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Donnerstag, 08.11.2018

Hausschwamm zerfrisst Schuldach

Der zerstörerische Pilz hat das Goethe-Gymnasium in Sebnitz befallen. Der Dachstuhl muss teilweise erneuert werden.

Von Dirk Schulze

Zimmerer Rajko Weinert sägt einen vom Schwamm befallenen Balken heraus. Ersatz liegt schon bereit.
Zimmerer Rajko Weinert sägt einen vom Schwamm befallenen Balken heraus. Ersatz liegt schon bereit.

© Dirk Zschiedrich

Sebnitz. Im Flur neben dem Kunsterziehungszimmer im vierten Obergeschoss des Sebnitzer Goethe-Gymnasiums ist der Weg versperrt. Der Durchgang zu den Toiletten ist mit Folie verhangen, die Ränder sind mit Klebeband fixiert. Nur durch einen integrierten Reißverschluss gelang man hindurch. Für die Schüler ist der Bereich dahinter tabu. Handwerker mit Mundschutz hantieren dort mit Chemikalien.

Das freigelegte Mauerwerk wird mit einem Schwammbekämpfungsmittel geimpft, wie die Stadt Sebnitz mitteilt, der das Schulgebäude gehört. Im Dachgebälk von Haus I des 1907/08 von Stadtbaumeister Walther Wolff errichteten Schulgebäudes hat sich der Echte Hausschwamm eingenistet. Das wurde bei einer geplanten Dachreparatur entdeckt. Befallen sind Teile der hölzernen Dachstuhlkonstruktion und des angrenzenden Mauerwerks. Um das genaue Ausmaß des Schwammbefalls zu ermitteln, mussten die Handwerker bereits einen Teil der Decke zwischen dem vierten Obergeschoss und dem Dach entfernen. An der Rückseite des Schulgebäudes wurde vergangene Woche ein Gerüst gestellt. Von dort aus wird in den kommenden Tagen das Dach auf einer Gesamtfläche von etwa 175 Quadratmetern geöffnet.

Der Echte Hausschwamm ist ein holzzerstörender Pilz, der verbautes Holz befällt und sogar Mauerwerk durchwachsen kann. Wird er nicht rechtzeitig und fachgerecht bekämpft, kann der Pilz im schlimmsten Fall Holzbalkendecken und Dachstühle zum Einsturz bringen.

Zur Beseitigung des Hausschwamms sind nun umfangreiche Zimmerer- und Maurerarbeiten erforderlich, teilt die Stadtverwaltung mit. Die befallenen Putz- und Mauerteile werden abgehackt und entsorgt. Die herausgenommene Decke muss auf rund 50 Quadratmetern neu eingesetzt werden. Neue Balken liegen schon bereit. Nach derzeitigem Stand kosten die Arbeiten mindestens 50 000 Euro.

In dem betroffenen Dachbereich hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Wassereintritte gegeben, erklärt Schulleiter Andreas Seltmann. Die wurden gemeldet und beseitigt. Nun wurde bei Routinearbeiten der Schwammbefall festgestellt. Auf den Unterricht hat das bisher keine direkten Auswirkungen. Lediglich ein Randteil des Flures und eine Toilette mussten gesperrt werden, das danebenliegende Kunstzimmer ist weiterhin nutzbar. Unter Umständen muss noch ein Unterrichtsraum im Untergeschoss gesperrt werden, weil dort das Baugerüst vor den Fenstern steht und den vorgeschriebenen zweiten Fluchtweg einschränkt. Dies ließe sich aber eventuell noch durch Umbauten am Gerüst abwenden.