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Freitag, 12.10.2018

Gut Radeln auf dem Loschwitzer Wiesenweg

Von Nora Domschke

Noch versperren Kisten mit Pflastersteinen den Weg für die Fahrradfahrer. Straßenbaumatschef Reinhard Koettnitz und Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (r.) zeigen aber schon einmal, wie der neu asphaltierte Elberadweg aussieht.
Noch versperren Kisten mit Pflastersteinen den Weg für die Fahrradfahrer. Straßenbaumatschef Reinhard Koettnitz und Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (r.) zeigen aber schon einmal, wie der neu asphaltierte Elberadweg aussieht.

© Rene Meinig

Wenn zur Pflasterpiste auch noch starker Gegenwind hinzukommt, kann das Radfahren schnell zur Qual werden. So ging es wohl etlichen Pedalrittern, die an diesem Donnerstag – zwar bei schönstem Sonnenschein, aber heftigen Windböen – auf dem Elberadweg unterwegs waren. Das Problem mit der Holperpiste gibt es zumindest bald an einer Stelle nicht mehr. Nämlich unterhalb von Altwachwitz, rechts der Elbe. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) und Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz luden am Mittwoch ans zugige Flussufer, um den frisch asphaltierten Abschnitt des Elberad- und -wanderweges zu präsentieren.

Wie gut es sich dort jetzt Radeln lässt, konnte der Baubürgermeister, der in altbewährter Manier mit seinem Lastenrad anreiste, gleich höchstpersönlich vorführen. Zwar ist das Teilstück zwischen der Friedrich-Press-Straße in Loschwitz und dem kleinen Stichweg, der in Altwachwitz zur Elbe hinunterführt, noch nicht komplett freigegeben. Ab November können die Radfahrer die glatte Asphaltfläche aber genießen. Dann sollen die Bauarbeiten auf dem rund 1,5 Kilometer langen Abschnitt des Elberadwegs fertig sein.

Bislang war der Weg dort nur 1,50 Meter breit. „Zu schmal für einen Radweg“, erklärt Koettnitz. Für die erforderlichen drei Meter Breite mussten Grundstücksflächen dazu gekauft werden. Und genau das sei einer der Gründe dafür gewesen, warum zwischen Planung und Bau der Asphaltstrecke viel Zeit vergangen ist, ergänzt Schmidt-Lamontain. Denn längst nicht jeder Eigentümer wollte seine Fläche für den Radweg hergeben. „Handtuchartig“, wie Koettnitz es formuliert, reihten sich die Grundstücke entlang des Weges aneinander.

Also ließ die Stadt einen Bebauungsplan erarbeiten, der kürzlich beschlossen wurde. In diesem Juni konnten die Arbeiten am Loschwitzer Wiesenweg – so heißt der Elberadweg in diesem Abschnitt – dann beginnen. Mit insgesamt 1 500 Tonnen Asphalt wurde der Weg verbreitert. Dabei sei die Bausumme von 752 000 Euro für das 1,5 Kilometer lange Stück vergleichsweise günstig, so Koettnitz. Der – natürlich weitaus aufwendiger zu sanierende – Körnerweg schlug dagegen mit 2,1 Millionen Euro für knapp 800 Meter Strecke deutlich teurer zu Buche.

Für den Ausbau des Loschwitzer Wiesenweg konnte die Stadt rund 100 000 Euro aus dem Aufbauhilfefonds für Hochwasserschäden 2013 vom Bund nutzen. Mithilfe dieser Fördermittel wird nun auch die kleine Brücke über den Wachwitzbach erneuert. Bis das Bauwerk im November fertig ist und befahren werden kann, müssen Fahrradfahrer mit der Umleitung über die Pillnitzer Landstraße vorliebnehmen. Wenn alles fertig ist, werden außerdem 22 Bäume wie etwa Stieleichen den Weg säumen.


„Sobald die neue Strecke offen ist, werden auch die Hinweisschilder für den Elberadweg wieder aufgestellt“, sagt Koettnitz. Wer in Richtung Pillnitz radelt, muss aber weiterhin ab Altwachwitz über die Pillnitzer Landstraße und die Laubegaster Straße bis zum Wasserwerk Hosterwitz fahren. Denn auch für den 1,8 Kilometer lagen Abschnitt zwischen Altwachwitz und der Kreuzung, wo der Elberadweg auf die befestigte Laubegaster Straße stößt, muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Dabei geht es unter anderem um ein Artenschutzgutachten für die Tiere, die im Bereich der Elbwiesen leben. Koettnitz rechnet damit, dass Planung und Genehmigung bis 2019 dauern, sodass in zwei Jahren der Ausbau am Lückenschluss beginnen kann. Die Bauarbeiten selbst werden – wie jetzt am Loschwitzer Wiesenweg – nur wenige Monaten in Anspruch nehmen.

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