros sind Bauprojekte“, erläutert der Koordinator. „Im Raum Hoyerswerda haben wir von zehn umgesetzten Projekten fünf mit vertiefendem sozialem Charakter.“ Zwei Klassen des Einstiegsjahrgangs 2015 im Beruflichen Schulzentrum Konrad Zuse und die Bildungsstätte für Medizinal- und Sozialberufe e.V. engagierten sich für die Betreuung und Unterstützung des Europalaufs in Hoyerswerda (siehe Seite 13). Der Sportverein SV Glückauf Knappenrode lädt zum Kinder- und Sportfest ein. Die Jugendfeuerwehr Hermsdorf / Spree gestaltet einen Feuerwehr-Parcours. „All dies ist einzigartig“, meint Silvio Thieme und betont. „Die 48-Stunden-Aktion ist die größte Jugend-Aktion im Kreis. Jugendliche engagieren sich aktiv für das Gemeinwohl. Das schafft Verbundenheit mit dem Heimatort. Das stärkt Eigenverantwortung und Wertschätzung. Denn selbst Geschaffenes achtet man mehr.“

Verbindend und verbindlich ist die Aktion. Jede Teilnehmergruppe erhält einen Fragebogen zur Auswertung. Darin vermerkt sie Inhalte, Motivation, Umsetzung, Reserven und Zukunftsideen. Und nun zu den Ergebnissen, die Silvio Thieme sah:

Am Bahnhaltepunkt Hoyerswerda-Neustadt reinigte der Jugendstadtrat die Unterführung. Die Schüler entrosteten und strichen Geländer. Sie malerten zudem die Wände. Für die professionelle Wandgestaltung sorgen Mitglieder der Gruppe „Alte Schule Hoyerswerda“. „Die Unterführung war verschmiert, vermüllt und trostlos. Es gab sogar Hakenkreuze an der Wand. Das war kein guter Empfang in Hoyerswerda“, meint Marija Skvoznikova, Vorsitzende des Jugendstadtrates. „Wir nehmen teil an der Aktion mit dem Motto «Eine gute Tat für unsere Stadt».“ Den Anstoß für die Aktion gaben Bürger wie Detlef Degner und Stadtrat Frank Hirche (CDU -MdL-). Nach 2014, 2016 und 2017 nahm der Jugendstadtrat zum vierten Mal an der 48-Stunden-Aktion teil. „Daran wollen wir weiter anknüpfen.“.

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In Lohsa brachte die Jugendfeuerwehr Friedersdorf mit Unterstützern die Parkbühne in Ordnung. Unfallstellen wie Baumstümpfe, lose Steine, Unebenheiten und Risse galt es zu beheben. Auf- und Abgänge an der Bühne wurden stabilisiert. Im Park selbst harken die rund 30 Teilnehmer reichlich Laub. Sie entfernten Müll, Glas und Unrat. „Symbolisch pflanzen wir am Ende der Aktion einen Baum“, sagte Beate Schulze, Leiterin der Jugendfeuerwehr Friedersdorf. „Damit zeigen wir: Der Park lebt, wir erhalten ihn für die Nachwelt.“ Isabel, Elias, Willy, Tino und die anderen Kinder packten Sonnabend tüchtig mit zu. Eltern wie Reiko Stephan brachten sich ein. „Es geht um unseren Ort“, unterstrich er. „Dafür ist eine gemeinnützige Aktion sehr förderlich. Ohne Eigenverantwortung, ohne Ehrenamt geht nichts. Mit der Aktion unterstützen wir die Organisatoren des Herbstmarkts im Lohsaer Park.“ Übrigens gab es noch eine besondere Anerkennung: Das Projekt erreichte den 1. Platz in der Kategorie „Feuerwehren“ beim Sonderpreis der Sparkassen.

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Fleißige Hände regten sich Sonnabend auch in Hermsdorf / Spree. Kinder der Jugendfeuerwehr und aus dem Ort sowie Eltern packten an. Bereits Freitagabend haben sie den Sportplatz gemäht, markiert und gestaltet. Er dient künftig zur Ausbildung. Dort können auch Feste mit stattfinden. „Wir gestalten zudem einen Feuerwehr-Parcours. Zu dieser Laufstrecke gehören acht Reifen, ein Knoten-Reck und eine Hoch-Tief-Lauf-Strecke“, erläuterte Annett Dotschko, die zusammen mit Monique Schulz die Jugendfeuerwehr betreute. „Der gesamte Parcours ist eine mobile Einrichtung. Wir können sie überall hin mitnehmen und wieder aufbauen, wir können sie auch ausleihen.“ Dank fleißiger Eltern, dank Unterstützung durch Firmen, durch den Heimatverein und durch den Traditionsverein (früher Jugendklub) war die Aktion in Hermsdorf möglich. Engagierte handwerklich geschickte Väter wie Jörg Gregor, Ulrich Adamiak, Uwe Zieger und André Kopenatsch sägten, schliffen und montierten die Geräte. Fleißige Mütter halfen bei der Versorgung. „Wir nehmen zum ersten Mal an der 48-Stunden-Aktion teil. Eine sehr lohnenswerte, gute Aktion“, meinte Annett Dotschko. „Sie stärkt die Teamfähigkeit der Kinder, führt sie an die Jugendfeuerwehr und ans Dorfleben heran.“ Gerade das Ehrenamt, betonen die Mütter , ist ein wertvoller Schatz. Er sei Vorbild für die Kinder. „Diesen Schatz sollten wir erhalten.“