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Samstag, 10.11.2018

Gründerwettbewerb und Bürgerhaushalt vorgeschlagen

Die Stadt bekommt drei Jahre lang 140 000 Euro. Die SPD hat Ideen für die Verwendung. Die größten Summen sollen für einen Schulbau gespart werden.

Von Jens Hoyer

Symbolfoto
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© Patrick Seeger/dpa

Döbeln. Der Freistaat Sachsen überweist den Kommunen im ländlichen Raum zusätzliches Geld. Döbeln wird drei Jahre lang jeweils 140 000 Euro bekommen. Die Stadtratsfraktion der SPD hat jetzt in einem Antrag zur Verwendung der Mittel gestellt und bringt dafür drei Ideen ein. Der Hauptteil des Geldes, 100 000 Euro pro Jahr, soll für ein wichtiges Projekt zurückgelegt werden: den „Bildungscampus“ in Döbeln Ost, in dem die Grundschule und die Lernförderschule unterkommen sollen. Diese Idee ist nicht neu und die Stadt hat dafür schon 430 000 Euro aus dem Schulbausonderprogramm auf die hohe Kante gelegt.

Die kleineren Summen sollen für zwei weitere Projekte verwendet werden. Ein Vorschlag der SPD: Die Stadt könnte einen Gründerwettbewerb unter dem Titel „Döbeln mit Leben erfüllen“ ausloben. Damit soll die Ansiedlung von Einzelhandel in der Innenstadt gefördert und der Leerstand verringert werden. Der Existenzgründer mit den besten Ideen bekommt für ein Jahr die Miete für ein Ladenlokal teilweise oder vollständig finanziert. Dafür soll der Stadtrat in den Jahren 2019 und 2020 jeweils 15 000 Euro zur Verfügung stellen.

Sogar 25 000 Euro würde die SPD gern für das Projekt „Bürgerhaushalt“ bereitstellen. Die Idee dahinter: Bürger sollen Projekte vorschlagen, die Döbeln schöner und lebenswerter machen, und über sie entscheiden können. Die Ideen für Gründerwettbewerb und Bürgerhaushalt stammen aus Freiberg, sagte SPD-Fraktionschef Axel Buschmann.

Über den Antrag der SPD wird der Stadtrat erst im kommenden Jahr abstimmen. „Bis Ende des Jahres muss aber der Beschluss gefasst werden, was mit dem Geld für dieses Jahr gemacht wird“, sagte Buschmann. „Wir sehen unseren Antrag als Diskussionsgrundlage.“

Einen Gründerwettbewerb gibt es in Freiberg seit drei Jahren. Die Sieger erhalten ein Jahr lang 500 Euro pro Monat. Nach Angaben der Stadt Freiberg hat sich der erste Sieger des Gründerwettbewerbs mit seiner Idee, einer Sushibar, gut etabliert. Der Sieger des zweiten Jahres hat einen sogenannten Escape-Room eröffnet. Dort müssen Spielerteams ein Rätsel knacken, um ausbrechen zu können.

Für den Bürgerhaushalt durften die Freiberger dieses Jahr zum zweiten Mal Ideen einreichen. Über die Projekte stimmen die Bürger per Internet und postalisch ab. In diesem Jahr hatten sich 600 Leute beteiligt. Sie konnten über 35 Vorschläge der Verwaltung abstimmen, und sie haben 150 eigene Vorschläge eingebracht. Zu den Siegerprojekten des Vorjahres, die bereits abgearbeitet sind, gehören unter anderem ein Wasserspielplatz, einheitliche neue Bekleidung für die Feuerwehr und ein Kleinkindspielplatz im Freiberger Tierpark.

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