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Montag, 11.06.2018

Hainsberg punktet beim Abschied im Waldstadion

Von Jürgen Schwarz

Hainsbergs Kicker (in Rot) verteidigen mit dem Punktgewinn im Spitzenspiel bei Sebnitz ihren zweiten Tabellenplatz. Foto: Dirk Zschiedrich
Hainsbergs Kicker (in Rot) verteidigen mit dem Punktgewinn im Spitzenspiel bei Sebnitz ihren zweiten Tabellenplatz. Foto: Dirk Zschiedrich

© Dirk Zschiedrich

Mit 100 Litern Freibier feierten Spieler, Trainer, Fans und Unterstützer am Sonnabendabend im Mittweidaer „Stadion am Schwanenteich“ den Meistertitel ihres SV Germania. Zuvor hatte sich der Meister der Fußball-Landesklasse Mitte im letzten Heimspiel gegen den Staffelzwölften Hartmannsdorfer SV Empor mit 2:1 durchgesetzt. Gespielt wurde aber in Altmittweida auf dem Sportplatz „An der Reichskrone“.

Silvio Grötzsch (68. Minute ) und Kevin Frieden (82.) erzielten dort die Tore für den Tabellenführer. Carlo Nitschke hatte in der 77. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich markiert. Vor Ort war auch Staffelleiter Günter Urban – und der hatte die nächste Hiobsbotschaft im Gepäck: „Der SV Barkas Frankenberg zieht sich freiwillig aus der Landesklasse zurück. Ich wurde am Freitag informiert.“ Tommy Krumbiegel, Abteilungsleiter beim Staffelvorletzten SV Barkas, erklärt: „Die finanzielle und die sportliche Situation lassen einen Start in dieser Liga einfach nicht zu. Wir bedauern diese Entscheidung sehr und hoffen auf ein mildes Urteil des SFV-Sportgerichts.“

Die seit Jahren anhaltende Diskussion um eine Reduzierung der Landesklasse auf drei Staffeln erhält damit wieder neue Nahrung. Einen sportlichen Absteiger wird es in der Mitte-Staffel diesmal nicht geben, weil zwei Teams – neben Frankenberg auch Sebnitz – freiwillig die Liga verlassen. Allerdings hat auch Schlusslicht Coswig signalisiert, kommende Saison in der Kreisoberliga spielen zu wollen. Damit wären vier Plätze im 14er-Feld frei. Aus der Kreisoberliga steigen aber höchstens drei Vereine auf. In welcher Form die Landesklasse Mitte komplettiert würde, vermag derzeit selbst der Staffelleiter „nicht zu sagen“.

Zurück zum sportlichen Geschehen: Für Spannung vor dem letzten Spieltag sorgt der Kampf um die Podestplätze. Der Hainsberger SV verteidigte mit dem 1:1-Remis im Spitzenspiel beim nun nur noch fünftplatzierten BSV 68 Sebnitz den zweiten Platz. Dahinter aber rückten Freiberg und Stahl Freital mit klaren Siegen jeweils auf einen Punkt heran. Auch Sebnitz hat mit zwei Zählern Rückstand auf Rang drei noch eine Medaillenchance, auch wenn Freital und Freiberg zum Saison-Halali jeweils auf den Heimvorteil bauen können.

Wilsdruff reichen vier Tore zum Sieg

„Wahrscheinlich werden wir in der Endabrechnung nur Tabellenfünfter, aber wir haben das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht, alle Diskussionen um die Zukunft der Mannschaft weggesteckt und uns trotz des feststehenden Rückzugs in die Kreisoberliga bis zum Ende ordentlich präsentiert“, sagte der Sebnitzer Trainer Uwe Rahle. Markus Weise hatte das 1:0 für die Hainsberger im Waldstadion markiert (49.), Sven Torlee glich nur sieben Minuten später wieder aus. Er verwandelte den an Tomas Hurab verwirkten Foulelfmeter sicher.

„Das Ergebnis geht in Ordnung, auch wenn wir die größere Anzahl an klaren Chancen verzeichneten“, so Rahle. „Und HSV-Torhüter Marcel Lohse hat einige Male klasse pariert.“ Auf den Gang in die Kreisoberliga verzichtet der erfahrene Coach indes. Rahle, der Sebnitz 2016 zum Staffelsieg geführt hatte, bleibt der siebten Liga aber erhalten und übernimmt in der kommenden Saison den SV Wesenitztal.

Der SVW feierte im letzten Heimspiel einen 4:1-Sieg über den SV Bannewitz. Markus Hexamer (19.), Fabian Förster (28.), Kapitän Maik Kühn (82.) und Felix Böhme (86.) trafen für die Hausherren. Den Ehrentreffer der Gäste erzielte Maximilian Genschmar per Foulelfmeter (68.). „Uns fehlten neun Spieler, dennoch verzeichneten wir viele Tormöglichkeiten und wurden unter Wert geschlagen“, befand der Bannewitzer Vereinschef Karl-Heinz van Pée.

Im Possendorfer „Poisenblick“ deutete vor der Pause nichts auf einen Freitaler Kantersieg hin. Die Führung der Gastgeber durch Kapitän René Schmidt (17.) beantwortete Tino König in der 29. Minute mit dem Ausgleich. Nach dem Wechsel drehte der Tabellenvierte aber beeindruckend auf.

„Bis zum Anpfiff war es schon ein etwas komisches Gefühl“, sagte Stahl-Coach Jens Wagner, der mehrere Jahre Trainer bei Empor war. An alter Wirkungsstätte dürfte er nun aber seine helle Freude an den Offensivaktionen seiner Freitaler Jungs gehabt haben. Markus Jens Mai (63.), der Liga-Torschützenbeste Eric Zimmermann mit seinem 23. Saisontor (71.) sowie zweimal Maurice Reichel (73., 89.) schraubten das Ergebnis nach oben. „Das Ergebnis war vielleicht zwei Tore zu hoch, aber entschuldigen müssen wir uns dafür nicht“, meinte Wagner. Bereits das Hinspiel hatten die Freitaler mit 4:1 zu ihren Gunsten entschieden.

Eine klare Angelegenheit wurde auch die letzte Heimpartie des Tabellenneunten Motor Wilsdruff. Wie beim Hinspiel in Weinböhla bejubelte das Team vier Tore – aber diesmal reichten sie auch zu einem 4:0-Erfolg. Beim Hinspiel hatte die TuS einen 1:4-Rückstand noch in einen 5:4-Sieg gedreht. Auf dem Trainerstuhl der Wilsdruffer saß diesmal mit Lutz Neumann ein alter Bekannter. Motors Sportchef hatte das Zepter im Vorjahr an Paul Rabe übergeben, der diesmal aber nicht im Parkstadion weilte. „Wir mussten verletzungs- und urlaubsbedingt auf vier Positionen umstellen, aber das merkte man dem Team nicht an. Von Beginn an bestimmte unsere Mannschaft das Geschehen und erspielte sich zahlreiche Chancen. Weinböhla versuchte, über Konter zum Erfolg zu kommen, was ihnen aber nur selten gelang.“ Yves Morgenstern (53., 62.), Georg Bormann (87.) und Tim Sander (90.) trafen für die Gastgeber.