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Dienstag, 10.07.2018

Happy End in Thailand

Die aufwendige Aktion ist erfolgreich verlaufen. Nach 17 Tagen in einer Höhle sind die zwölf Spieler einer thailändischen Fußball-Jugendmannschaft und ihr Trainer gerettet.

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Das via Twitter von Elon Musk verbreitete Bild zeigt die Retter in der Höhle, in der eine Jugendmannschaft und ihre Trainer seit dem 23. Juni eingeschlossen waren. Alle konnten gerettet werden.
Das via Twitter von Elon Musk verbreitete Bild zeigt die Retter in der Höhle, in der eine Jugendmannschaft und ihre Trainer seit dem 23. Juni eingeschlossen waren. Alle konnten gerettet werden.

© Uncredited/Elon Musk via Twitter

Mae Sai. Nach 17 Tagen in einer dunklen Höhle sind die zwölf Spieler einer thailändischen Fußball-Jugendmannschaft und ihr Trainer alle gerettet. Dies teilte die thailändische Marine mit. Die letzten fünf Eingeschlossenen wurden am Dienstag von Spezialtauchern in einem hochgefährlichen Einsatz über Stunden hinweg ins Freie gebracht. Nach ersten Angaben der Ärzte haben die Geretteten die lange Zeit des Zittern und Bangens verhältnismäßig gut überstanden.

Das glückliche Ende des Höhlendramas grenzt für viele an ein Wunder. Auch Experten hatten es kaum für möglich gehalten, das Team des Fußballvereins „Wildschweine“ aus ihrem Zufluchtsort in vier Kilometern Tiefe sicher nach draußen zu bringen.

Der Weg zurück ans Licht dauerte jeweils mehrere Stunden. Große Teile der Höhle waren überflutet. Keines der Kinder hatte Erfahrung im Tauchen, weshalb sie von den Profis in den Schlepptau genommen wurden. Manche Stellen in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non waren so eng, dass auch die Kinder kaum durchpassten.

Als vorletzter der insgesamt zwölf Spieler kam der jüngste nach draußen. Er ist erst elf.

Der letzte von insgesamt drei höchst gefährlichen Einsätzen hatte um 10.08 Uhr Ortszeit (05.08 Uhr MESZ) begonnen. Zuvor hatte es die ganze Nacht über wieder heftig geregnet. Als Ziel gab Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn aus, bis zum Abend alle Eingeschlossenen herauszuholen - was dann innerhalb von etwa acht Stunden auch tatsächlich gelang.

Bei den ersten beiden Tauch-Aktionen am Sonntag und Montag waren bereits acht Jungen gerettet worden, jeweils in Vierer-Teams. Ihnen geht es verhältnismäßig gut. Sie sollen aber noch mindestens eine Woche im Krankenhaus bleiben. Am Dienstag entschieden die Retter dann aber, die restlichen fünf Eingeschlossenen alle herauszuholen. Niemand wollte dem Trainer oder gar einem der Jungen zumuten, eine weitere Nacht in der Dunkelheit ausharren zu müssen - und das noch allein.

Das Fußballteam war am 23. Juni bei einem Ausflug in die Höhle von den Wassermassen überrascht worden. Erst nach neun Tagen, in denen es keinerlei Lebenszeichen gab, wurden die Jungen und ihr Trainer von britischen Höhlentauchern entdeckt. Die Rettung wurde dann zu einem Kampf gegen Wetter und Zeit. In Südostasien ist gerade Monsun-Saison. Die ganze Zeit drohte, dass das Wasser in der Höhle so schnell steigt, dass die Hilfsaktion abgebrochen werden muss. Deshalb wurde auch darüber nachgedacht, Tunnel in die Tiefe zu bohren.

In der Region im Norden Thailands, an der Grenze zu Myanmar, gab es auch am Dienstag wieder heftige Regenfälle. Dann brannte plötzlich die Sonne vom Himmel herab. Das Kernteam des Rettungseinsatzes bestand aus mindestens 19 Spezialtauchern, die meisten aus dem Ausland. Insgesamt waren mehr als 1000 Retter beteiligt.

Nach Angaben der behandelnden Ärzte geht es den anfangs Geretteten den Umständen entsprechend gut. Die Kinder sollen jetzt aber noch mindestens eine Woche im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai bleiben. Zwei haben minderschwere Lungen-Infekte. Nach den mehr als zwei Wochen in der Dunkelheit müssen alle zum Schutz vor dem Tageslicht Sonnenbrillen tragen. Die ersten bekamen auch schon Besuch von Eltern und Geschwistern. Allerdings durften sie sich nur durch Glasscheiben sehen, aus Angst vor Infekten. (dpa)

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 8 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Manfred Hengst

    Mit Interesse und Mitgefühl hab ich die Rettungsaktion der Kinder aus der Höhle verfolgt und bin froh über die Rettung. Aber ich stelle mir die Frage warum berichten wir nicht täglich über die Rettungsversuche der Flüchtlinge in Mittelmeer. Zur Erklärung, auch die Jugendlichen sind freiwillig in die Höhle gegangen.

  2. @1.

    Vermutlich haben die einfach die falsche Religion und werden damit von unserer Christlich/Jüdischen Leitkultur als Menschen zweiter Klasse betrachtet. Wenn man dann noch liest, dass einige "Politiker" am liebsten auf diese Leute schießen würden, nur um sie außer Landes zu halten, erübrigt sich eigendlich jede Frage. In was für einer "Union" muss man hier leben??!

  3. tampico

    [email protected] 2 Bevor Sie etwas schreiben, sollten Sie sinniger Weise erst mal tiefere Überlegungen anstellen!

  4. Oberlausitzer

    @ Manfrag Hengst: Man berichtet doch täglich über die Schlepperorganisationen im Mittelmehr.

  5. Sören Göhler, Dresden

    Herzlichen Glückwunsch und gute Genesung denen, die jetzt etwas angeschlagen sind! Allerdings darf man nicht vergessen, daß einer der Retter dabei ums Leben kam. @2: Das liegt vielleicht daran, daß Buddhisten bzw. Thailänder uns Farangs nicht als "Kuffar" - Ungläubige - betrachten, mit denen man als gläubiger Moslem machen kann was man will. WIR sind also in DEREN Sicht die minderwertigen https://youtu.be/eTxjMkStgTY Menschen! Die Asiaten wiederum, die bereits hier leben, stellen auch keine Ansprüche, sondern sie machen ihr Ding, verdienen sich ihren Lebensunterhalt selbst, fallen niemandem zur Last und gut ist. Von von Asiaten ausgehenden "Kölner Silvesterparties" habe ich noch nie etwas gelesen oder gehört. Das ist der Unterschied, verstehst Du?

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